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Verbindungen zu Luxemburg: "Hells Angels"-Boss erschossen
Lokales 07.10.2016 Aus unserem online-Archiv

Verbindungen zu Luxemburg: "Hells Angels"-Boss erschossen

Aygün Mucuk wurde "von zahlreichen Kugeln" niedergestreckt.

Verbindungen zu Luxemburg: "Hells Angels"-Boss erschossen

Aygün Mucuk wurde "von zahlreichen Kugeln" niedergestreckt.
Foto: dpa
Lokales 07.10.2016 Aus unserem online-Archiv

Verbindungen zu Luxemburg: "Hells Angels"-Boss erschossen

Michel THIEL
Michel THIEL
Der Präsident der Hells Angels Gießen, Aygün Mucuk, ist offenbar am Freitag einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Der Boss des „Charter G-Town Luxembourg Turkey“ verfügte über exzellente Verbindungen zu Luxemburg.

(mth) - Der Präsident der Hells Angels Gießen, Aygün Mucuk, ist am Freitagmorgen im Clubhaus der Bikergang in Wettenberg-Wißmar bei Gießen (D) tot aufgefunden worden. Eine Putzfrau fand den Leichnam, der laut Polizei von „zahlreichen Kugeln“ getroffen worden war.

Die Polizei geht davon aus, dass Mucuk einer bandeninternen Auseinandersetzung zum Opfer gefallen ist. Der Deutschtürke galt als eine der wichtigsten Führungspersonen der sogenannten „New School“-Fraktion innerhalb der Rockergang.

Seit Jahren schwelt ein Krieg zwischen den aufstrebenden Rockern mit Migrationshintergrund und den alteingesessenen deutschen Hells Angels. Dabei geht es um die Kontrolle im Drogen- und Menschenhandel, der Prostitution und der Schutzgelderpressung, die zu den Haupteinnahmequellen der Bande gehören.

Gute Kontakte nach Luxemburg

Mucuk hatte enge Verbindungen zu den Luxemburger „Hells Angels“, die ebenfalls der „New School“ zugerechnet werden. Nach einem gescheiterten Putschversuch in Frankfurt waren die Beteiligten nach Luxemburg geflohen und hatten dort acht „Charter“ gegründet, wie die regionalen Gruppen der Organisation genannt werden.

Der Gießener Charter war lange Zeit unter dem Namen „Charter G-Town Luxembourg Turkey“ bekannt. Mucuk soll zudem auf der Einweihungsparty eines mittlerweile geschlossenen Clubhauses der Bande in Wasserbillig gewesen sein.

Am vergangenen 20. August hatte ein Sondereinsatzkommando der Luxemburger Polizei ein Clubhaus der Bande in Buschrodt gestürmt. Ihr Ziel war Eric B., der Präsident der Luxemburger „Hells Angels“, der wegen illegalen Waffenbesitzes ins Visier der deutschen Justiz geraten war.


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