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Vëlos-Initiativ von Roosevelt-Plänen enttäuscht
Lokales 16.09.2019

Vëlos-Initiativ von Roosevelt-Plänen enttäuscht

Auch in Zukunft wird es keine klare Trennung zwischen Rad- und Fußweg geben.

Vëlos-Initiativ von Roosevelt-Plänen enttäuscht

Auch in Zukunft wird es keine klare Trennung zwischen Rad- und Fußweg geben.
Grafik: mmtp
Lokales 16.09.2019

Vëlos-Initiativ von Roosevelt-Plänen enttäuscht

Die neue Raumaufteilung am hauptstädtischen Boulevard Roosevelt birgt laut LVI mehr Konfliktpotenzial, als dass sie aktive Mobilität fördert.

(str) - In den kommenden Wochen und noch bis November wird der hauptstädtische Boulevard Roosevelt umgestaltet. Wenn im kommenden November die Baustelle am Viaduc zwischen der Avenue de la Gare abgeschlossen wird, verläuft hier der gesamte Busverkehr zwischen der Oberstadt und dem Bahnhofsviertel in beide Fahrtrichtungen. Um dies bestmöglich abzuwickeln, war auch Veränderungen am Boulevard Roosevelt erforderlich.


Dieses Bild soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Die Stellplätze bei der Gëlle Fra werden weichen.
Busspuren für den Bd. Roosevelt und eine autofreie "Gëlle Fra"
Der öffentliche Transport und die sanfte Mobilität erhalten zunehmend einen festen Platz im Stadtbild.

Hier bleiben die bestehenden Fahrspuren für den Individual-, sprich Autoverkehr erhalten. Es kommt aber abschnittsweise in beide Fahrtrichtungen Busspuren dazu. Und es gibt einen bidirektionalen Fahrradweg.

"Halbherziger Versuch, es allen recht zu machen"

Mit diesem Konzept tut sich nun aber die Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ (LVI) schwer. Es werde halbherzig versucht, es allen Verkehrsteilnehmern recht zu machen, anstatt klare Prioritäten zu setzen und nachhaltige Mobilitätsformen konsequent zu fördern, schreibt die LVI am Montag in einer Pressemitteilung.

Das Gegenteil geschehe, da es weder einen Komfortgewinn für Radfahrer noch für Fußgänger gebe. Der Radweg werde zwar vom Autoverkehr abgetrennt, er grenze aber in gleicher Höhe an den Fußgängerbereich. Die Breite beider Wege entspreche nur knapp den Minimalanforderungen, sodass Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern vorprogrammiert seien.

Getrennte Wege für mehr Sicherheit

Wegen der beengten Verhältnisse fordert die LVI in ihrem Schreiben daher eine klare Trennung. Zudem hofft die Radfahrervereinigung, dass der Radweg nicht als benutzungspflichtig ausgeschildert wird. Radfahrern solle die rechtmäßige Wahl gestattet werden, im Verkehr auf der Straße zu fahren, anstatt gezwungen zu sein, sich im Schritttempo zwischen Fußgängern durchzuschlängeln.


Lokales, Online.de, Park, Stadt beim Eingang steht ein Fahrradzähler,  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
20 Prozent mehr Radfahrer binnen einem Jahr
Die Zahl der Radfahrer hat in der Hauptstadt im Vergleich zum Vorjahr drastisch zugenommen. Am Montag wurden sie dafür, dass sie ein ökologisches Transportmittel benutzen, mit einer Geschenktüte belohnt.

Des Weiteren zeigt sich die LVI verwundert darüber, dass der Radweg auf dem Viaduc nur noch zwei Meter breit sein soll und nicht erkennbar vom Fußweg getrennt. Hier sei eine Erhaltung des 2,8 Meter breiten Fahrradwegs zugesichert worden.

Neue Raumaufteilung gefordert

Es sei bedauerlich, dass dem motorisierten Individualverkehr in der Hauptstadt noch immer oberste Priorität gewährt werde, schreibt die Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ weiter. Eine höhere Lebensqualität sowie eine Reduzierung von Stress, Stau und Luftverschmutzung sei aber nur durch eine konsequente Förderung und durch den Ausbau der aktiven Mobilität und der öffentlichen Transportmittel möglich. Hierzu sei eine neue Raumaufteilung zugunsten von Radfahrern und Fußgängern unabdingbar.