"Vel'oh!": Eine echte Erfolgsgeschichte
(rr) - Das „Vel'oh!“-Fahrradverleih-System kennt seit seiner Einführung in der Hauptstadt einen durchschlagenden Erfolg. Dem wollen die Stadtverantwortlichen Rechnung tragen und weiter in die Infrastrukturen und den Ausbau investieren.
Nachdem im vergangenen Jahr ein Plus von 13 Prozent bei den Nutzern festgestellt wurde, will die Stadt Luxemburg in diesem Jahr weiter in das seit März 2008 bestehende Fahrradverleihsystem investieren. Geplant ist die Installierung von fünf neuen „Vel'oh!“-Stationen, für die im Budget 385 000 Euro vorgesehen sind.
Von anfangs 25 Fahrradverleihstationen ist diese Zahl auf derzeit 72 angestiegen, doch nicht alle Stadtviertel sind angeschlossen, was hauptsächlich mit der Topografie zu tun hat. Im vergangenen Jahr wurden täglich 660 Fahrradvermietungen verzeichnet, in 2013 waren es deren 590. Derzeit haben 6 000 Menschen ein Langzeitabonnement.
Laut Mobilitätsschöffin Sam Tanson geht mit der stetig steigenden Zahl an Langzeitabos ein Sinken der Kurzzeitabos einher, was sie positiv bewertet. Den Erfolg des "Vel'oh!" führt sie auf die permanente Verbesserung der Infrastrukturen zurück. Festgestellt wurde ebenfalls, dass immer mehr Menschen auch bei schlechtem Wetter aufs Rad steigen gemäß dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“.
Künfitg E-Bikes im Verleihsystem?
Wo die fünf neuen „Vel'oh!“-Stationen installiert werden, ist noch nicht gewusst. Zunächst wird eine punktuelle Analyse erstellt, um die Bedürfnisse zu lokalisieren. Ein Problem stellt in einigen Vierteln die Topografie dar. Eine Lösung könnte die Vermietung von E-Bikes sein. Entsprechende Gespräche mit der Firma J.C. Decaux haben bereits stattgefunden. Das Unternehmen hat einen Prototyp entwickelt, den sich die Verantwortlichen der Stadt Luxemburg demnächst ansehen werden. Mit der Einführung von E-Bikes könnte laut Sam Tanson zudem der Ausbau des „Vel'oh!“-Konzepts auf interkommunaler Ebene schneller voranschreiten.
Fest steht allerdings, dass mit Sicherheit eine Station in Pfaffenthal entstehen wird, sobald der Panoramalift, der in die Oberstadt führt, in Betrieb ist. Dieser Aufzug bietet Platz für zehn Personen und fünf Radfahrer mit ihren Fahrrädern. Er wird jedoch erst im kommenden Jahr betriebsbereit sein. „Leuten, die Rad fahren möchten, sollte man diese Möglichkeit geben“, sagt Sam Tanson, eine überzeugte und regelmäßige Radfahrerin. Und: „Radfahren fängt im Kopf an.“
Ob das ambitiöse Ziel von zehn Prozent Radfahrern im Straßenverkehr – das im Koalitionsabkommen von DP und „Déi Gréng“ festgehalten wurde – erreicht ist, kann Sam Tanson nicht sagen. Um die Antwort auf diese Frage zu finden, sei eine Haushaltserhebung vonnöten.
Das Radwegenetz in der Hauptstadt hat sich in sechs Jahren mehr als verdoppelt. Es umfasst zurzeit 172 Kilometer und soll noch ausgebaut werden, so die Mobilitätsschöffin.
Sensibilisierungskampagne in 2015
Was die Sicherheit anbelangt, so weist Sam Tanson darauf hin, dass die Radwege den Normen entsprechen. Im Straßenverkehr müsse jeder Verkehrsteilnehmer seine Verantwortung übernehmen. Vorgesehen ist in diesem Jahr eine Sensibilisierungskampagne, die sich an alle Verkehrsteilnehmer richtet.
In Zusammenarbeit mit der „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ bietet die Stadt Luxemburg übrigens schon seit zahlreichen Jahren Radfahrkurse an, in denen auch die Sicherheit ein wichtiges Thema ist.