Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Vater soll Töchter missbraucht haben
Lokales 05.03.2018

Vater soll Töchter missbraucht haben

Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Vater soll Töchter missbraucht haben

Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 05.03.2018

Vater soll Töchter missbraucht haben

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Seit Montag steht ein 39-jähriger Mann vor Gericht, weil er seine beiden Töchter missbraucht haben soll. Der Mann wies alle Vorwürfe von sich.

Sie hätten Probleme mit ihrem Vater. Mit diesem Anliegen wurden zwei junge Mädchen am späten Nachmittag des 17. Dezember 2014 bei der Polizei in Petingen vorstellig. Weitere Nachfragen ergaben, dass der Vater, mittlerweile 39 Jahre alt, zwischen Ende 2010 und Dezember 2014 seine älteste Tochter sexuell missbraucht, vergewaltigt und geschlagen haben soll. Das Mädchen, Jahrgang 2000, war damals zehn bis 14 Jahre alt. Zudem soll der Vater zwischen Ende 2013 und Dezember 2014 auch seine zweite Tochter, geboren 2002, körperlich missbraucht haben. Deshalb muss er sich seit Montag vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte wies gleich zu Beginn der Verhandlung alle Vorwürfe von sich. Dass er im Polizeiverhör zunächst ein Teilgeständnis abgelegt hatte, erkläre sich dadurch, dass er auf Englisch verhört worden sei – und diese Sprache nicht sehr gut verstehe, so der Nepalese.

Wie eine psychiatrische Gutachterin erklärte, habe er auch im Gespräch mit ihr alles abgestritten. Vielmehr sollen die Mädchen aus Wut gegen ihn ausgesagt haben, weil er ihnen nicht all jene Freiheiten gewährte, die sie sich wünschten.

Er habe versucht ein guter Vater zu sein und habe vermeiden wollen, dass seine Töchter einen schlechten Umgang pflegen oder in ihrem noch jungen Alter Alkohol trinken. Deshalb habe er wohl den Ton gehoben, er habe seine Töchter jedoch nicht geschlagen, denn er wisse, dass dies nichts bringe. Der Expertin zufolge, zeige der Angeklagte keine Anzeichen auf eine Depression oder Psychose auf und fühle sich auch nicht generell von Kindern sexuell angezogen. Auf jeden Fall sei er voll schuldfähig.

Unterschiedliche Aussagen

Eine Gynäkologin erklärte, dass bei dem älteren der beiden Mädchen keine spezifischen Anzeichen, die auf eine Vergewaltigung hindeuten würden, gefunden worden waren. Dies bedeute dennoch nicht, dass nichts passiert sei.

Auch ein Psychologe konnte nicht mehr Klarheit bringen. Bei ihm hätten die beiden Mädchen ihren Vater zunächst belastet, ihre Aussagen in einem weiteren Gespräch jedoch zurückgezogen. Er könne nicht sagen, ob beide im ersten Gespräch tatsächlich gelogen hatten oder, ob sie ihre Aussagen zurückgezogen hatten, da sie ihren Vater wiedersehen wollten. Aufgrund der unterschiedlichen Aussagen könne er jedoch nicht sagen, dass die Mädchen zu 100 Prozent glaubwürdig seien.

Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt und voraussichtlich am Donnerstag abgeschlossen.

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.