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Urteil gefällt: Hohe Geldstrafen für Hundequäler

Urteil gefällt: Hohe Geldstrafen für Hundequäler

Foto: LW-Archiv/Shutterstock
Lokales 20.10.2016

Urteil gefällt: Hohe Geldstrafen für Hundequäler

Michel Thiel
Zwei Landwirte aus Aspelt, die einen Hund auf ihrem Bauernhof zu Tode gequält hatten, müssen empfindliche Geldstrafen zahlen. Einer der Angeklagten darf während der kommenden fünf Jahre keine Tiere mehr halten.

(mth) - Die beiden Landwirte aus Aspelt, die 2014 einen Hund auf ihrem Bauernhof derart vernachlässigt hatten, dass das Tier später einging, wurden am Donnerstag zu hohen Strafen verurteilt.

Der 73-jährige Ferdinand F. muss eine Geldstrafe von 5000 Euro zahlen und darf während fünf Jahren keine Tierhaltung mehr betreiben. Sein Sohn Georges F. wurde zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

Die beiden Männer müssen zudem die Prozesskosten in Höhe von mehreren hundert Euro sowie die Behandlungskosten des Hundes in Höhe von 1191 Euro bezahlen. Ein symbolischer Euro wurde zudem der Tierschutzliga zugesprochen, die als Zivilklägerin im Prozess auftrat.

Der Hund war offenbar jahrelang unter erbärmlichen Bedingungen gehalten und nicht anständig gefüttert worden. Die Tierquälerei kam ans Licht, als der Hund im Dezember 2014 vom Hof des 43-jährigen Georges F. weglief und von Nachbarn gefunden wurde. Das Tierasyl verständigte die Polizei.

Keinerlei Schuldeinsicht der Angeklagten

Die Untersuchung ergab, dass das Tier an akutem Nierenversagen aufgrund der Misshandlung und Unterernährung litt. Nach mehreren Wochen am Tropf besserte sich der Zustand des Hundes nicht, so dass das Tier schließlich eingeschläfert werden musste.

Die beiden Männer hatten während des Prozesses am 28. September versucht, die Vorwürfe herunterzuspielen und keinerlei Schuldeinsicht gezeigt. Ihr Anwalt hatte sogar ein zusätzliches Gutachten gefordert, da der Hund auf Fotos, die dem Gericht vorlagen seiner Ansicht nach "gar nicht vernachlässigt aussehe" - eine Forderung, die vom Gericht abgewiesen wurde. Die beiden Angeklagten waren zur Urteilsverkündung nicht vor Gericht erschienen.

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