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Urteil fällt heute im Prozess um Geiselnahmen im Dezember 2012
Lokales 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Urteil fällt heute im Prozess um Geiselnahmen im Dezember 2012

Am 13. Dezember 2012 kommt es in dem Gebäude einer Treuhandgesellschaft in Luxemburg-Mühlenbach zu einem Raubüberfall mit Geiselnahme. Die Täter hatten bereits am Vortag einen Geschäftsmann in seiner Wohnung überfallen.

Urteil fällt heute im Prozess um Geiselnahmen im Dezember 2012

Am 13. Dezember 2012 kommt es in dem Gebäude einer Treuhandgesellschaft in Luxemburg-Mühlenbach zu einem Raubüberfall mit Geiselnahme. Die Täter hatten bereits am Vortag einen Geschäftsmann in seiner Wohnung überfallen.
Foto: Steve Remesch / LW-Archiv
Lokales 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Urteil fällt heute im Prozess um Geiselnahmen im Dezember 2012

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Redda B. musste sich Ende des vergangenen Jahres für zwei Überfälle mit Geiselnahmen im Dezember 2012 verantworten. Die Richter fällen heute in dem Fall ihr Urteil.

Der Traum vom großen Geld machte die Opfer von Redda B. blind. Als der mehrfach vorbestrafte Mann sich ihnen gegenüber als Vertreter eines arabischen Prinzen ausgibt, der Beträge in Milliardenhöhe investieren will, klingeln bei ihnen keine Alarmglocken, sondern sie empfangen Redda B. mit offenen Armen. Für ihren Leichtsinn bezahlen die Opfer einen hohen Preis – im Dezember 2012 kommt es in Luxemburg-Stadt zu zwei Geiselnahmen und Überfällen.

Am 12. Dezember soll es zunächst in der Wohnung eines Geschäftsmanns im Hauptstadtviertel Eich zu einem Treffen mit dem vermeintlichen Prinzen kommen. Doch der royale Besuch bleibt aus: Redda B. überfällt den Mann gemeinsam mit Ali A. Sie fesseln ihr Opfer, nehmen den Geschäftsmann als Geisel. Die beiden Männer erbeuten zahlreiche Wertgegenstände und 140.000 Euro in bar. 


Anklage fordert für Geiselnehmer 24 und 20 Jahre Haft
Im Dezember 2012 gewinnt Redda B. das Vertrauen von mehreren Geschäftsleuten. Dann zeigt er gemeinsam mit seinem Komplizen seine wahren Absichten.

Doch damit nicht genug: Am folgenden Tag wird der vermeintliche Prinz bei einem im Vorfeld vereinbarten Treffen mit Uhrenhändlern im Gebäude einer Treuhandgesellschaft in Luxemburg-Mühlenbach erwartet. Dort kommt es zu einem weiteren Überfall, die Täter erbeuten Uhren im Einkaufswert von rund einer Million Euro. Sie nehmen einen der Mitarbeiter der Firma als Geisel und flüchten. Den Mann lassen sie in Paris wieder frei.

Prozessbeginn im November 

Sieben Jahre nach der Tat muss sich Redda B. für die Verbrechen verantworten. Gemeinsam mit Amri A. und zwei weiteren Komplizen, die unter anderem beim Verkauf des Diebesguts mitgewirkt haben, saß der 49-Jährige Ende des Jahres auf der Anklagebank des Bezirksgerichts Luxemburg. Ihnen wird unter anderem zur Last gelegt, eine kriminelle Organisation gegründet zu haben. Die Richter fällen heute ihr Urteil. 


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Für die Vertreterin der Staatsanwaltschaft galt die Schuld aller Angeklagten indes als erwiesen. Für den mehrfach vorbestraften Redda B. forderte sie 24 Jahre Haft, für Ali A. 20 Jahre. Die beiden mutmaßlichen Komplizen, Daniel V. und Mohamed F., hätten zwar nicht selbst an den Überfällen teilgenommen, sie hätten es Redda B. allerdings erst ermöglicht, das Diebesgut zu Geld zu machen.

Daniel V. war für den Verkauf der Uhren zuständig, während Mohamed F. sich als Vertrauensperson um die Geschäfte gekümmert haben soll. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte für beide Männer eine Haftstrafe von zwölf Jahren.   


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