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Ursache für Blaumeisensterben geklärt
Lokales 22.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Ursache für Blaumeisensterben geklärt

Tausende von Blaumeisen wurden Opfer eines Krankheitserregers.

Ursache für Blaumeisensterben geklärt

Tausende von Blaumeisen wurden Opfer eines Krankheitserregers.
Foto: Shutterstock
Lokales 22.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Ursache für Blaumeisensterben geklärt

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Mehr als 140 tote Tiere wurden in den vergangenen Wochen gemeldet. Schuld ist ein Bakterium, das nur Meisen befällt.

Ein rätselhaftes Blaumeisensterben wurde seit März zuerst in Deutschland und nun auch in Luxemburg beobachtet. Mehr als 14.000 Fälle wurden laut Naturschutzbund NABU in Deutschland gemeldet. Was die Lage in Luxemburg betrifft, so wurden laut Elisabeth Kirsch, Mitarbeiterin beim Haus vun der Natur, in den vergangenen Wochen nicht weniger als 140 tote Blaumeisen und zehn erkrankte Tiere gemeldet. 

Bakterium als Verursacher

War die Ursache für das Sterben zuerst unklar, so konnten deutsche Forscher  nun ein Bakterium namens Suttonella ornithocola als Verursacher ausfindig gemacht werden. Es handelt sich um ein Bakterium, welches erstmalig im Frühjahr 1996 in England und Wales für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht wurde. 2018 wurde der Erreger im Zusammenhang mit einem Versterben von Meisen erstmalig in Nordrhein-Westfalen beschrieben. Erkrankte Tiere zeigten eine Lungenentzündung und vereinzelt Erkrankungen des Darms.        


ARCHIV - 05.01.2016, Brandenburg, Sieversdorf: Eine Blaumeise (Cyanistes caeruleus) sitzt in einem Garten auf einem Ast. (zu dpa "Unbekannte Vogelkrankheit: tote Blaumeisen melden") Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Deutschland: unbekannte Krankheit tötet Blaumeisen
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"Wir gehen wegen der geografischen Nähe der gemeldeten Fälle davon aus, dass in Luxemburg der gleiche Erreger aktiv ist wie in Deutschland", so Kirsch.

Kranke Tiere melden

Kranke Tiere hocken apathisch und aufgeplustert am Boden, oft sind ihre Augen durch Sekret verklebt. Der Erreger ist für Menschen und Haustiere ungefährlich. Da Vögel aber auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten und grundsätzlich oft mehrere Pathogene in sich tragen können, ist beim Umgang mit toten Vögeln immer mit Vorsicht vorzugehen. Suttonella ornithocola betrifft fast ausschließlich Meisenarten, dabei vor allem die kleinen Meisenarten, von denen die Blaumeise mit Abstand am häufigsten in luxemburgischen Gärten vorkommt. 

Wird ein totes Tier aufgefunden, sollte man auf Füttern und Tränken verzichten. "An diesen Futterstellen sammeln sich die Tiere und stecken sich dann gegenseitig an", so Kirsch. "Das Prinzip Social distancing gilt also auch für Meisen." 

Aufgefundene Tiere können zudem per Online-Formular gemeldet werden, damit sich die Experten einen Überblick über die geografische Ausbreitung verschaffen können.  

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