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Urlaub zuhause: Entdeckungstour auf zwei Rädern
Immer der Sauer entlang: Die Radpiste zwischen Ettelbrück, Echternach und Wasserbillig zählt mit Sicherheit zu den schönsten des Landes. Das flache Gelände macht sie auch für Familien mit Kindern interessant.

Urlaub zuhause: Entdeckungstour auf zwei Rädern

Foto: Steve Remesch
Immer der Sauer entlang: Die Radpiste zwischen Ettelbrück, Echternach und Wasserbillig zählt mit Sicherheit zu den schönsten des Landes. Das flache Gelände macht sie auch für Familien mit Kindern interessant.
Lokales 7 Min. 24.08.2013

Urlaub zuhause: Entdeckungstour auf zwei Rädern

Den ersten Tag beginnen wir im Süden des Landes – genauer im Bahnhof von Beles. Warum im Bahnhof? Weil Fahrräder in Zügen kostenlos transportiert werden und eine Tageskarte mit gerade mal 4 Euro sehr günstig ist.

(str) - Stellen Sie sich vor, Sie haben noch drei Urlaubstage vor sich und wissen nicht, was sie an diesen freien Tagen unternehmen wollen. In den kommenden Wochen wird das „Luxemburger Wort“ Ihnen jeweils mittwochs und samstags Anregungen geben, wie Sie das Großherzogtum neu entdecken können. Das heutige Thema: Bike & more – Luxemburg auf zwei Rädern.

Den ersten Tag beginnen wir im Süden des Landes – genauer im Bahnhof von Beles. Warum im Bahnhof? Weil Fahrräder in Zügen kostenlos transportiert werden und eine Tageskarte mit gerade mal 4 Euro sehr günstig ist. Außerdem: wenn schon sanfte Mobilität, dann auch richtig.

Der Ausflug durch das Land der Roten Erde, kreuzt mehrere Lehrpfade. Auf Schautafeln erfährt man dabei nicht nur lehrreiches zur industriellen Vergangenheit des Südens, sondern auch darüber, wie die Natur die ehemaligen Industriebrachen innerhalb von wenigen Jahren wiedererobert hat.

Ausflug ins Land der Roten Erde

Gleich gegenüber von unserem Startpunkt am Bahnhof Belvaux-Soleuvre nehmen wir den Radweg, durchqueren den Beleser Kreisverkehr und fahren dann unter der Eisenbahnbrücke in die Rue de France. Genau an der Landesgrenze zu Frankreich beginnt der Radweg PC8, die „piste cyclable de la Terre Rouge“, die entlang der französischen Grenze von Beles nach Tetingen führt.

Am Beginn der Piste ist derzeit eine Baustelle. Mit einem Mountain-Bike dürfte die Schotterpister aber kein Hindernis darstellen. Längs der Grenze fahren wir an Esch-Belval vorbei in Richtung Esch. In der Minettemetropole angelangt führt der Weg an der „Place de la Résistance-Brill“ vorbei, weiter zur Rue d'Audun und zum Viertel „Hiehl“ in Richtung „Ellergronn".

Weiter auf der PC8 umfahren wir den Gaalgebierg, entlang des „Burbaacher Lach“ bis zur Waldschule. Ab hier wird der Weg etwas anstrengender, denn es geht bergauf zum „Heedfeldchen“, mit 416 Metern der höchste Punkt der Strecke.

Auf dem Weg nach Rümelingen führt die Tour zunächst am „Monument National des Mineurs“ und am „Musée des mines“ vorbei und dann durch Rümelingen nordwärts in Richtung Tetingen. An der Tetinger Pfarrkirche verlassen wir dann den PC8 und folgen der Langertengaass bis in das ehemalige Tagebaugebiet und die heutige Naturreserve „Haard“. Der Aufstieg über gut einen Kilometer auf einer unbefestigten Piste ist recht anstrengend aber nicht unüberwindbar. Oben angelangt laden zahlreiche Wege zu Erkundungsfahrten ein.

Der direkte Weg führt zur „Languecht“ ins „Bruchesdall“ und schließlich ins Düdelinger Viertel „Italien“, wo dann am Bahnhof „Dudelange Usines“ Endstation ist. Die Strecke misst knapp 29 Kilometer und ist in etwas mehr als zwei Stunden zu bewältigen. Kleiner Tip am Rande: Die Naturreserve „Haard“ bietet eine Reihe von schönen Aussichtspunkten, die zu einem Picknick in der Familie oder unter Freunden einladen.

Radfahren und Wellness

Für den zweiten Tag gilt es, Badesachen einzupacken, denn zum Abschluss dieser Tour wollen wir uns es uns im Strassener Wellness- und Erlebnisbad richtig gut gehen lassen. Über 38 Kilometer rund um die Hauptstadt erstreckt sich unsere zweite Etappe entlang der „DICI-Tour“, die der Verkéiersverbond gemeinsam mit den Gemeinden Bartringen, Hesperingen, Leudelingen, Luxemburg und Strassen ausgearbeitet hat. Von den 38 Kilometern sind immerhin 28 autofrei, die restlichen 10 verlaufen durch Mischverkehr. Der Rundweg verspricht ein abwechslungsreiches Panorama, vielfältige Natur und die Entdeckung von sicher noch unbekannten Ecken in der Nachbarschaft.

Wer sich mit dem Auto zum Startpunkt begeben will, kann dieses am Parkplatz von „Les Thermes“ in Strassen abstellen. Von dort aus geht es dann in Richtung Bartringen. Wer mit Zug anreist stößt am besten am Bahnhof Bartringen zur Strecke. Von hier aus geht es am Bartringer Friedhof vorbei nach Helfenterbrück und durch den schattigen „Ënneschte Bësch“ bis zum Schléiwenhaff und weiter nach Leudelingen und Cessingen. Über die Cloche-d'Or und am Gaspericher Tierasyl vorbei erreichen wir Howald. Durch den Wald am Gewerbegeebiet Howald entlang und weiter über das Fentinger Plateau geht bis zum Ortskern von Hesperingen. Hier stoßen wir auf die bei Radfahrern sehr beliebte Piste PC1, die uns bis zum hauptstädtischen Grund führt.

Hier nehmen wir den Aufzug in die Oberstadt und gelangen über den Boulevard Roosevelt durch den Stadtpark und über die Place de l'Etoile nach Belair. Weiter gehts am Belairer Friedhof entlang zum Gewerbegebiert „Bourmicht“ und schließlich zum Ausgangspunkt am Strassener Schwimmbad. Bei gemütlicher Fahrt ist die Strecke in weniger als drei Stunden zu bewältigen. Am Ende wartet dann eine Belohnung: Wellness und Entspannung im Erlebnisbad „Les Thermes“, das neben Schwimmbädern, Dampfbädern, Whirlpools und einer Riesenrutsche auch Massagen und Saunen anbietet.

Radfahren und … Kayak!

Der dritte Tag führt uns mit dem Zug in die Nordstadt Ettelbrück. Entlang der Sauer auf einer der schönsten und idyllischsten Radpisten des Landes wollen wir nach Echternach und weiter nach Wasserbillig. Auch an diesem Tag sollten Sie ihre Badesachen nicht vergessen, denn einen Teil der Strecke werden wir per Kayak zurücklegen.

Wir beginnen die Strecke am Bahnhof von Ettelbrück, überqueren die Alzette über die Eisenbahnbrücke am Ende der Bushaltestelle und gelangen so auf die Radpiste PC16. Weiter geht es durch abwechslungsreiche Landschaften weiter entlang der Sauer an Ingeldorf, Diekirch, Gilsdorf, Moestroff und Reisdorf vorbei bis nach Wallendorf.

Ab hier wollen wir unsere Räder für ein paar Stunden ruhen lassen und auf dem Wasserweg fortfahren. Zwei Anbieter bieten Kayakfahrten auf der Sauer an: das „Kayak Outdoor Center“ in Dillingen und „Ron's Bikes and Kayaks“ in Wallendorf-Pont. Die Abfahrt über 16 bis 18 Kilometer bis nach Echternach dauert rund drei Stunden. Der Preis liegt je nach Angebot bei zwischen 15 und 25 Euro pro Person.

In der Abteistadt Echternach bietet sich die Gelegenheit eine Pause einzulegen. In der Fußgängerzone etwa reihen sich die Gaststädten und Terrassen aneinander. Zurück zu den Fahrrädern geht es mit dem Bus, der Linie 500 in Richtung Ettelbrück.

Wer jetzt zu geschafft ist, um den Weg auf dem Fahrrad fortzusetzen, kann gleich in den nächsten Bus nach Ettelbrück steigen. Mit ausdrücklicher Erlaubnis des Fahrers und bei ausreichendem Platz im Gepäckfach können drei bis vier Fahrräder mit dem CFL-Überlandbus befördert werden. Im Fahrgastraum sind Fahrräder allerdings tabu.

Auf der Radpiste geht es an Echternach vorbei über Steinheim, Rosport, Hinkel, Born und Moersdorf nach Wasserbillig. Während der erste Teil der Strecke bis Echternach fast ausschließlich flach oder im leichten Gefälle verläuft, kommen hier nun vereinzelte kleinere Hügel auf die Radler zu. Dennoch bleibt die Strecke leicht und sehr angenehm zu fahren. Die Radstrecke beträgt insgesamt 56 Kilometer und ist bei gemütlicher Fahrt in dreieinhalb Stunden zu bewältigen.

Praktische Hinweise:

  • Dici-Tour

Dici steht für „Développment intercommunal coordonné et intégratif“ und ist eine Konvention der Süd-West Gemeinden Bartringen, Hesperingen, Leudelingen, Luxemburg und Strassen. Ziel ist es gemeindeübergreifend zu planen und gemeinsame, nachhaltige Lösungen auszuarbeiten. Die Dici-Tour schreibt sich in den Themenschwerpunkt „Mobilität und Verkehr“ ein und verknüpft die Radwege der Gemeinden um langfristig ein Umdenken zum „Langsamverkehr“ bei den Bürgern herbeizuführen.

Den Plan zur Dici-Tour gibt es bei den teilnehmenden Gemeinden. Darauf sind auch insgesamt 17 Restaurants entlang der Strecke eingetragen, die zu einem Pausenstopp einladen. Die Karte kann aber auch als PDF-Dokument aus dem Internet geladen werden (http://bit.ly/dicitour).

  • Kayak auf der Untersauer

Die zwei Kayak- und Kanu-Anbieter an der Untersauer führen ein reichhaltiges Angebot an Bootsfahrten, das vom Einzel-Kayak bis zur Rafting-Tour reicht. Da täglich nur eine gewisse Zahl an Kayaks und Kanus vermietet werden darf, lohnt es sich zu reservieren oder die Tour zeitig zu beginnen.

  • Kayak Outdoor Center:

10, rue de la Sûre

Dillingen

Tel.: 86 91 39

www.outdoorfreizeit.lu

  • Ronn's Bikes and Kajaks

Camping du Rivage

7 rte d'Echternach

Wallendorf-Pont

Tel:836515

www.wallendorf-kajaks.de

  • Kleiner Tipp am Rande:

Wer sich unterwegs verliert oder etwa nach einer Abkürzung sucht, sollte sich die „geoportail.lu“-Smartphone-App zu nutze machen. Die Karten sind sehr präzise und verfügene über verschiedene Ebenen. Die Ebene „Tourisme“ zeigt eine Vielzahl von offiziellen Fahrrad- und Wanderwegen an.

  • Nützliche Links:

www.mobiliteit.lu

www.velospisten.lu

www.lvi.lu

www.cycleluxembourg.lu