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Up! - Universität Luxemburg geht in die Luft
Lokales 2 Min. 22.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Up! - Universität Luxemburg geht in die Luft

Das Team von Wings for Science, Clémentine Bacri undt Adrien Normier

Up! - Universität Luxemburg geht in die Luft

Das Team von Wings for Science, Clémentine Bacri undt Adrien Normier
Foto: © Wings For Science
Lokales 2 Min. 22.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Up! - Universität Luxemburg geht in die Luft

„Wings for Science“ heißt der kleine Flieger, der in den nächsten Tagen über der Stadt Luxemburg seine Runden drehen wird. Nicht prosaisches Sightseeing ist sein Ziel, sondern Luftaufnahmen für die Universität Luxemburg zur Erstellung eines digitalen 3D-Modells.

(C./mk) - Den prophetischen Namen „Wings for Science“ trägt der kleine Flieger, der in den nächsten Tagen über der Stadt Luxemburg seine Runden drehen wird. Nicht prosaisches Sightseeing ist sein Ziel, sondern Forschungsarbeit für die Universität Luxemburg.

Für das wissenschaftliche Projekt werden Luftaufnahmen der Hauptstadt aufgenommen, dank derer die Forscher dann ein digitales 3D-Modell erstellen. Die Arbeiten sollen beispielsweise dabei helfen, die Entwicklung von Städten besser zu verstehen, können künftig aber auch die Stadtplanung erleichtern.

Mit einer Spezialausrüstung wird das „Wings for Science“-Team tausende Fotos aus verschiedenen Winkeln und drei unterschiedlichen Höhen - 2500, 1000 und 500 Fuß resp. 762, 304 und 152 Metern - aufnehmen. Dank Geotags können Geoffrey Caruso, Professor für geografische Analyse, und der Kartograph Gilles Caspar diese analysieren und daraus ein digitales dreidimensionales Modell von Luxemburg konstruieren.

„Geotagging lässt sich in etwa mit der Funktion 'Ort hinzufügen' beim Fotografieren mit einem Smartphone vergleichen. Jedes vom Flugzeug aufgenommene Foto wird also mit einer Ortsangabe versehen. Im heimischen Labor können wir dann tausende Fotos übereinander legen und so ein 3D-Modell erstellen“, erklärt Caruso, der an der Universität Luxemburg im Bereich Geographie und Raumplanung forscht.

Das Geographische Informationssystem (GIS) für Luxemburg wird so um eine neue Dimension erweitert. Die verschiedensten geographischen Informationen fließen in das GIS ein und ermöglichen eine effektive Visualisierung von Raumdaten. Dies unterstützt die Forscher bei der Untersuchung etwa der räumlichen Statistik, der Stadtökonomie, Raumnutzungsmustern oder der Urbanisierung.

Wertvolle Informationen für weitere Projekte

Professor Caruso erklärt: „Nach seiner Fertigstellung wird uns das 3D-Modell von Luxemburg als maßgebliches Forschungs- und Lehrinstrument dienen. Im Rahmen eines unserer neuen Forschungsprojekte untersuchen wir, wie sich die Stadtstruktur auf die Umweltverschmutzung auswirkt. Dabei sind dreidimensionale Informationen von unschätzbarem Wert, prinzipiell sind die Anwendungsmöglichkeiten jedoch unbegrenzt.“

Studierende können u.a. das Modell dazu nutzen, um mögliche Verkehrssimulationen visuell darzustellen, zu messen, wie die Wahrnehmung der Bevölkerungsdichte die Wohnortwahl beeinflusst, die Wechselwirkung zwischen Raumnutzung und Verkehr im städtischen Wohnumfeld zu simulieren oder alternative Planungsprojekte zu beurteilen.

Tag der offenen Tür am 1. Juni und Welt-Tour

Am 1. Juni bricht „Wings for Science“ von Luxemburg aus im Auftrag anderer Universitäten und Forschungsinstitutionen zu einer Welt-Tour für die Wissenschaft auf. In Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen „Aéro Sport General Aviation Club“ und der „Luxembourg Flight Training Academy“ lädt das Flugteam deshalb am 1. Juni zwischen 10 und 20 Uhr zum Tag der offenen Tür in den Hangar und das Clubhouse ein (Parkplatz „Aviation Générale“, Route de Trèves in Luxemburg-Findel).

Auf der Internetseite und auf Facebook unter www.facebook.com/wingsforscience kann man die "Wings for Science World Tour" mitverfolgen, einen Flugsimulator ausprobieren oder interaktive Karten und Videos ansehen.

„Wings for Science“ ist eine gemeinnützige Forschungsgruppe. Projekte sind u.a. die Luftbildarchäologie, Solarwetterballons oder die 3D-Modellierung der Vulkane Stromboli, Vulcano, Yenkahe und Yasur.