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Unterschlagen, aber als gestohlen gemeldet
Das Urteil ergeht am 4. Oktober.

Unterschlagen, aber als gestohlen gemeldet

Foto: Pierre Matgé
Das Urteil ergeht am 4. Oktober.
Lokales 2 Min. 20.09.2018

Unterschlagen, aber als gestohlen gemeldet

Er hatte seinen geleasten Wagen als gestohlen gemeldet, tatsächlich hatte er ihn aber nach Portugal bringen lassen. Nun droht einem Mann und dessen Sohn eine Verurteilung.

(SH) - Ein im September 2011 gemeldeter Autodiebstahl entpuppte sich ein paar Monate später als versuchte Unterschlagung. Für den Melder könnte dies nun böse Folgen haben: Er musste sich vor Gericht verantworten und riskiert eine 18-monatige Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Sein Sohn, der der Verhandlung nicht beiwohnte, muss sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung und eine Geldbuße befürchten.

Der Mann hatte sowohl bei der Polizei als auch bei einer Versicherungsgesellschaft angegeben, dass der BMW X5 – geleast von einer Firma, die ein Jahr nach dem Vorfall Konkurs gemacht hat und deren Eigentümer der Hauptangeklagte war – Ende September 2011 in Differdingen entwendet worden war.

Ein paar Monate später meldete sich die Ex-Frau des Hauptangeklagten bei einem Bekannten und teilte diesem mit, dass sich der Wagen in Portugal befinde, geparkt und mit einer Plastikplane abgedeckt. Der Bekannte verständigte die Polizei und weitere Ermittlungen ergaben, dass an dem Wagen keine Einbruchsspuren festzustellen waren – und dass er nur fünf Kilometer vom Wohnort des Bruders des Melders, sowie 30 Kilometer von jenem der Ex-Frau entfernt abgestellt worden war.

Widersprüche

Der Hauptangeklagte verstrickte sich anschließend in Widersprüche. Hatte er zunächst noch behauptet, dass der Wagen in Differdingen entwendet worden war, so gab er in einer weiteren Vernehmung an, dass das Auto in Portugal gestohlen worden war.

Sein Sohn soll mit dem Wagen in den Urlaub gefahren sein. In Lissabon soll das Fahrzeug dann verschwunden sein. Dies würde zumindest erklären, warum die Ermittler am Auto Fingerabdrücke des Sohnes fanden.

Ein volles Geständnis legte der Angeklagte jedoch auch vor Gericht nicht ab. Vielmehr erzählte er den Richtern, seine Ex-Frau habe dies alles inszeniert, um sich an ihm zu rächen.

Dieser Aussage schenkte der Vertreter der Staatsanwaltschaft keinen Glauben. Dennoch sprach er von einem Teilgeständnis, durch das nicht nur der Vertrauensmissbrauch gegeben sei, sondern auch die Dokumentenfälschung und die Verwendung der gefälschten Dokumente in betrügerischer Absicht.

Der Beschuldigte habe gewusst, dass der Wagen nicht gestohlen worden war, dennoch habe er dies bei der Polizei angegeben und die ihm ausgehändigten Dokumente dann benutzt, um keine Monatsraten mehr zahlen zu müssen und einen Anspruch auf eine Entschädigung geltend zu machen. Dies alles, weil er finanzielle Probleme gehabt hätte. Schuldig hätte sich jedoch nicht nur der Hauptangeklagte gemacht, sondern auch dessen Sohn.

Das Urteil ergeht am 4. Oktober.