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Unterirdischer Abwasserkanal: Eineinhalb Jahre zu spät
Lokales 2 Min. 31.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Unterirdischer Abwasserkanal: Eineinhalb Jahre zu spät

Die Kläranlage in Beggen ist an der Belastungsgrenze.

Unterirdischer Abwasserkanal: Eineinhalb Jahre zu spät

Die Kläranlage in Beggen ist an der Belastungsgrenze.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 31.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Unterirdischer Abwasserkanal: Eineinhalb Jahre zu spät

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Vortrieb der unterirdischen Verbindung zwischen den Kläranlagen Bonneweg und Beggen kann dieses Jahr wohl nicht mehr abgeschlossen werden.

(jag) - Es ist ein gigantisches Projekt, an dem seit Jahren unter der Stadt gebuddelt und gebohrt wird und von dem an der Oberfläche fast nichts zu sehen ist. Ein 6,15 Kilometer langes, zwei Meter dickes Rohr soll die inzwischen geschlossene Kläranlage in Bonneweg mit jener in Beggen verbinden. Dadurch sollte sichergestellt sein, dass die Abwässer aus den südlichen Vierteln Cents, Bonneweg, Hamm, Pulvermühl und Gasperich-Süden der Stadt Luxemburg konform zu den europäischen Regeln geklärt werden.

In Bonneweg war dies vor allem wegen des unzureichenden Abbaus der Nitrate nicht mehr möglich. Weil dies zu hohen Strafgeldern führte, beschloss man den Ausbau dieses Abwasserkollektors und anschließend den der Beggener Kläranlage. Nun aber ist das gesamte Projekt kräftig in Verzug geraten: „Ich muss gestehen, dass wir weit hinter dem Zeitplan liegen“, so Stadtschöffin Simone Beissel.

Provisorische Lösung war Glücksgriff

„Eigentlich sollte der neue, definitive Kanal bereits Anfang dieses Jahres fertiggestellt sein.“ Mit der Einweihung vor den Kommunalwahlen wird es aber wohl nichts. „Wir rechnen jetzt eher mit einem Abschluss bis Herbst 2018.“ Dissonanzen mit Unternehmer Patrick Licker, verantwortlich für die Abwasserabteilung der Stadt Luxemburg, spricht von „Dissonanzen“ mit dem zuständigen deutschen Unternehmen. „Wir sind der Meinung, die könnten einige Meter am Tag mehr schaffen.“

Das Unternehmen spricht seinerseits von sehr schwierigen geologischen Bedingungen, „die es unmöglich machen würden, den Zeitplan einzuhalten.“ Sandstein und Lehmschichten würden sich abwechseln, die Arbeit unter Tage sei kompliziert. Laut Licker gebe es aber nicht das eine, große Problem, sondern eine Vielzahl an kleineren Schwierigkeiten. Es musste teilweise umgeplant werden, um Sofortmaßnahmen umzusetzen, hinzu kamen witterungsbedingte Probleme.

Schwierige Bedingungen

Fest steht, dass die längere Frist auch die Kosten in die Höhe treiben wird. „Über Geld haben wir noch gar nicht geredet“, so Licker. Zum Glück hatte man sich bereits im Vorfeld für eine schnelle Übergangslösung entschieden. Seit Juni 2016 werden die Abwässer nämlich über eine Pumpstation im Petrusstal durch den sogenannten Aquatunnel unterirdisch zum alten Kollektor und anschließend zur Kläranlage Beggen weitergeleitet. So konnte zumindest ein Teil der anfallenden Strafgelder vermieden werden.

Erst wenn auch die Kläranlage in Bleesbrëck ausgebaut wird, werden sämtliche Strafgelder entfallen. Dies dürfte angesichts der anstehenden Arbeiten dort nicht vor 2019 der Fall sein. Ist der Anschluss an die Beggener Kläranlage erstmal fertiggestellt, steht dort allerdings schon der nächste Ausbau an. Mit 210 000 Einwohnergleichwerten läuft die Anlage zurzeit an der Kapazitätsobergrenze.


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