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Unterführung wird am Sonntag unter Bahnstrecke geschoben

Unterführung wird am Sonntag unter Bahnstrecke geschoben

Foto: Lynn Theisen
Lokales 3 Min. 27.03.2018

Unterführung wird am Sonntag unter Bahnstrecke geschoben

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Vom 14. September an soll der Verkehr im Schifflinger Zentrum durch die neue Unterführung fließen. Am Ostersonntag wird deren Betonstruktur unter die Gleise geschoben. Dafür wird auf eine, zumindest in Luxemburg, neue Technik gesetzt.

„Es ist kein Aprilscherz“, versicherte am Dienstag der Schifflinger Bürgermeister Paul Weimerskirch, als er ankündigte, dass die Betonunterführung am 1. April unterhalb der Zugstrecke, in Höhe der Haltestelle, durchgeschoben wird.

Dafür wird auf eine Technik gesetzt, die zum ersten Mal in Luxemburg angewendet wird. Die Unterführung, eine viereckige tunnelartige Betonkonstruktion, steht bereits fertiggestellt unterhalb der Schienen.

Am Ostersonntag wird diese 1 400 Tonnen schwere Betonstruktur unter die Bahnstrecke geschoben.
Am Ostersonntag wird diese 1 400 Tonnen schwere Betonstruktur unter die Bahnstrecke geschoben.
Foto: Lynn Theisen

Die Hebevorrichtung der Unterführung wendet das Prinzip des Hovercrafts an. Mit Luftkraft wird die 1 400 Tonnen schwere Betonstruktur um einige Zentimeter gehoben. Die sozusagen schwebende Unterführung wird dann unterhalb der Zugstrecke gedrückt. „Wir haben dann einen Reibungseffekt von weniger als einem Prozent“, erklärt CFL-Projektleiter Thierry Di Palma.

Das erlaube es, die Struktur relativ schnell zu drücken. Etwa eine halbe Stunde Zeit wird notwendig sein, um die Struktur 30 Meter zu verschieben.

Neu in Luxemburg, nicht im Ausland

Auch wenn die Technik in Luxemburg neu sei, im Ausland sei sie gängig, erklärt er weiter. Die zuständige Firma habe bereits über 600 Aufträge mit dieser Technik bewältigt. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird am Donnerstag die Technik von A bis Z getestet.

Inbetriebnahme am 14. September

Ist die Betonstruktur an ihren Ort geschoben, müssen die zuvor abgetragenen Zugschienen wieder installiert werden. „Das ist das, was am meisten Zeit in Anspruch nimmt“, so Di Palma weiter. Danach kann der eigentliche Straßenbau in Angriff genommen werden.

Eröffnen soll die neue Rue de Drusenheim, die das Schifflinger Zentrum durch die Unterführung mit dem Kreisverkehr bei der Tankstelle verbinden wird, am 14. September. An diesem Tag sollen auch die zwei Bahnschranken im Ortszentrum definitiv geschlossen bleiben.

Die Ingenieure haben am Ostersonntag nur eine Fehlertoleranz von einem Zentimeter.
Die Ingenieure haben am Ostersonntag nur eine Fehlertoleranz von einem Zentimeter.
Foto: Lynn Theisen

Die dritte Bahnschranke, bei der Schifflinger Industriebrache, wird voraussichtlich am 27. Oktober definitiv geschlossen. Dies, weil erst dann die Überführung für Fußgänger, etwa 200 Meter von der Bahnschranke entfernt, fertiggestellt sein wird.

Diese Zeit werde es erlauben, erste Schlüsse aus der neuen Verkehrssituation zu ziehen, so Bürgermeister Paul Weimerskirch. Während seiner Rede kündigte er an, betreffend dieser Schrankenschließung im Gespräch mit dem Nachhaltigkeitsministerium bleiben zu wollen. Denn die zukünftige Nutzung der Industriebrache müsse auch berücksichtigt werden.


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Haltestelle wird modernisiert

Neben der Unterführung wird derzeit die Erneuerung der Haltestelle vorangetrieben. Diese Arbeiten sollen gegen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dabei werden unter anderem die Bahnsteige verlängert, dies, um längere Züge einsetzen zu können.

„Es wird sich derzeit viel beklagt, dass Züge nicht pünktlich, überfüllt sind oder ganz ausfallen“, so Infrastrukturminister François Bausch. Diese Klagen seien berechtigt. Deshalb würde die Regierung massiv in das CFL-Netz investieren. Zwischen 2013 und 2023 würden 3,9 Milliarden Euro ausgegeben. Neben den Großprojekten, wie dem Ausbau der Bahnhofes der Stadt Luxemburg und der neuen Bahnstrecke zwischen Bettemburg und Luxemburg, tragen auch die Arbeiten in Schifflingen dazu bei, die gesamte Situation des Schienennetzes zu verbessern, so Bausch. Dies in Bezug auf die Kapazität, aber vor allem auch auf die Sicherheit.

Fahrradweg entlang der Gleise

Er befürwortete auch das Projekt, entlang den Gleisen eine Radbahn zu errichten. „67 Prozent der Strecken, die kürzer als fünf Kilometer sind, werden mit dem Auto zurückgelegt. Hier besteht großes Verbesserungspotenzial“. Weiter vorgesehen ist auch der Bau einer Schallschutzmauer entlang der Bahnstrecke. Während Vorbereitungsarbeiten bereits getätigt wurden, soll deren eigentlicher Bau im Herbst beginnen und bis Juni 2019 dauern.

Weiter vorgesehen ist eine Unterführung für Fußgänger, die die Siedlungen Op Soltgen und Op Huddelen verbinden wird. Insgesamt werden 43 Millionen Euro investiert, wovon die Gemeinde sieben Millionen Euro übernimmt.

Paul Weimerskirch vergaß auch nicht, die Arbeit zu unterstreichen, die in dieser Angelegenheit von seinem Vorgänger Roland Schreiner getätigt wurde.


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