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Unter dem Knuedler : Neue archäologische Funde
Lokales 15 13.10.2016

Unter dem Knuedler : Neue archäologische Funde

Viele Antworten auf ihre Fragen finden die Archäologen unter dem Knuedler.

Unter dem Knuedler : Neue archäologische Funde

Viele Antworten auf ihre Fragen finden die Archäologen unter dem Knuedler.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 15 13.10.2016

Unter dem Knuedler : Neue archäologische Funde

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Auf der Baustelle der Tiefgarage „Knuedler“ im Zentrum der Hauptstadt sind die Archäologen in den vergangenen Wochen auf neue Funde gestoßen. Am Donnerstag wurden erste Ergebnisse der Ausgrabungen präsentiert.

(rr) - Überreste einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert und einer Krypta sowie mehrere Gräber wurden bei den Arbeiten auf der Baustelle der Tiefgarage "Knuedler" in der Hauptstadt gefunden. Guy Arendt, Staatssekretär im Kulturministerium, und die Verantwortlichen des "Centre national de recherche archéologique" präsentierten am Donnerstag erste Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen.

Wichtige wissenschaftliche Fragen beantwortet

Zufriedene Gesichter gab es bei der Präsentation. Zum einen, weil die Bauarbeiten an der Tiefgarage durch die Funde nicht beeinträchtigt werden, zum anderen, weil wichtige wissenschaftliche Fragen beantwortet werden konnten.

Gefunden wurden unter dem Knuedler der Grundbau der Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert, die parallel zur Rue Notre-Dame errichtet worden war. Entdeckt wurden auch Stufen einer Wendeltreppe, die wahrscheinlich zu einer Krypta auf der Ebene des Chorraumes der Kirche führte. Die Existenz dieser Krypta war bis dato unbekannt.

In der Verlängerung des Chorraums aus dem 13. Jahrhundert liegt die Peter Mansfeld-Kapelle, die zu dessen Lebzeiten errichtet worden war. Auf Überreste dieser Kapelle, die sich zur Hälfte unter dem ehemaligen Lassner-Gebäude befindet, waren die Arbeiter vor ein paar Wochen gestoßen.

Jeder Stein bringt neue Erkenntnisse"

Zum Vereinshaus hin wurden Gewölbe gefunden, die darauf hindeuten, dass der Chorraum höher war als der Rest der Kirche, so die Archäologin Christiane Bis.

Mitte des 13. Jahrhunderts befanden sich auf dem heutigen 
Knuedler ein Franziskanerkloster und eine Kirche. Nach einem Brand und einem Sturm wurden im 17. Jahrhundert ein neues Kloster und eine neue Kirche an dieser Stelle errichtet. Die Archäologen haben jetzt zwei Grabstellen entdeckt, die letztgenannter Kirche zugeordnet werden.

Gefunden wurden bei Probebohrungen im ehemaligen Franziskanerkloster unter anderem Reste von Putz mit farbigen Verzierungen und Vergoldungen sowie farbige glasierte Bodenfliesen. Zu klären bleibt, ob die Kirche zwei- oder dreischiffig war.

Auf wenigen Zentimetern viel gefunden

„Jeder Stein bringt neue Erkenntnisse“, sagt Christiane Bis, die im Übrigen nicht wirklich erstaunt ist über die Funde. „Spannend ist es aber trotzdem zu sehen, dass an den Orten, wo schon viel gearbeitet wurde, auf wenigen Zentimetern noch so viel gefunden wird.“


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