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“Unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlt”
Lokales 3 Min. 15.03.2012

“Unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlt”

Mehrere Resistenzorganisationen waren mit ihren Fahnen vertreten.

“Unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlt”

Mehrere Resistenzorganisationen waren mit ihren Fahnen vertreten.
Foto: Raymond Schmit
Lokales 3 Min. 15.03.2012

“Unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlt”

Auch fast 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Opfer der luxemburgischen Widerstandskämpfer nicht vergessen. Im Rahmen des nationalen Resistenztags am Sonntag in der Hauptstadt wurde an sie erinnert.

Auch fast 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Opfer der luxemburgischen Widerstandskämpfer nicht vergessen. Im Rahmen des nationalen Resistenztags am Sonntag in der Hauptstadt wurde an sie erinnert. Wie bei dieser Gelegenheit betont wurde, widersetzten sie sich einem übermächtigen Gegner mit bescheidenen Mitteln. Viele von ihnen mussten ihren Mut mit dem Tod bezahlen. Wiederholt wurde im Rahmen der Gedenkfeier darauf hingewiesen, dass sie damit einen Beitrag zur Wiederherstellung der Demokratie leisteten, und dass wir es ihnen zu verdanken haben, dass Luxemburg seit annähernd 70 Jahren in Frieden und Freiheit leben kann.

Der nationale Resistenztag wurde 1997 aufgrund einer Entscheidung des nationalen Resistenzrats eingeführt. Vorher wurde jedes Jahr die so genannte Hinzerter Messe gefeiert. Erinnert wird an diesem Tag, der vom “Comité directeur pour le souvenir de la Résistance” organisiert wird, an die 23 Chefs der Widerstandsbewegungen, die am 25. Februar 1944 in einem Wald in der Nähe von Hinzert hingerichtet wurden, aber auch an die Streikopfer, die nach dem Generalstreik vom 30. August im September 1942 beim SS-Sonderlager Hinzert ermordet wurden. Daneben wird all der Toten aus dem Widerstand gedacht, die in anderen Konzentrationslagern, Gefängnissen und Umsiedlungslagern ihr Leben für die Heimat gaben.

Messe in der Glacis-Kapelle

Der Gedenktag begann mit einer Messe, die in der Glacis-Kapelle gefeiert wurde. Zelebriert wurde sie von Erzbischof Jean-Claude Hollerich, assistiert von Abbé Patrick Muller. An dem Gottesdienst nahmen Parlamentspräsident Laurent Mosar und Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres als Vertreterin der Regierung teil. Außerdem begrüßte Abbé Patrick Müller die Vertreter der verschiedenen Resistenzorganisationen, des Fördervereins Hinzert sowie der jüdischen und der evangelischen Gemeinden. Er betonte, dass es eine Pflicht sei, die Erinnerung an die Ereignisse während des Zweiten Weltkrieges aufrecht zu erhalten.

Auch in Zukunft dürften sie nicht vergessen werden.

Bischof Jean-Claude Hollerich erinnerte seinerseits in seiner Predigt an diejenigen, die ihr Leben für die Freiheit und die Heimat opferten. Sie hätten unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlt. Deshalb müssten wir ihnen dankbar sein. Weiter wies Mgr. Jean-Claude Hollerich darauf hin, dass der Preis für die Freiheit und den Aufbau des Wohlstands von Luxemburg teuer war. Es sei nicht einfach gewesen, sich dem Nazi-Terror zu widersetzen. Dazu sei viel Mut erfordert gewesen. Die Luxemburger seien sich auch bewusst gewesen, was es bedeutete, verfolgt zu werden.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche Luxemburgs forderte alle auf, sich für die Freiheit einzusetzen, so wie das luxemburgische Volk es während des zweiten Weltkriegs tat. Gesanglich und musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von der “Chorale des exilés” unter der Leitung von Gérard Schmit und Edmond Faber an der Trompete.

Gedenkfeier beim Hinzerter Kreuz

Nach der Messe begab sich ein Festzug, angeführt von der Militärmusik unter der Stabführung von Cpt. Jean-Marie Thoss, zum Hinzerter Kreuz auf dem Liebfrauenfriedhof. Dort sprachen Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Pastor Volker Strauss von der evangelischen Gemeinde und Großrabbiner Alain Nacache ein Gebet. Anschließend trugen vier Schüler der International School of Luxembourg besinnliche Texte zum Thema Resistenz vor.

Blumen wurden niedergelegt stellvertretend für die Abgeordnetenkammer von Parlamentspräsident Laurent Mosar, im Namen der Regierung von Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres, stellvertetend für die Stadt Luxemburg die Schöffin Colette Mart sowie von mehreren Resistenzorganisationen.

Nach der Blumenniederlegung erinnerte der Präsident des “Comité directeur pour le souvenir de la Résistence”, Albert Hansen, an den Mut der Widerstandskämpfer, von denen sich viele jahrelang gegen die deutschen Besatzer wehrten, aber auch an diejenigen, die monate- und jahrelang in Konzentrationslagern und Gefägnissen saßen. Mit dieser Feier wolle man darauf hinweisen, dass ein demokratischer Staat keine Selbstverständlichkeit sei. Albert Hansen forderte alle dazu auf, sich im Alltag dafür einzusetzen, dass der Staat demokratisch und die Freiheit erhalten bleibt.

Nach dem Absingen der ersten Strophe der Nationalhymne wurde die Gedenkfeier abgeschlossen mit dem traditionellen Rundgang an den Gräbern der Opfer vorbei.