Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Unité de sécurité" in Dreiborn: Ombudsman: „Unterbringung muss zeitlich begrenzt sein“
René Schlechter fordert einen genauen legalen Rahmen für die Sicherheitseinheit.

"Unité de sécurité" in Dreiborn: Ombudsman: „Unterbringung muss zeitlich begrenzt sein“

Foto: Anouk Antony
René Schlechter fordert einen genauen legalen Rahmen für die Sicherheitseinheit.
Lokales 28.04.2015

"Unité de sécurité" in Dreiborn: Ombudsman: „Unterbringung muss zeitlich begrenzt sein“

Das „Ombudscomité fir d'Rechter vum Kand“ (ORK) fordert seit Jahren, dass die jugendlichen Straftäter in einer eigenen Anstalt untergebracht werden. Die Einsperrung in der "Unité de sécurité" in Dreiborn müsse jedoch nach klaren Regeln stattfinden und zeitlich begrenzt sein, so Schlechter.

(asc) - Das „Ombudscomité fir d'Rechter vum Kand“ (ORK) fordert seit Jahren, dass die jugendlichen Straftäter nicht zusammen mit erwachsenen Häftlingen im Gefängnis in Schrassig untergebracht werden, sondern in einer eigenen Anstalt.

Eine Arbeitsgruppe analysiert zurzeit im Rahmen der Überarbeitung des Jugendschutzgesetzes auch die Haftbedingungen in der Erziehungsanstalt für jugendliche Straftäter in Dreiborn. „Zu den Themen, mit welchen sich diese Arbeitsgruppe befasst, gehört auch die ,Unité de sécurité'“, sagt Ombudsman René Schlechter.

Das Großherzogtum benötige eine solche geschlossene Einheit zur Unterbringung von jugendlichen Straftätern. „Die Leute des Ombudscomités sind sich bewusst, dass bestimmten jugendlichen Straftätern während einer bestimmten Zeit ihre Freiheit entzogen werden muss. Allerdings möchten wir, dass dies innerhalb eines gesetzlichen Rahmens geschieht“, betont Ombudsman René Schlechter gegenüber dem „Luxemburger Wort“. Dem zur Folge dürften Jugendliche dort nur unter ganz bestimmten Bedingungen und für eine begrenzte Zeit untergebracht werden. Auch dürfe die „Unité de sécurité“ immer nur die letzte Option sein, wenn alle anderen Alternativen ausgeschöpft wurden.

„Missbrauch und Willkür vermeiden“

In seiner im September vergangenen Jahres veröffentlichten Stellungnahme zum Gesetzesprojekt und den Reglementen bezüglich der „Unité de sécurité“ in Dreiborn weist das „Ombudscomité“ daraufhin, dass im Gesetz und dem großherzoglichen Erlass „die notwendigen Barrieren eingebaut werden müssen, um etwaige Missbräuche und Willkür zu verhindern“. Bemängelt wird auch, dass die Gesetzesvorlage keinen oder nur wenig Aufschluss über die erzieherischen Werte sowie die pädagogischen und therapeutische Herangehensweise innerhalb der Erziehungsanstalt und der Unité de sécurité liefere.