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„Ungewissheit und Hoffnung“
Kinder in der Region müssen am meisten leiden.

„Ungewissheit und Hoffnung“

AP
Kinder in der Region müssen am meisten leiden.
Lokales 2 Min. 15.03.2012

„Ungewissheit und Hoffnung“

“Die Lage ändert sich von Stunde zu Stunde, nichts ist sicher, nicht ist mehr klar”, erklärt Jean-Louis Lambert am Freitagnachmittag gegenüber wort.lu. Er und seine Frau gehören zu mehreren Elternpaaren aus Luxemburg, die Waisenkinder aus Haiti adoptieren wollen. Die Kinder haben das Beben überlebt – dennoch bleibt die Ungewissheit.

„Die Lage ändert sich von Stunde zu Stunde, nichts ist sicher, nicht ist mehr klar”, erklärt Jean-Louis Lambert am Freitagnachmittag gegenüber wort.lu. Er und seine Frau gehören zu mehreren Elternpaaren aus Luxemburg, die Waisenkinder aus Haiti adoptieren wollen. Alles schien soweit geregelt. Nur noch ein Stapel Papier trennte die Familien von ihren Wunschkindern. Doch nach dem Erdbeben bleiben nur Ungewissheit und Hoffnung.

“Drei Tage haben wir mit unserem künftigen Adoptivkind verbracht”, erklärt Jean-Louis Lambert. “Es waren schöne Tage, alles hat wunderbar geklappt.” Dann wurden die Eltern noch einmal für eine Unterschrift vor einen Richter bestellt. Es sollte eine Frage von Tagen sein, bis die Warterei ein Ende haben sollte und die Eltern die Adoptivkinder mit in ein neues Zuhause nehmen könnten.

Doch nun ist der Richter tot. Haiti ist ein Katastrophengebiet. Die Verwaltungen sind inexistent. “Aber den Kindern geht es gut”, betont Jean-Louis Lambert. Erleichterung und Hoffnung sind seiner Stimme deutlich anzuhören. Das Waisenhaus wurde bei dem Erdbeben verschont.

Kinder sind wohlauf

“Die Heimleiterin hat uns eine E-Mail geschrieben”, erzählt Lambert weiter. “Sie hat uns gesagt, wir sollen alles unternehmen, um die Kinder nach Luxemburg zu holen. Durch die Erdbebenkatastrophe seien jetzt viel mehr Kinder im Waisenheim. Es fehle an Betten, Nahrung und Trinkwasser.”

In ihrem Schreiben riet sie den Eltern, sie sollten sich um ein “humanitäres Visa” für die Kinder bemühen. Doch wer ein solches Visa ausstellt und wie das nun mit dem nicht mehr existenten haitianischen Verwaltungsapparat von statten gehen soll, ist mehr als unklar.

Am frühen Nachmittag haben die besorgten Familien dann eine E-Mail erhalten aus der hervorgeht, dass die niederländische Regierung Waisenkindern ein „humanitäres Visum“ ausgestellt hat – ein Funke Hoffnung.

Hoffen auf Eingreifen der Großherzogin

„Wir haben uns zuerst an das Rote Kreuz gewendet“, erklärt Jean-Louis Lambert. „Doch dort konnte man uns nicht helfen. Die Situation sei derzeit sehr kompliziert, hieß es. Die Eltern in spe erwarten viel von einem Gespräch mit Kooperationsministerin Marie-Josée Jacobs, das für Montag angesetzt ist.

Hoffnung setzen sie auch auf die Großherzogin, der sie am Freitagnachmittag einen Brief geschrieben haben. Sie hoffen auf einflussreiche Unterstützung bei der Suche nach einer schnellen Lösung.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, betont Lambert. „Jede halbe Stunde ändert sich die Situation. Was bleibt ist Ungewissheit und Hoffnung.“