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Und was studierst du?
Lokales 7 Min. 11.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Acht Studenten berichten von ihrem Studium

Und was studierst du?

Geschichte? Chemie? Mathematik? Die Wahl eines geeigneten Studienganges fällt angehenden Hochschülern nicht unbedingt leicht. Was man in welchem Fach konkret lernt, erzählen acht Studierende im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort".
Acht Studenten berichten von ihrem Studium

Und was studierst du?

Geschichte? Chemie? Mathematik? Die Wahl eines geeigneten Studienganges fällt angehenden Hochschülern nicht unbedingt leicht. Was man in welchem Fach konkret lernt, erzählen acht Studierende im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort".
dpa-tmn
Lokales 7 Min. 11.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Acht Studenten berichten von ihrem Studium

Und was studierst du?

Geschichte? Architektur? Oder doch lieber Medizin? Die Wahl eines geeigneten Studiums fällt vielen angehenden Hochschülern schwer. Doch was beinhalten die einzelnen Fächer überhaupt? Wir haben acht Studenten gebeten, uns von ihrem Studium zu erzählen.

Gilles Rauen, 
Chemiestudium

„Ich habe mich erst im Laufe meines Abschlussjahres für ein Chemie-Studium entschieden. Ich wollte unbedingt in Deutschland studieren, weil das Niveau der Universitäten für Naturwissenschaften dort insgesamt recht hoch ist und bin dann in Freiburg gelandet. Es ist ein interessantes Fach, was meiner Meinung nach auch eine gute Zukunftsperspektive bietet. Allerdings ist es auch ein Studium, das recht viel Arbeit erfordert. Ich bin mittlerweile im dritten Semester und habe immer noch Spaß daran, weil ich ein konkretes Ziel vor Augen habe: später mal Lehrer zu werden. Das ist natürlich nicht der einzige Beruf, den man mit einem abgeschlossenen Chemiestudium ausüben kann, auch in der Forschung und Industrie ist die Nachfrage im Moment recht hoch. Es wird bei der Chemie natürlich nicht nur großen Wert auf die Theorie, sondern auch auf die Praxis gelegt. Diese ist mit vielen Praktika verbunden, die teils auch in den Semesterferien stattfinden. Man lernt viel über die verschiedenen Bereiche der Chemie – Organische, Anorganische und Physikalische Chemie – aber auch Mathematik und Physik gehören zum Lernprogramm. Chemie ist ein zeitaufwendiges Studium, daher sollte man natürlich Interesse und Spaß am Fach mitbringen. Aber es ist auch wichtig, dass man sich in seiner Studentenstadt wohlfühlt und zwischendurch auch mal den Kopf freikriegt, damit man mit neuer Energie ans Studium herangehen kann.“

Gilles Rauen studiert Chemie in Freiburg.
Gilles Rauen studiert Chemie in Freiburg.

Tina Neuman, 
Studium der klassischen Philologie

Tina Neuman studiert klassische Philologie in Straßburg.
Tina Neuman studiert klassische Philologie in Straßburg.

„Ich studiere klassische Philologie in Straßburg, aktuell absolviere ich mein letztes Jahr im Master. Zuvor habe ich einen Bachelorabschluss im Studienfach „lettres classiques“ abgeschlossen. Wenn mich jemand nach meinem Bachelorstudium fragt, fasse ich das Fach meist folgendermaßen zusammen: Ich lernte Französisch, Latein und Altgriechisch.

Was die Kurse angeht, so hatte ich französische Literatur, Grammatik und Linguistik als Fächer, genau wie Sprachkurse in Latein und Altgriechisch. Zu den Schwerpunkten zählen außerdem das Übersetzen und das Kommentieren von Texten. Des Weiteren gehört bei meiner Studienrichtung das Vertiefen einer Fremdsprache dazu, was für Luxemburger kein Problem darstellt – so kann man etwa Deutsch oder Englisch wählen.

Des Weiteren habe ich Fächer wie Paläografie und Papyrologie – dabei geht es um das Entziffern von alten Manuskripten, die auf Altgriechisch oder Latein verfasst sind. Wie ich auf dieses Studienfach gekommen bin? Im Gymnasium habe ich den Lateinkurs besucht, und zwei meiner Lehrer hatten dies studiert. Das Fach hat mich sehr interessiert, und es lag mir. Ich möchte später ebenfalls Latein unterrichten.“

Pol Loutsch,
 Maschinenbau-Studium

Pol Loutsch studiert Maschinenbau in Graz.
Pol Loutsch studiert Maschinenbau in Graz.

„Ich studiere Maschinenbau an der Technischen Universität Graz, zurzeit im dritten Semester des Bachelor. Im Moment lerne ich naturwissenschaftliche und technische Grundlagen wie Mathematik, Mechanik, Thermodynamik, Festigkeitslehre..., die man später braucht, um Maschinen oder Produkte, die serienmäßig produziert werden, zu entwickeln. Daneben lernen die Studenten, ihre eigenen Projekte zu managen.

Als Maschinenbauer werde ich wahrscheinlich in einem technischen Beruf arbeiten. Es ist aber auch möglich, dass man im Management eines Unternehmens tätig wird. Als Diplom-Ingenieur hat man eine sehr große Auswahl. Es hängt davon ab, welche Richtung man beim Masterdiplom einschlägt. Hier reichen die Spezialisierungen von Energietechnik über Fahrzeugtechnik bis hin zu Medizintechnik. Am liebsten würde ich mich in Aeronautik spezialisieren.“

Michel Weber, 
Germanistik-Studium

„Ich studiere, im Rahmen eines Ein-Fach-Masters, Germanistik in Köln (dort bezeichnet als „Deutsche Sprache und Literatur“). Einige Aspekte, auf die ein solches Studium eingeht, sind etwa die Geschichte der deutschen Sprache, wie sie funktioniert, und generell wie Sprache und Kommunikation funktionieren. Auch auf die verschiedenen literarischen Epochen des Deutschen wird in diesem Studium eingegangen.

Generell lernt man auch, sich kritisch im Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung mit einem Thema auseinanderzusetzen und daraus einen wissenschaftlichen Text zu produzieren. Des Weiteren kommt die Forschungsseite des Ganzen nicht zu kurz, sprachliche Experimente zur Erforschung bestimmter Phänomene, etwa in der Gebrauchsweise oder Entwicklung von Sprachen, sind ein wichtiger Teil der Germanistik. Mein späteres Berufsziel wäre Deutschlehrer an einer Schule in Luxemburg, aber dessen bin ich mir noch nicht zu hundert Prozent sicher. Es stehen viele andere Möglichkeiten auf, etwa im Bereich Journalismus.“

Michel Weber studiert Germanistik in Köln.
Michel Weber studiert Germanistik in Köln.

Christophe Origer, Jurastudium

,,Seit 2012 studiere ich Jura an der Universität Sorbonne Paris und bin derzeit in meinem fünften Semester. In den ersten beiden Jahren bestand mein Studium zum größten Teil aus einer allgemeinen Einführung in das französische Zivil-, Verfassungs-, Vertrags- und Verwaltungsrecht. Ein weiterer Schwerpunkt des Studiums ist die historische Entwicklung der Rechts- und Politsysteme in Frankreich sowie international.

Nach diesen allgemeinen Einführungen muss ich nun ab dem dritten Jahr zwischen verschiedenen Rechtsbereichen wählen, um mich so nach und nach zu spezialisieren. Mein Studium betrifft auch viele internationale Bereiche und erlaubte es mir daher ein paar Wochen an der UIBE in Peking zu verbringen, um meine Chinesisch-Kenntnisse zu verbessern. Mein Jurastudium ist also sehr breit gefächert und ermöglicht mir, Einblicke in eine Vielzahl von Bereichen zu bekommen, und später in ganz verschiedene Berufssparten einzusteigen. Mein persönlicher Berufswunsch wäre als Anwalt für Finanz- oder Steuerrecht tätig zu sein aber auch ein Einstieg in die Politik würde mich interessieren.“

Christophe Origer studiert Jura in Paris.
Christophe Origer studiert Jura in Paris.

Daniel Berthold, 
Medizinstudium

„Ich studiere Humanmedizin im achten Fachsemester an der Technischen Universität in München (Klinikum Rechts der Isar). Aufgeteilt wird das Studium in den vorklinischen Abschnitt (erstes bis viertes Semester) und den klinischen Abschnitt (fünftes bis zehntes Semester). Nach dem zehnten Semester absolviert man das Praktische Jahr (PJ), wo man in drei Tertialen Erfahrungen auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus sammelt. Ab dem zwölften Fachsemester arbeitet man schließlich als Assistenzarzt und macht daraufhin seinen Facharzt.

Die Kurse sind sehr vielfältig und decken (fast) das große Spektrum der Medizin ab. Eigentlich wird es erst ab dem klinischen Abschnitt interessant, wenn man Einblicke in die einzelnen Fächer der Inneren Medizin, Chirurgie und Pathologie bekommt und man feststellt, etwas mit dem Erlernten auch anfangen zu können. Selbst beschäftige ich mich viel mit der Unfallchirurgie und der Sportorthopädie. Dies ist auch der Bereich, in den ich mich später orientieren möchte. Was noch zum Studium gehört? Die große und weite Welt der Studenten!“

Daniel Berthold studiert Medizin in München.
Daniel Berthold studiert Medizin in München.

Michèle Wagner, 
Studium im Hotelmanagement

Michèle Wagner studiert Hotelmanagment in der Schweiz.
Michèle Wagner studiert Hotelmanagment in der Schweiz.

„Ich studiere Hotelmanagement in der Schweiz. Der Unterricht ist ziemlich interessant und lebendig. Zunächst lernt man einen Monat lang, wie man in der Küche und im Service arbeitet. So wird man bestens mit der wirklichen Arbeit vertraut gemacht und lernt, dies nicht zu unterschätzen – und zusammen als Team zu arbeiten.

Während des gesamten Studiums (dreieinhalb Jahre) absolviert man zwei Praktika. Das heißt, man muss sechs Monate lang im Ausland in einem Hotel arbeiten. Das hilft uns am effektivsten, Erfahrung, Wissen und Können zu erlangen und es bereitet uns bestens auf unsere Zukunft vor.

Neben dem praktischen Teil haben wir Fächer wie Tourismus und Bewirtung, „Room Division“ und Gastronomiewesen. Außerdem hat man die Möglichkeit, eine Fremdsprache zu erlernen, was in diesem Gewerbe von großem Vorteil ist. Nach meinen Studien möchte ich auf jeden Fall viel reisen und in der Hotelbranche bleiben und arbeiten.“

Thessy Reder, 
Studium in Wirtschaftspsychologie

Thessy Reder studiert Wirtschaftspsychologie in Köln.
Thessy Reder studiert Wirtschaftspsychologie in Köln.

„Ich studiere Wirtschaftspsychologie an der privaten Hochschule Fresenius in Köln und befinde mich momentan im dritten Semester des Masterprogramms. Ich habe mich für diesen kombinierten Studiengang entschieden, da mir nach dem Abitur Wirtschaft zu trocken und reine Psychologie zu klinisch erschien. Wirtschaftspsychologie, mit 40 Prozent wirtschaftlichen Inhalten und 60 Prozent psychologischen Inhalten, bietet mir die perfekte Mischung mit Ausblick auf einen personenbezogenen Job.

Während meines Studiums konnte ich beispielsweise tiefgründige Einblicke in BWL, VWL, Rechnungswesen, verschiedene Rechtfächer, allgemeine, Sozial- und Entwicklungspsychologie sowie in Ethik und Diagnostik erhaschen. Alle Kurse zeichneten sich durch einen ausgewogenen Anteil an theoretischem und praktischem Input aus.

Im wirtschaftspsychologischen Studiengang kann man sich zwischen den Schwerpunkten Personalpsychologie / Arbeits- und Organisationspsychologie und Marktforschung entscheiden. Ich habe ersteres gewählt und werde im kommenden Jahr eine Stelle in einer Personalabteilung suchen. Hier interessieren mich besonders das betriebliche Gesundheitsmanagement, kontraproduktives Arbeitsverhalten und Weiterbildung. Ich könnte mir aber auch vorstellen, mich im späteren Verlauf im Bereich Coaching, Training und Beratung selbstständig zu machen.“


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