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Und dann kam POLI: Hilfe bei Fragen zum Konsumentenschutz
Lokales 2 Min. 23.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Und dann kam POLI: Hilfe bei Fragen zum Konsumentenschutz

Und dann kam POLI: Hilfe bei Fragen zum Konsumentenschutz

Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 23.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Und dann kam POLI: Hilfe bei Fragen zum Konsumentenschutz

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Wenn Verbraucher wissen wollen, ob sie beispielsweise bei einer Zugverspätung ein Recht auf Entschädigung haben, können sie in Zukunft mittels künstlicher Intelligenz die Antwort erhalten.

Er hat auf viele Fragen die passende Antwort parat; schlagfertig könnte man ihn deshalb nennen: den neuen Sprachroboter POLI. Die Abkürzung steht für Personal Operator for Users of Luxemburgisch Institutions und bezeichnet ein Pilotprojekt des Ministeriums für Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit dem Centre des technologies de l'information de l'Etat (CTIE). „Hallo, ich heiße POLI. Ich bin Ihr neuer Assistent!“, stellt sich der neue Sprachroboter auf www.poli.guide vor.

Der Chatbot beantwortet Verbrauchern Fragen zu ihren Rechten und kann ihnen – laut Webseite – mit nur wenigen Klicks wichtige Informationen liefern, Links zu nützlichen Dokumenten und Webseiten bereitstellen und sie bei Problemen an die zuständigen Behörden weiterleiten. Wenn Konsumenten also nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen, dann hilft POLI weiter und sorgt dafür, dass die richtigen Informationen bei ihnen ankommen.

Hilfe für Verbraucher

Ein Beispiel: Fragt der User, was er bei einer Zugverspätung machen soll, antwortet der Roboter zuerst mit einer Gegenfrage und will wissen, ob bereits vor dem Kauf der Fahrkarte über die Verspätung informiert wurde – oder eben nicht. Je nach Antwort folgt prompt die Information, dass der Bahnkunde kein Recht auf Entschädigung hat; begleitet von nützlichen Links zu Webseiten des europäischen Zentrums für Verbraucherschutz und dem Verkéiersverbond.


Die nächste Welle
Jedes Jahr verdoppelt sich die Menge der Daten, die wir produzieren. Nur mit künstlicher Intelligenz werden wir überhaupt in der Lage sein, aus dieser Informationsflut das Relevante herauszufiltern.

POLI ist laut dem Direktor des CTIE, Gilles Feith, jederzeit verfügbar und kann über das Smartphone, ein Tablet oder den Computer abgerufen werden. In einem weiteren Schritt könnte das Pilotprojekt in Nachrichtendiensten wie WhatsApp oder dem Facebook-Chat integriert werden; aber auch auf guichet.lu wird POLI seinen Platz finden.

Luft nach oben

Derzeit gibt es den virtuellen Assistenten nur auf Französisch – weitere Sprachen könnten noch folgen. Das hängt aber nun auch davon ab, wie POLI bei seinen Nutzern ankommen wird. Deutsch und Englisch sind angedacht; inwiefern eine Übersetzung ins Luxemburgische möglich ist, muss noch geprüft werden, so Gilles Feith.

Zum jetzigen Zeitpunkt beantwortet POLI ausschließlich Fragen zu den Themenbereichen Kommunikation, Reise und Handel. „Es ist ein ausbaufähiges Pilotprojekt“, betonte Fernand Etgen vom Verbraucherschutzministerium und erklärte, dass dieses noch ganz am Anfang seiner Entwicklung stehe – vergleichbar mit einem Kleinkind, das schon einige Sätze versteht und trotzdem noch viel lernen muss.

Ganz im Sinne des sogenannten Machine Learning erweitert die künstliche Intelligenz ihr Wissen, sobald Nutzer ihr Fragen stellen: Denn sie analysiert bestehende Daten und lernt dadurch hinzu. So wird sich POLI im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Da er bisher allerdings nur Fragen zu bestimmten Themenbereichen beantwortet, kann man ihn nicht mit anderen Chatbots, wie beispielsweise Siri von Apple, vergleichen.


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