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Unangemessene Unterkunft?: Unterbringung von Flüchtlingen in Weiswampach hakt
Lokales 2 Min. 12.04.2016 Aus unserem online-Archiv

Unangemessene Unterkunft?: Unterbringung von Flüchtlingen in Weiswampach hakt

Nur eine Familie wollte bisher in Weiswampach untergebracht werden. Die Struktur soll aber dennoch baldmöglichst belegt werden.

Unangemessene Unterkunft?: Unterbringung von Flüchtlingen in Weiswampach hakt

Nur eine Familie wollte bisher in Weiswampach untergebracht werden. Die Struktur soll aber dennoch baldmöglichst belegt werden.
Foto: John Lamberty
Lokales 2 Min. 12.04.2016 Aus unserem online-Archiv

Unangemessene Unterkunft?: Unterbringung von Flüchtlingen in Weiswampach hakt

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Nach der traurigen Beschädigung und Beschmierung zweier Flüchtlingscontainer wollte die Gemeinde Weiswampach mehrere Familien nun besonders offen aufnehmen. Einziehen wollte nun aber vorerst nur eine.

(jl) - Wo vorige Woche traurige Beklemmung angesichts der versuchten Brandlegung in einem Wohncontainer für Asylsuchende herrschte, da macht sich zurzeit nun auch noch Konsternierung breit. Für 14 Uhr hatte man am Donnerstag in Weiswampach die 
Ankunft von vier schutzbedürftigen Familien – insgesamt 23 Menschen – erwartet, um diese in ihre neuen, zeitweiligen Unterkünfte beim Schul- und Sportkomplex „am Ehlerich“ einzuführen.

Umso erstaunter musste man dann jedoch zur Kenntnis nehmen, dass sich die per Bus angereisten Ankömmlinge mit der anstehenden Unterbringung in den Wohncontainern offenbar alles andere als zufrieden zeigten und den Einzug kurzerhand verweigerten. Eine Haltung, an der laut Gemeinde auch die Überzeugungsversuche der vor Ort weilenden Mitarbeiter der Integrationsbehörde Olai nichts zu ändern vermochten.

Enttäuschung bei der Gemeinde, Vorsicht beim Olai

Die Containerstruktur, die zuvor der „Maison relais“ gedient hatte und von der Gemeinde eigens für Wohnzwecke umgerüstet worden war, sei von den Asylsuchenden, bei der vor allem eine Person das Wort geführt habe, scheinbar als unangebracht empfunden worden, weshalb die Gruppe letztlich auf dem Fuß kehrt machte und wieder von dannen zog, wie Bürgermeister Henri Rinnen die Vorgänge gegenüber dem „Luxemburger Wort“ erklärt.

Mittlerweile sei eine sechsköpfige syrische Familie mit einem erst wenige Wochen alten Baby 
jedoch zurückgekehrt, um das 
Unterbringungsangebot in Weiswampach doch wahrzunehmen, so Rinnen, der dennoch mit Enttäuschung auf den Ablauf der 
Geschehnisse reagiert.

„Abgesehen von den vielfältigen Vorarbeiten der Gemeinde, die ja u. a. auch für die Eingliederung der erwarteten Kinder in den Grundschulunterricht vorgesorgt hatte, fördert ein solch unkonventioneller Vorgang natürlich auch nicht unbedingt das Verständnis bei der Bevölkerung für die Schutzverantwortung, die wir unentwegt angesichts der Notlage so vieler Kriegsflüchtlinge anmahnen. Und darunter leiden wiederum gerade jene, die sich tatsächlich in größter Not befinden.“

„Ablehnung schadet
 Verständnis für Flüchtlingsnöte“

Etwaige Bedenken bezüglich der Sicherheit der Bewohner, nachdem zwei Container am vorigen Mittwoch beschädigt und mit der dumpfen Parole „Arabich weg“ beschmiert worden waren, seien bei dem abgelehnten Einzug am Donnerstag derweil zu keinem Zeitpunkt geäußert worden, wie es seitens der Gemeinde heißt. Eine Darstellung, die auch vom Olai so bestätigt wird. Nach dem Vorfall war vorsichtshalber ein Wachdienst für die Struktur beauftragt worden.

Mit Blick auf die Weigerung der Flüchtlinge zur Unterbringung in den Wohncontainern gab man sich beim Olai am Dienstag dagegen vorsichtig. Bei der Zuweisung von Flüchtlingen in bestimmte Unterkünfte versuche man generell, stets den ganz spezifischen Bedürfnissen der Familien, etwa an Betreuung, möglichst gerecht zu werden.

Manchmal stelle sich dennoch erst vor Ort heraus, dass die Unterbringung nicht ideal ist und vielleicht nochmals überdacht werden sollte. Dies sei denn auch zumindest für einen Teil der Ankömmlinge in Weiswampach der Fall gewesen.

Am Prinzip, dass sich Asylsuchende ihre Unterkünfte nicht aussuchen können, ändere dies aber nichts. Laut Olai sollen die Unterkünfte in Weiswampach denn auch schon baldmöglichst belegt werden.


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