Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Belastete Böden nach dem Hochwasser - was tun?
Lokales 2 Min. 30.07.2021
Umweltverwaltung

Belastete Böden nach dem Hochwasser - was tun?

Umweltverwaltung

Belastete Böden nach dem Hochwasser - was tun?

Foto: Tomas Vynikal - stock.adobe.com
Lokales 2 Min. 30.07.2021
Umweltverwaltung

Belastete Böden nach dem Hochwasser - was tun?

Eine akute Gesundheitsgefährdung besteht laut der Umweltverwaltung nicht - dennoch sollten einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

(SC) - Vor zwei Wochen suchte eines der stärksten Hochwasser der vergangenen Jahrzehnte Luxemburg heim. Wie die Umweltverwaltung am Freitag mitteilt, seien neben dem hohen Sachschaden, der sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen entstanden ist, auch diverse chemische und organische Schadstoffe ins Wasser gelangt. Die Schadstoffe könnten lokale Verschmutzungen hervorgerufen haben und haben sich aller Wahrscheinlichkeit nach in verdünntem Zustand über die gesamte vom Hochwasser betroffene Fläche verteilt.


19.07.2021, Bayern, Passau: Sandsäcke schützen den Eingang zu einem Haus an der Donau. Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden und Osten Bayerns hat sich etwas entspannt. Foto: Armin Weigel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wie man bei Überschwemmungen das Schlimmste vermeiden kann
Wer die Gefahr richtig einschätzen kann, hat die besten Chancen, das Schlimmste zu vermeiden.

Vor allem Kraftstoff-Reste (wie zum Beispiel Mineralkohlenwasserstoffe und aromatische Kohlenwasserstoffe) konnten sich in Wasser und Sedimenten über weite Strecken hin verteilen. Diese würden von Pflanzen allerdings nur in geringen Mengen aufgenommen und würden sich in der Regel im Erdreich festsetzen und degradieren, so die Umweltverwaltung am Freitag. Es sei daher unwahrscheinlich, dass die Schadstoffe eine signifikante Gefahr für die Bevölkerung darstellen oder zukünftige Ernten beeinflussen könnten.

Obst und Gemüse, das von den Überschwemmungen direkt betroffen war, sollte man laut dem Gesundheitsministerium jedoch nicht mehr essen - es könnte durch das Hochwasser mit Heizöl und Fäkalien belastet sein.

Folgende Empfehlungen gelten nun für Betroffene des Hochwassers:

  • Die ersten 10 Zentimeter der Bodendecke können umgegraben werden, um die Belüftung des Bodens zu verbessern, was zum Abbau einiger organischer Schadstoffe beiträgt
  • Bei Arbeiten im Garten wird empfohlen, Handschuhe zu tragen und sich danach die Hände gründlich zu waschen
  • Wenn Schlamm mit dem Hochwasser angeschwemmt wurde, reicht es, diesen abzutragen. Zusätzliche Bodenschichten müssen nicht abgetragen werden
  • Wer besorgt über die mögliche chemische Belastung der anschwemmten Sedimente ist, kann sich diese von Experten untersuchen lassen. Sie können auch Tipps zur Entsorgung geben
  • Die Zusammenarbeit mit anderen Betroffenen kann die Kosten der Aufräumarbeiten senken

Was tun bei stärkeren Verschmutzungen?  

In einigen Fällen kann es aber auch lokal zu schwereren Belastungen gekommen sein - zum Beispiel, wenn ein Heizöltank ausgelaufen ist. 


Fische, die auf flussnahen Feldern und Wiesen nach der Überschwemmung liegen, sterben an Sauerstoff- und Wassermangel oder werden Opfer von Wilderern.
Sportfischerverband: "Ein Riesenverlust für die Fauna"
Wiesen und Felder, die nach der rezenten Flut mit Wasser bedeckt waren und jetzt langsam trocken werden, offenbaren ein dramatisches Bild.

In dem Fall empfiehlt die Umweltverwaltung zunächst seine Versicherung zu kontaktieren um zu klären, ob die Schäden eventuell von der Versicherung übernommen werden. Bei stärkeren Verschmutzungen kann eine Bodenuntersuchung durch Experten nötig sein. Eine Liste qualifizierter Betriebe gibt es hier.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema