Umweltamt: Der Wald ist gestresst
Umweltamt: Der Wald ist gestresst
(mth) - Der Zustand des Waldbestands in Luxemburg bleibt besorgniserregend. Laut aktuellen Zahlen, die am Mittwoch vorgestellt wurden, sind 38 Prozent der Bäume im Großherzogtum mittel bis schwer geschädigt oder am Absterben. Lediglich 28,6 Prozent des Bestands ist in gutem Zustand.
Zahlen, die laut Umweltministerin Carole Dieschbourg einerseits zeigen, welchen verheerenden Einfluss Faktoren wie der Klimawandel auf diesen sensiblen Naturraum haben, aber auch, wie wichtig eine präzise Analyse und eine nachhaltige Waldwirtschaft sind. Besonders den für Luxemburg typischen Buchenwäldern geht es schlecht: über 64 Prozent der Buchen sind geschädigt. Die Art würde besonders empfindlich auf Umweltfaktoren wie lange Dürreperioden reagieren, so eine Mitarbeiterin der Naturverwaltung.
Andere Baumsorten wie Eichen, Eichenniederwälder und Nadelbäume verkraften den Umweltstress besser. Dies ist einer der Gründe, warum die Regierung in Zukunft auf erhöhte Diversität im Wald achten und in staatlichen Wäldern andere Baumsorten bevorzugen, die die ungünstigen Umwelteinflüssen besser standhalten können. Parallel soll mit anderen Ressorts zusammengearbeitet werden, um schädliche Einflüsse wie Verkehr und Wildschäden stärker als bisher zu kontrollieren. Um intakte Biotope im Wald zu erhalten, sollen zudem Altholzbestände systematisch erhalten werden.
Neues Waldgesetz und Subventionen für private Waldbesitzer
Eine bedeutende Rolle im Zusammenhang mit der Erhaltung der Wälder wird das neue Waldgesetz spielen, das derzeit in Ausarbeitung ist und bald zur Verabschiedung ins Parlament kommen dürfte. Darin soll das Prinzip der Erhaltung der Wälder zum Allgemeinwohl mit Verweis auf die verschiedenen Nutzungsarten gesetzlich verankert werden. Sowohl die ökologischen als auch die kulturellen Funktionen des Waldes sollen stärker hervorgehoben und geschützt werden.
Invasive Wirtschaftsformen wie Kahlschläge oder der Einsatz schwerer Maschinen sollen auf ein Minimum reduziert und stattdessen schonende Techniken gefördert werden. Subventionen für private Waldbesitzer Während der Staat mit gutem Beispiel vorgehen will, sollen private Waldbesitzer durch Subventionen dazu angeregt werden, nachhaltiger zu wirtschaften. Ein entsprechender großherzoglicher Erlass tritt am 22. Mai in Kraft, Anträge können ab Juni eingereicht werden. Details und Antragsformulare sind auf der Webseite der Naturverwaltung zu finden.

