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Umsetzung verläuft schleppend
Lokales 17.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Verbot von Prepaidkarten

Umsetzung verläuft schleppend

Verbot von Prepaidkarten

Umsetzung verläuft schleppend

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Lokales 17.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Verbot von Prepaidkarten

Umsetzung verläuft schleppend

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Ende vergangenen Jahres wurde der Verkauf von anonymen Prepaidkarten gestoppt. Der Gesetzentwurf, der u. a. die Sperrung der betroffenen Telefonnummern regelt, liegt noch nicht vor.

(ml) - In der Folge der Anschläge in Paris hatte die Regierung mehrere Maßnahmen zur Terrorbekämpfung vorgestellt. Eine davon war, dass anonyme Prepaidkarten für Handys aus dem Verkehr gezogen werden. Die vier Mobilfunkanbieter, die in Luxemburg tätig sind (Post, Tango, Orange, Join), haben den Verkauf der anonymen Prepaidkarten Ende vergangenen Jahres gestoppt.

Kontakt per SMS

Die Post, die rund 100.000 anonyme Prepaidkarten im Umlauf hatte, hat im Dezember vergangenen Jahres damit begonnen, ihre betroffenen Kunden per SMS zu kontaktieren, mit der Bitte, sich binnen drei Wochen auszuweisen. Die Prozedur ist noch nicht abgeschlossen. Inzwischen erhielten rund ein Drittel der Post-Kunden eine diesbezügliche Kurznachricht. Lediglich 10.000 von ihnen haben sich identifizieren lassen, berichtet der Sender Radio 100,7. Die anderen Karten seien gesperrt worden, heißt es weiter. Die gesamte Prozedur soll binnen sechs Monaten abgeschlossen werden.

Keine gesetzliche Basis

Die beiden anderen großen Telekom-Anbieter Tango und Orange weisen darauf hin, dass es derzeit kein Gesetz gebe, um die Telefonnummern, die anonymen Prepaidkarten zugeordnet sind,  zu sperren. Tango hat rund 80.000 anonyme Karten im Umlauf. Der "Service des Médias" bestätigt, dass zurzeit ein Gesetzentwurf ausgearbeitet wird, um die gesetzliche Grundlage zu schaffen. Der Text soll im April fertiggestellt werden.

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