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Über 60.000 Einsätze: CGDIS stellt Jahresbilanz für 2019 vor
Lokales 3 Min. 28.09.2020

Über 60.000 Einsätze: CGDIS stellt Jahresbilanz für 2019 vor

Im Schnitt alle neun Minuten rücken die Rettungsdienste für einen Einsatz aus.

Über 60.000 Einsätze: CGDIS stellt Jahresbilanz für 2019 vor

Im Schnitt alle neun Minuten rücken die Rettungsdienste für einen Einsatz aus.
Foto: Guy Jallay
Lokales 3 Min. 28.09.2020

Über 60.000 Einsätze: CGDIS stellt Jahresbilanz für 2019 vor

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
2019 war für die Rettungsdienste ein Ausnahmejahr: Mehrere Industriebrände, ein Tornado und die Folgen des Klimawandels stellten die Rettungskräfte vor Herausforderungen.

Fast wehmütig begrüßten die Verantwortlichen des Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) die Presse, um das Jahr 2019 Revue passieren zu lassen. Denn es sollte die letzte Pressekonferenz sein, die in der Kaserne der Berufsfeuerwehr an der hauptstädtischen Route d'Arlon stattfindet. Der Umzug in das neue CGDIS-Hauptquartier im Ban de Gasperich steht bekanntlich kurz bevor.

Doch zuvor richteten die Verantwortlichen der Rettungsdienste noch einmal den Blick zurück auf das Jahr 2019. Und sie machten dabei klar, dass man bei den Rettungsdiensten Ausnahmesituationen nicht erst seit diesem Jahr kennt. Deutlich wird dies an den Einsatzzahlen. So rückten die Rettungskräfte insgesamt zu 60.979 Einsätzen aus - im Schnitt ergibt das einen Einsatz alle neun Minuten. Ein Volumen, das auch Paul Schroeder, Generaldirektor des Rettungsdienstes, nicht für möglich hielt: „Hätte mir jemand gesagt, was 2019 auf uns zukommen würde, ich hätte ihn für verrückt erklärt.“

Denn neben der schieren Anzahl an Einsätzen, war es auch deren Qualität, die die Rettungsdienste vor neue Herausforderungen stellte. So etwa am 10. März. Sturmtief Eberhard war mit über 100 km/h über das Land gezogen und die Einsatzzentrale musste in kurzer Zeit über 1.000 Anrufe entgegennehmen. Insgesamt 358 Einsätze sollten an diesem Tag auf das Konto des Sturms gehen - der einsatzstärkste Tag 2019. Ähnlich intensiv, wenn auch lokal begrenzt, war der Tornado in der Region um Petingen. Fast Dreiviertel der Zentren des Landes wurden bei der Naturkatastrophe zu Hilfe gerufen, die Aufräumarbeiten sollten Tage dauern. 

Für Verwaltungsratspräsident Alain Becker ist der CGDIS in der Eigenständigkeit angekommen.
Für Verwaltungsratspräsident Alain Becker ist der CGDIS in der Eigenständigkeit angekommen.
Foto: Guy Jallay.

Überhaupt seien Einsätze wegen Naturkatastrophen in den letzten Jahren häufiger. „Das sind sicherlich die ersten Folgen des Klimawandels und die werden uns auch in den nächsten Jahren weiterhin beschäftigen“, erklärte Paul Schroeder. So musste der CGDIS letztes Jahr auch wegen zahlreicher Vegetationsbrände ausrücken. Einmal sogar an zwei aufeinander folgenden Tagen: am 24. Juli am Schumannseck und am 25. Juli in Hamm.

Hinzu kamen noch einige spektakuläre Industrieeinsätze, wie der Brand beim Unternehmen Kronospan in Sassenheim. Dort waren 400 Feuerwehrleute mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Am Ende sollten drei Millionen Liter Löschwasser nötig sein, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Auch wenn es diese Einsätze sind, die bei Medien und Öffentlichkeit gleichermaßen im Gedächtnis bleiben, bestimmen sie jedoch nicht den Alltag des CGDIS. Denn der Großteil der Einsätze waren auch 2019 sogenannte Personeneinsätze - mit 53.568 Einsätzen machen sie rund 88 Prozent der Einsätze aus. Einen starken Anstieg verzeichneten dabei die Notarzt-Einsätze. So wurde der SAMU 2019 insgesamt 7.979 Mal zu einem Einsatzort beordert; ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


Brand Gadderscheier CGDIS
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2019 war auch das erste Jahr in dem der CGDIS komplett eigenständig als Etablissement public existierte. Sowohl für die Gemeinden als auch für den Rettungsdienst selbst stellte das Jahr 2019 ein Übergangsjahr dar. In ihrer Funktion als Vize-Präsidentin des Verwaltungsrates unterstrich Lydie Polfer den reibungslosen Ablauf dieser Übergangsphase: „Mittlerweile haben 93 Gemeinden eine Konvention mit dem CGDIS abgeschlossen. Bei sieben Gemeinden laufen die Gespräche noch.“ Die Konventionen regeln unter anderem die Nutzungsrechte der Rettungszentren und sonstiger Gebäulichkeiten. 

Neben einer Bilanz, gewährte man am Montagmorgen an der Route d'Arlon auch einen Ausblick auf kommende Projekte. So sei der Plan national d'organisation des secours, kurz PNOS, fast fertig und werde noch im Oktober den einzelnen Gemeinden vorgestellt. „Der Plan ist vergleichbar mit dem Plan hospitalier und ist eine Art Masterplan für die nationale Sicherheit“, erklärte Verwaltungsratspräsident Alain Becker das Dokument. Nach der Konsultation der Gemeinden soll das Dokument dann im Ministerrat diskutiert werden.


Präsentation neue SAMU-Fahrzeuge
Die neuen SAMU-Wagen im Detail
Die neuen Einsatzfahrzeuge des SAMU sind vollgepackt mit modernster Rettungstechnik – ein Überblick.

Auch die geplante neue Kaserne am Flughafen Findel nimmt immer konkretere Formen an. Die Ausarbeitung des Projekts findet in Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber LuxAirport statt, der die Kaserne nach Vorgaben des CGDIS bauen wird. Geplant ist eine Kaserne, die sowohl den Flughafen selbst abdeckt, aber auch den Norden des Stadtgebiets abdecken soll. Die Verantwortlichen sprechen dabei von einer Kaserne die sowohl „landside“ als auch „airside“ funktionieren soll. Beim CGDIS rechnet man mit einem Baubeginn im nächsten Jahr.

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