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Typisierungsaktion in Grevenmacher: Hand in Hand für die Vereinskameradin
Lokales 4 2 Min. 23.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Typisierungsaktion in Grevenmacher: Hand in Hand für die Vereinskameradin

Lokales 4 2 Min. 23.11.2017 Aus unserem online-Archiv

Typisierungsaktion in Grevenmacher: Hand in Hand für die Vereinskameradin

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Nachricht war ein Schock: Eine junge Handballerin des HB Museldall ist an Leukämie erkrankt. Der Verein rief zu einer Typisierungsaktion auf – mit riesiger Resonanz.

(vb) - Brechend voll war am Dienstagabend die „Buvette“ des Stadion Op Flohr in Grevenmacher. Dicht an dicht standen junge Leute Schlange, um sich mit einer Blutprobe für die Stammzellenspende registrieren zu lassen. Die Aktion hat einen aktuellen Hintergrund: Vor wenigen Wochen ist eine junge Handballspielerin des HB Museldall an Leukämie erkrankt.

Die meisten Spender kennen die Patientin persönlich und wollen mit der Registrierung ein Zeichen der Solidarität setzen. Wer den Fragebogen zu seiner Gesundheit ausgefüllt und ein kleines Röhrchen mit der Blutprobe abgegeben hat, könnte später einmal als Stammzellenspender in Frage kommen.

Mit dem kostbaren Material, das seit einigen Jahren aus dem Blut des Spenders gewonnen wird, erhalten Patienten die Chance auf ein neues Leben. Im Organismus des Leukämie-Patienten bilden die Spenderzellen neues Blut und die Krankheit lässt sich besiegen.

Der Typ muss passen

Damit eine Spende zustande kommt, muss das Blut von Spender und Empfänger perfekt zusammenpassen. „Deshalb wird das Blut genau typisiert und in die Datei der Luxemburger Knochenmarkspender eingetragen“, erklärt Claude Hemmer, Präsident der „Association Don de moelle“, die die Typisierungsaktion in Grevenmacher betreut.

Die Spenderdatei wird von der Stefan-Morsch-Stiftung im rheinland-pfälzischen Birkenfeld verwaltet. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Bluttyp bei zwei Fremden zueinander passt, liegt nur bei eins zu einer Million. Deshalb ist es auch höchst unwahrscheinlich, dass bei der Typisierungsaktion in Grevenmacher ein Spender für die kranke Vereinskameradin gefunden wird.

Dem Verein geht es ohnehin mehr darum, möglichst viele Spender zu mobilisieren und damit Solidarität mit Leukämie-Kranken allgemein zu demonstrieren, sagt Antoinette Gary-Kox, Präsidentin des HB Museldall. Als sie vor sechs Wochen erfuhr, dass die Spielerin erkrankt ist, war das „eine furchtbare Nachricht“, sagt sie. Doch kurz nach dem Schock machte sich der Verein ans Werk: Der Spendetermin wurde festgelegt und ein dicker Stapel Flyer gedruckt und verteilt. Am Ende steht „ein Riesenerfolg“, bilanziert Vereinspräsidentin Antoinette Gary-Kox.

Sie freut sich auch über die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken, die ebenfalls der Stammzellenspende zugute kommen.

Begehrte Spenderdaten

Am nächsten Morgen steht fest: 214 Freiwillige haben sich typisieren lassen und damit zur Stammzellenspende bereit sind. Claude Hemmer von der „Association Don de Moelle“ ist überwältigt von dem Echo. Im gesamten letzten Jahr hätten nur etwas über 500 Menschen bei seiner Organisation eine Blutprobe abgegeben.

Positiv findet er, dass vor allem junge Leute zum Stadion Op Flohr gekommen sind: Jüngere Spender sind aus medizinischen Gründen besonders willkommen. Zwischen 40 und 60 Jahren ist eine Stammzellenspende grundsätzlich möglich. Die Wahrscheinlichkeit, in diesem Alter ausgewählt zu werden, ist allerdings gering.

Weitere Termine

Wer die Aktion in Grevenmacher verpasst hat, kann sich bei mehreren anderen Typisierungen als Stammzellenspender registrieren lassen. Die Spender müssen zwischen 18 und 40 Jahren alt (ab 16 mit Einverständnis der Eltern) und gesund sein. Folgende Termine stehen zur Auswahl:

  • Dienstag, 28. November, im Kulturzentrum in Heinerscheid, 17 bis 20.30 Uhr.
  • Dienstag, 28. November, Lycée classique Echternach, 8.30 bis 14.30 Uhr.
  • Montag, 11. Dezember, Maacher Lycée Grevenmacher, 16 bis 18 Uhr.

Folgende Labore und Einrichtungen führen an jedem Arbeitstag kostenlose Typisierungen durch: Laboratoires Ketterthill, Bionext, Les Forges du Sud, Centre Hospitalier de Luxembourg.


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