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Treue zur Landespatronin bekräftigt
Lokales 81 3 Min. 27.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Treue zur Landespatronin bekräftigt

Lokales 81 3 Min. 27.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Treue zur Landespatronin bekräftigt

Jean-Paul SCHNEIDER
Jean-Paul SCHNEIDER
Am Sonntag endete die Muttergottesoktave 2019 mit der traditionellen Schlussprozession.

Mit dem Pontifikalamt mit Erneuerung der Weihe an die Trösterin der Betrübten am Vormittag in der Kathedrale von Luxemburg und der traditionellen Schlussprozession mit Schlussandacht am Nachmittag wurde die Muttergottesoktave 2019 am Sonntag bei freundlichem Frühlingswetter abgeschlossen.

Es herrschte eine herzliche, ja fast schon familiäre Atmosphäre zu Beginn des Pontifikalamts, als die Konzelebranten, unter anderem acht Bischöfe, zusammen mit einer Schar Seminaristen und Messdienern unter den Klängen des „Ave spes nostra“ in feierlicher Prozession in den Mariendom einzogen. Zuvor hatten sie Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa am Haupteingang der Kathedrale begrüßt und abgeholt.

In den vorderen Reihen des Heimatdoms Unserer Lieben Frau von Luxemburg, der mit Blumen in rosafarbenen Tönen dezent geschmückt war, hatten Vertreter aus Politik und Gesellschaft mit an deren Spitze EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Platz genommen, derweil das großherzogliche Paar seinen gewohnten Platz im Chorraum der Kathedrale einnahm.

Vom Arzt zum Erzbischof

Das Pontifikalamt wurde durch die Präsenz eines charismatischen Kirchenmannes besonders geprägt und aufgewertet: Mgr. Michel Aupetit, Erzbischof von Paris, der als sehr volksnah gilt und auf Wunsch von Erzbischof Jean-Claude Hollerich auch gleich zugesagt hatte, dem Bischofsamt mit Votum solemne vorzustehen.

Michel Aupetit, Jahrgang 1951, stammt, wie er selbst offen sagt, aus einer kirchenfernen Familie. Mit 20 Jahren kaufte er sich eine Bibel, die ihm den Weg zum christlichen Glauben erschloss. Er absolvierte zunächst ein Medizinstudium an der Medizinischen Fakultät in Créteil und war zwölf Jahre lang in Colombes als Arzt tätig.


Alte Wege neu gehen
Am Sonntag geht die Muttergottesoktave 2019 mit der Schlussprozession zu Ende.

Im Alter von 39 Jahren trat er in das Priesterseminar ein und empfing am 24. Juni 1995 die Priesterweihe für das Erzbistum Paris. Nach verschiedenen Aufgaben in der Pfarrseelsorge war er von 2006 bis 2013 Generalvikar des Erzbistums Paris. Am 2. Februar 2013 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Maxita und zum Weihbischof in Paris. Der Erzbischof von Paris, André Armand Kardinal Vingt-Trois, spendete ihm am 21. April desselben Jahres die Bischofsweihe. Am 4. April 2014 berief ihn Papst Franziskus zum Bischof von Nanterre. Am 7. Dezember 2017 bestimmte er ihn als Nachfolger von André Vingt-Trois zum Erzbischof von Paris. Die Amtseinführung fand am 6. Januar 2018 statt.

Trost und Barmherzigkeit

Gleich zu Beginn brach Mgr. Aupetit das Eis zur versammelten Gemeinde, indem er der Kirche Luxemburgs dankte, ihm in „Notre-Dame de Luxembourg“ einen Stuhl anzubieten und Trost zu spenden, da es nach dem verheerenden Brand vom vergangenen 15. April in seiner Bischofskirche, der „Notre-Dame de Paris“, zurzeit für ihn keinen Stuhl mehr gäbe.

Trost und Barmherzigkeit, diese beiden Begriffe zogen sich denn auch wie ein roter Faden durch die Homilie von Mgr. Aupetit. Weshalb würden die Betrübten, die Armen, die Verfolgten ... in der Bibel als selig gepriesen, fragte der Erzbischof von Paris. „Weil sie Trost erfahren und dadurch glücklich werden, weil es die Barmherzigkeit Gottes ist, die uns glücklich macht.“ So wie der Schoß einer Mutter dem Ungeborenen Schutz biete, so könnten wir Menschen uns jederzeit an die Barmherzigkeit Gottes wenden und seine Liebe erfahren.

Jesus habe uns Menschen nicht zu Waisen von Zärtlichkeit werden lassen, und Gott kenne das große Herz Mariens, deshalb habe er sie auch uns zur Mutter geschenkt. Das Vermächtnis Jesu am Kreuz an seine Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“ und an den Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ aus dem Johannes-Evangelium sei der schriftliche Beweis dafür. „Puisse cela être notre ligne de vie et de conduite“, so Michel Aupetit.


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Für das erlesene und mit viel Können dargebrachte kirchenmusikalische Programm des Pontifikalamts zeichnete einmal mehr die Maîtrise Sainte-Cécile der Kathedrale unter der Leitung von Marc Dostert, an der Orgel begleitet von Domorganist Paul Breisch, verantwortlich.

Kantor Luc Nilles leitete die Volksgesänge, derweil ein Blechbläserensemble, zusammengesetzt aus Guy Conter, Patrick Haas, Léon Ni und Marc Harles, dem Ganzen noch eine besondere musikalische Note verlieh.


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