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Traurige Zehn-Jahres-Bilanz: 55 Fußgänger starben nach Unfällen
Lokales 2 Min. 28.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Traurige Zehn-Jahres-Bilanz: 55 Fußgänger starben nach Unfällen

Besonders gefährlich leben Fußgänger in den lichtärmeren Monaten Oktober, November, Dezember und Januar.

Traurige Zehn-Jahres-Bilanz: 55 Fußgänger starben nach Unfällen

Besonders gefährlich leben Fußgänger in den lichtärmeren Monaten Oktober, November, Dezember und Januar.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 28.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Traurige Zehn-Jahres-Bilanz: 55 Fußgänger starben nach Unfällen

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Wie sicher ist man zu Fuß in Luxemburg unterwegs? Der Statec hat am Donnerstag eine Studie über Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern veröffentlicht.

In den vergangenen zehn Jahren sind in Luxemburg 55 Fußgänger nach Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Insgesamt 1.686 Fußgänger wurden im Zeitraum zwischen 2009 und 2018 bei Unfällen verletzt.

Seit 2008 stieg die Zahl der schwer oder tödlich verletzten Fußgänger um 23 Prozent, wie das Statistikamt Statec am Donnerstag mitteilt. Allerdings verlaufen die Unfälle laut Statistik heute weniger fatal: Zwischen 1999 und 2008 verloren noch 74 Fußgänger das Leben auf Luxemburgs Straßen.  

Allein 2018 wurden 147 Fußgänger bei Unfällen getötet oder verletzt - das sind weniger als in den beiden Jahren zuvor, als 180 beziehungsweise 182 Unfallopfer zu beklagen waren. Bei den verletzten Passanten handelt es sich großteils (83 Prozent) um in Luxemburg wohnhafte Bürger und mehrheitlich (54 Prozent) um Frauen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen betrug 39 Jahre.

Drei von vier Fußgängern, die an Unfällen beteiligt waren, wurden beim Überqueren der Fahrbahn von einem Auto erwischt, etwa einer von zehn ging vor dem Zusammenstoß entlang einer Straße. In acht Prozent der Fälle geschah der Unfall auf dem Bürgersteig oder auf dem Fahrradweg. Kollisionen zwischen Fußgängern und Radfahrern kämen sehr selten vor, meistens seien es Autos, so der Statec. In vier Prozent der registrierten Vorkommnisse habe der Alkoholwert der Fußgänger über dem gesetzlichen Grenzwert für motorisierte Verkehrsteilnehmer gelegen.


Lokales, Frau angestossen, Gasperich  Unfall Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Cloche d'Or: Fußgängerin angefahren
In der hauptstädtischen Avenue Charles Darwin hat ein Autofahrer am Mittwochabend eine Fußgängerin angefahren.

Besonders gefährlich leben Fußgänger in den lichtärmeren Monaten Oktober, November, Dezember und Januar. Auch in vermeintlich sicheren Gegenden ist die Gefahr den Spaziergängern auf den Fersen: Jeder zehnte Unfall passierte in Tempo-30-Zonen.

In Bezug auf den Wochentag erweist sich der Freitag als besonders unfallträchtig. Am Tag vor dem Wochenende herrscht in Luxemburg oft auch der stärkste Verkehr. Wenig überraschend geschahen die meisten Unfälle mit Fußgängerbeteiligung in den Ballungsgebieten der Hauptstadt und Esch/Alzette.

Die Sicherheit von Fußgängern löst in Luxemburg regelmäßig Debatten aus. Jüngstes Beispiel ist der unzureichend geschützte Bereich vor dem Einkaufszentrum Cloche d'or. Erst nach Berichten im "Luxemburger Wort" wurden dort die größten Gefahrenstellen entschärft.   


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Im September 2017 gab das deutsche Auswärtige Amt sogar eine Reisewarnung für das Großherzogtum heraus: Die Gefahr, als Fußgänger angefahren zu werden, soll hierzulande besonders hoch sein. Später wurde die Warnung wieder zurückgezogen – die Statistik sei falsch interpretiert worden. 

Die Sécurité routière, die Polizei und das Ministerium für Infrastruktur hatten bereits 2010 die jährliche Kampagne "Gitt siichtbar" ins Leben gerufen. Ziel ist es, Fußgänger und Radfahrer zum Tragen von reflektierender Kleidung oder Accessoires zu bewegen, um dadurch Unfälle zu vermeiden. Kritiker der Kampagne merken allerdings an, dass die Verantwortung dadurch von Autofahrern auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer abgeschoben wird.


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