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"Trauerwallis": Trost aus dem Koffer
Lokales 2 Min. 07.10.2019

"Trauerwallis": Trost aus dem Koffer

Christine Dahm (Mitte), Direktorin von Omega 90 und Martine Hentges, Psychologin (r.) übergeben dem Bürgermeister von Strassen, Gaston Greiveldinger, eine "Trauerwallis". Dies in einer Schule in Strassen mit der die Vereinigung Omega 90 bereits länger zusammenarbeitet.

"Trauerwallis": Trost aus dem Koffer

Christine Dahm (Mitte), Direktorin von Omega 90 und Martine Hentges, Psychologin (r.) übergeben dem Bürgermeister von Strassen, Gaston Greiveldinger, eine "Trauerwallis". Dies in einer Schule in Strassen mit der die Vereinigung Omega 90 bereits länger zusammenarbeitet.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 07.10.2019

"Trauerwallis": Trost aus dem Koffer

Omega 90 stellt einen Koffer vor, der Material enthält, um Lehrpersonal und Betreuer den Umgang mit dem Thema Trauer näherzubringen.

Wenn plötzlich ein Stuhl am Tisch leer bleibt. Wenn Oma nicht mehr zu Besuch kommt. Wenn der Hund nicht mehr freudig um die Ecke stürmt. Selbst die Vorstellung einer solchen Situation stimmt traurig.

Trauer ist ein emotionaler Zustand nach einem Verlust, mit dem jeder anders umgeht. Hilfe in solchen Situationen leisten dann meist Familie oder Freunde. Aber auch das Lehrpersonal oder Erzieher, denn sie stehen oft in engem Kontakt mit den betroffenen Kindern oder Jugendlichen und müssen auch ab und an selbst entsetzliche Nachrichten überbringen.

Wie sie dies möglichst schonend machen und auch danach mit einer Gruppe reden und arbeiten, darüber klärt nun die Vereinigung Omega 90 mit einem grünen Koffer auf. Dieser enthält allerhand didaktisches Material zum Thema.

Betreuer als Vorbild

„Bei einem Todesfall sollte die betreuende Person Verantwortung übernehmen“, sagt Martine Hentges, Psychologin im Kanner- a Jugendservice von Omega 90. Da der Verlust in der Mehrheit der Fälle aber sehr plötzlich eintritt, sind die meisten nicht vorbereitet. Nicht so, wer sich bereits im Vorfeld mit der Trauerbewältigung bei Kindern oder Jugendlichen auseinandergesetzt hat. „Mit dem Koffer wollen wir etwa Erzieher oder Lehrpersonal unterstützen, damit sie nicht in Schockstarre verfallen, sondern handlungsfähig bleiben“, sagt Martine Hentges. Nur so können sie auch wirklich helfen.


Rund 54 Mitarbeiter und 78 Ehrenamtliche reichten todkranken Menschen bei Omega 90 im vergangenen Jahr eine helfende Hand.
Omega 90: Begleitung auf dem letzten Weg
Wenn Menschen todkrank sind, steht die Vereinigung Omega 90 ihnen und ihren Angehörigen zur Seite - unter anderem in der Einrichtung für Palliativpflege Haus Omega. Insgesamt 125 Bewohner wurden im vergangenem Jahr dort betreut.

Aus diesem Grund hat die Vereinigung nun den Koffer zum Thema Umgang mit Trauer bei Kindern und Jugendlichen zusammengestellt. Er enthält sowohl Fach- und Kinderbücher als auch sogenannte Gefühlskarten und Material zur Gestaltung von Trauerplätzen oder Räumen. Das Herzstück ist aber ein Ordner, der wichtige Informationen, wie etwa Kontakte für sofortige Hilfestellung enthält und Abläufe, über das, was zu tun ist. Diese sind speziell auf Luxemburg abgestimmt.

Thema nicht tabuisieren

„Solche Koffer gibt es zwar auch bereits in Deutschland, die, auf die wir aufmerksam wurden, waren aber alle an eine Religion gebunden“, sagt Christine Dahm, Direktorin bei Omega 90. „Unser Koffer ist dies dagegen nicht.“ Es geht darum, wie Kinder oder Jugendliche bei Trauer reagieren und wie ihnen wertneutral erklärt werden kann, wie sie damit umgehen können. „Auch wenn wir es wollen, wir können Kinder nicht vor Trauer schützen. Es ist also keine Lösung, das Thema zu tabuisieren“, sagt Martine Hentges.


Bei gutem Wetter verbringen manche Bewohner vom Haus Omega gerne ihre Zeit in dem blühenden 
Garten. Das Personal ist an ihrer Seite, wenn Hilfe gebraucht wird.
Haus Omega: Der Zeit mehr Leben geben
Durch Palliativpflege soll die Lebensqualität von Erkrankten im Endstadium einer unheilbaren Krankheit so gut wie möglich erhalten bleiben. Das ist auch das Anliegen der Mitarbeiter im Haus Omega.

Der Koffer mit dem Material ist speziell für Schulen, Lyzeen, Maisons relais oder Vereine gedacht. Es existiert eine Version für die Arbeit mit Kindern und eine mit Jugendlichen. Dabei kann sowohl mit einzelnen Personen als auch mit größeren Gruppen gearbeitet werden. 20 Vorbestellungen wurden bereits getätigt. Dies vor allem von Maisons relais und Schulen. Gegen Ende des Jahres sollen die Koffer dann ausgeliefert werden.