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Mettis für den Süden
Lokales 2 Min. 03.06.2014 Aus unserem online-Archiv
Tramdebatte in der Südregion

Mettis für den Süden

Im Süden würde Minister François Bausch ein Mettis-Konzept gegenüber einer Trambahn bevorzugen.
Tramdebatte in der Südregion

Mettis für den Süden

Im Süden würde Minister François Bausch ein Mettis-Konzept gegenüber einer Trambahn bevorzugen.
Foto: Maurice Fick
Lokales 2 Min. 03.06.2014 Aus unserem online-Archiv
Tramdebatte in der Südregion

Mettis für den Süden

So sehr Minister François Bausch das Tramprojekt in der Hauptstadt verteidigt, im Süden sieht er keine Notwendigkeit, die Tramglocken wieder ertönen zu lassen.

(na) - Als am 22. September 1958 die letzte TICE-Straßenbahn, die Kayl mit Esch/Alzette verband, eingestellt wurde, ahnten wahrscheinlich die wenigsten, dass ein halbes Jahrhundert später Gedankenspiele über die Wiedereinführung einer Trambahn getätigt würden.

Nachhaltigkeitsminister François Bausch spricht sich derzeit aber gegen den Bau einer Trambahn im Süden aus. Effizienter wäre seiner Ansicht nach ein sogenannter Mettis („Bus à haute capacité“), wie er bereits in Metz (F) im Einsatz ist.

Mettis würde im Süden ausreichen

Der Mettis wird bereits seit Oktober in Metz eingesetzt.
Der Mettis wird bereits seit Oktober in Metz eingesetzt.
Foto: Armand Wagner

Ein solches Transportmittel habe eine Kapazität von 150 Personen pro Bus und könne im Fünfminutentakt fahren. Die Tram dagegen könne zwischen 300 und 450 Personen pro Fahrzeug transportieren und in Spitzenstunden in Kadenzen von bis zu zwei Minuten fahren, erklärt François Bausch weiter.

Dies sei eine Größenordnung, die auf dem Gebiet der Hauptstadt Sinn ergebe. „Zum aktuellen Zeitpunkt und auf absehbare Zeit braucht man diese Kapazität aber nicht im Süden. Dort würde ein 'Bus à haute capacité' ausreichen“. Denn aktuell befinden sich 70 Prozent der Arbeitsplätze im Zentrum. Dieses Verhältnis werde sich nicht von heute auf morgen zugunsten von Belval oder der Nordstad (für die François Bausch übrigens auch einen Mettis einer Tram vorziehen würde) verschieben.

Mettis-Trasse könnte später für Tram benutzt werden

Der „Bus à haute capacité“ habe den zusätzlichen Vorteil, dass er keine Schienen benötige. Er fährt auf einer einzigen Spur, auf der er absolute Priorität genießt. In einer ersten Phase würde dies für den Süden reichen, so Bausch. Sollten sich Belval und Umgebung so entwickeln, dass dieses Verkehrsmittel nicht mehr genüge, verhindere nichts, dass später auf der selben Strecke Schienen gelegt werden und eine Tram eingesetzt werde.

„Wir dürfen nicht mehr den Fehler machen, uns zu verbauen, sondern uns die Möglichkeit lassen, später von einem System auf das andere überzuspringen“. Dies dürfte aber frühestens in mehreren Jahrzenten notwendig sein, schätzt François Bausch ein.