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Toter Rotmilan: Windräder im Windpark Weiler abgeschaltet
Der tote Rotmilan wurde am Mittwoch am Fuß einer Windkraftanlage des Windparks Weiler gefunden.

Toter Rotmilan: Windräder im Windpark Weiler abgeschaltet

Foto: natur&ëmwelt
Der tote Rotmilan wurde am Mittwoch am Fuß einer Windkraftanlage des Windparks Weiler gefunden.
Lokales 2 Min. 23.05.2019

Toter Rotmilan: Windräder im Windpark Weiler abgeschaltet

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Wie natur&ëmwelt am Donnerstag mitteilte, wurde der Organisation am Mittwoch ein toter Rotmilan gemeldet.

Die Überreste des Vogels wurden am Fuß eines Windrads im Windpark Weiler gefunden. Laut der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs gehört der Rotmilan zu den gefährdeten Arten.


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Mitarbeiter von natur&ëmwelt fanden die Überreste des Greifvogels nach einer Meldung aus der Bevölkerung rund 10 Meter neben der Windkraftanlage. Durch die eindeutigen Verletzungen des Tieres sowie die außerordentlich geringe Distanz zum Windrad sei anzunehmen, dass das Tier von den Rotorblättern des Windrads "durchtrennt" wurde, so die Naturschutzorganisation am Donnerstag.

Wie auf dem Foto zu sehen ist, lag der tote Rotmilan unmittelbar neben der Windkraftanlage.
Wie auf dem Foto zu sehen ist, lag der tote Rotmilan unmittelbar neben der Windkraftanlage.
Foto: natur&ëmwelt

Laut Vogelschutz-Zentrale brüten auf einer Fläche von 113,4 Quadratkilometern durchschnittlich etwa 10-13 Rotmilanpaare. Innerhalb der Gemeinde Wintger sei die Dichte der Rotmilane im Vergleich zum Rest des Landes allerdings besonders hoch, so der Verein am Donnerstag. Es sei nicht das erste Mal, dass ein toter Rotmilan im Windpark Weiler gefunden wurde. Bereits 2018 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall.

natur&ëmwelt a.s.b.l. fordert die sofortige Abschaltung dieser Anlage während der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August.  

In ihrer Mitteilung wies natur&ëmwelt erneut darauf hin, dass Windräder an "naturschutzfachlich kritischen Standorten", wie beispielsweise in der Nähe von Brutplätzen des Rotmilans, des Schwarzstorchs und des Uhus, nicht genehmigt werden dürfen. Es sei nicht möglich, die Windräder so zu gestalten, dass von ihnen keine Gefahr für gefährdete Federtiere ausgeht. Im Falle, wo sich die Vögel erst nach der Errichtung eines Windparks dort ansiedeln, sieht das Gesetz vor, dass diese während der Brutzeit (also von Mitte März bis Mitte August) abgeschaltet werden.

Ein Rotmilan an Windkraftanlage in Deutschland.
Ein Rotmilan an Windkraftanlage in Deutschland.
Foto: natur&ëmwelt

Es handele sich bei dem gefundenen Tier vermutlich um einen Elternteil einer nahegelegenen Brut, so der Verein: "Dem verwitweten Milan wird es alleine kaum gelingen, seine Jungvögel durchzufüttern, sodass es nicht bei einem toten Milan bleiben wird. Da sich unweit des Fundorts im Windpark Weiler ein Rotmilan-Brutpaar angesiedelt hat, sind auch diese Tiere, solange die Anlage dreht, gefährdet."

Die Organisation unterstütze zwar den Schutz des Klimas, es gelte jedoch, den Klimaschutz nicht auf Kosten des Naturschutzes voranzutreiben.

Gesamte Windkraftanlage heruntergefahren

Nach dem Vorfall vom Mittwoch reagierte das Umweltministerium schnell. Bei der "Centrale ornithologique" wurde laut einer Mitteilung ein detaillierter Bericht angefordert und die Natur- und Forstverwaltung damit beauftragt, vor Ort Ermittlungen aufzunehmen.

Der Betreiber hat die Anlage nach Rücksprache mit dem Umweltministerium bis zur Aufklärung des Vorfalls heruntergefahren.

Laut einer Pressemitteilung des Umweltministeriums vom Donnerstag unterlägen Windkraftanlagen strikten Auflagen zum Schutz seltener Vogelarten. Es müssten zum Beispiel Maßnahmen ergriffen werden, die Rotmilane aus der Gefahrenzone weglocken. Während Mäh- und Bodenarbeiten müssen Windanlagen zudem ausgeschaltet werden, da die Vögel vom verstärkten Nahrungsangebot angezogen werden.

Um das Flugverhalten der Greifvögel zu dokumentieren, wird zudem seit 2015 ein Besenderungsprojekt durchgeführt, so das Umweltministerium am Donnerstag.


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