Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Tote Rinder in Mensdorf: Schwerer Verstoß gegen Tierschutzgesetz
2015 waren die Galloway-Rinder in Mensdorf noch in guter Gesundheit

Tote Rinder in Mensdorf: Schwerer Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Foto: Anouk Antony
2015 waren die Galloway-Rinder in Mensdorf noch in guter Gesundheit
Lokales 20.12.2016

Tote Rinder in Mensdorf: Schwerer Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Neun Galloway Rinder verstarben Ende September auf einer Weide nahe Mensdorf. Die Tiere waren extrem vernachlässigt worden.

(jag) - Es ist ein besonders schlimmer Fall von Misshandlung von Tieren: Am 21. November entdecken Mitarbeiter der Naturverwaltung auf einer Weide in Mensdorf Rinderkadaver. Es handelt sich um sogenannte Galloway-Rinder welche im Rahmen des Labels "Naturschutz Fleesch" extensiv gehalten wurden.

Die CSV-Abgeordnete Françoise Hetto-Gaasch bat in einer parlamentarische Anfrage um weitere Erklärungen. Laut Landwirtschaftsminister Fernand Etgen seien insgesamt 6 Tierkadaver auf der 40 Hektar großen Weide aufgefunden worden. Zwei Kadaver waren bereits skelettiert, vier weitere waren stark verwest. Drei weitere Tiere verendeten noch nach ihrem Auffinden.

Tod durch Parasitenbefall

Eine erste Analyse zeigte einen starken Parasitenbefall, der langfristig zum Tod der Tiere führte. Den beiden Haltern wird deshalb ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.

Auch wenn die Tiere im Rahmen des Labels "Naturschutz Fleesch" gehalten wurden, bedeutet dies nicht, dass sie auf einer Weide sich selbst überlassen werden sollen. Laut Lastenheft muss der Gesundheitszustand der Tiere regelmäßig überprüft werden. Zuständig ist dafür in erster Linie der Besitzer.

Auch extensive Haltung folgt Regeln

Werden Auffälligkeiten entdeckt, muss das Tier behandelt oder ein Veterinär eingeschaltet werden. Auch Tiere in extensiver Haltung dürfen und sollen gegen Parasitenbefall behandelt werden. Einzig der Einsatz von Antibiotika kann nur im Bedarfsfall von einem Tierarzt verordnet werden.

Auflagen, welche in diesem Fall nicht eingehalten wurden, so Etgen. Deshalb musste auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Parallel werden in diesem Fall aber auch Prämien für die extensive Haltung gestrichen oder zurückgefordert.

Allgemein stelle die ganzjährige extensive Rinderhaltung keine Probleme dar, so Etgen, allerdings kommen wegen der speziellen Boden- und Witterungsverhältnisse nur besonders robuste Rassen in Frage. Zudem ist eine regelmäßige Überwachung des Gesundheitszustandes vorgeschrieben. Angesichts des gravierenden Verstoßes werden die zuständigen Dienste der Naturverwaltung diese Art der Beweidung künftig verstärkt kontrollieren.   













   


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Tierquälerei-Prozess: Im Kuhstall dahinvegetiert
Zwei Landwirte aus Aspelt müssen sich wegen schwerer Misshandlung eines Hundes vor Gericht verantworten. Das Tier war quasi verhungert und starb an Nierenversagen. Die Angeklagten riskieren eine Haftstrafe.
Wegen schwerer Misshandlung eines Hundes stehen zwei Landwirte aus Aspelt vor Gericht.
Landwirtschaft: Kulturkampf im Kuhstall
Der Strukturwandel hat den Agrarsektor umgekrempelt. Viele Höfe sind verschwunden, andere Betriebe wurden größer. Dadurch hat sich auch die Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Bauern verändert.
Die Akzeptanz für die Landwirtschaft schwindet, nicht zuletzt deshalb, weil die Vorstellungen der Bürger und die Realität auf den Höfen auseinanderklaffen.
Landwirtschaft: Die Viehhaltung ist unverzichtbar
In der kürzlich unter der Rubrik „Wissen & Forschung“ erschienenen Serie muss der Fleischkonsum als Ursache für eine ganze Reihe von Umweltschäden herhalten und wird darüber hinaus auch noch als Hauptursache für den Hunger in der Welt dargestellt...