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Tornado: Hilfe auf zwei Ebenen
Lokales 2 Min. 20.08.2019

Tornado: Hilfe auf zwei Ebenen

Der Ort Biff veranschaulicht den Stand des Wiederaufbaus. Vorne rechts liegen noch Reste eines Hochspannungsmasts. Die dachlosen Häuser sind mit Planen abgedeckt. Während die Läden und Tankstellen geöffnet haben, sind noch nicht alle Restaurants in Betrieb.

Tornado: Hilfe auf zwei Ebenen

Der Ort Biff veranschaulicht den Stand des Wiederaufbaus. Vorne rechts liegen noch Reste eines Hochspannungsmasts. Die dachlosen Häuser sind mit Planen abgedeckt. Während die Läden und Tankstellen geöffnet haben, sind noch nicht alle Restaurants in Betrieb.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 2 Min. 20.08.2019

Tornado: Hilfe auf zwei Ebenen

Luc EWEN
Luc EWEN
Das Familienministerium bietet Opfern des Tornados nicht nur finanzielle Unterstützung sondern auch psychologische Hilfe.

„Sechs Anfragen für finanzielle Unterstützung sind seit dem Tornado bei uns angekommen“, so Familienministerin Corinne Cahen gestern im Gespräch mit dem LW. Sechs? Das erscheint auf den ersten Blick recht wenig. „Wir zahlen erst dann, wenn die Versicherung nicht für den Schaden aufkommt. Da die Antragsteller also erst eine Absage von ihrer Versicherungsgesellschaft einholen müssen, ehe sie sich überhaupt an uns richten können, finde ich, dass sechs Anträge eigentlich nach anderthalb Wochen schon recht viel sind“, so die Ministerin auf diesen Einwand hin. 


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Die Anträge, die bisher im Ministerium eingegangen sind, betreffen denn auch spezielle Fälle, bei denen von vornherein klar ist, dass zwar eine Notsituation besteht, die Versicherung dennoch nicht einspringen wird. 

Als Beispiel nennt Corinne Cahen den Fall von Familien, deren zukünftiges Haus sich noch im Bau oder in Renovierung befindet. Im vorliegenden Fall kommt die Versicherung nicht für den Schaden auf. Dennoch steht eine Familie, die in dieser Situation ist, unverschuldet vor einer finanziellen Notlage. „Dann helfen wir natürlich“, so Corinne Cahen.

Sie erinnert aber daran, dass dies eine Ausnahme zur Regel ist. Die besagt, dass prinzipiell nur Schäden an Erstwohnungen und nicht an Zweitwohnungen übernommen werden.

In den Bürgerversammlungen in Lamadelaine und Niederkerschen (siehe LW vom Freitag), hatten sich einige Betroffene nach einem Schadenersatz für beschädigte Zweitwohnungen oder Autos erkundigt. Andere wiederum berichteten von einer beschädigten Sauna oder einem zerstörten Archiv mit Zeitungsartikeln aus den 1960er-Jahren. 

Traumatische Erlebnisse

In der Bürgerversammlung hatte Corinne Cahen dazu klargestellt, dass es sich bei den Hilfen ihres Ministeriums um eine soziale Maßnahme handelt. Die sei dazu da, eine primäre Not zu lindern und nicht um Luxusartikel zu ersetzen. 

Die Hilfe des Familienministeriums muss auch nicht rein finanzieller Natur sein. Eine Familie hatte dem LW berichtet, dass ihre Kinder noch Tage nach dem Tornado in einer Art Schockzustand seien.

Die Familie war kurz vor dem Tornado im Auto unterwegs. Als man gerade aussteigen wollte, erreichte die Windhose das inzwischen geparkte Auto, in dem sich die Familie noch befand. „Das Auto wurde kräftig vom Wind durchgerüttelt. Die Kinder schrien.“ Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Aber auch Tage danach seien die Kinder noch verängstigt gewesen und hätten sehr verändert gewirkt, berichten die Eltern. 

Auch bei solchen Fällen bietet das Familienministerium Hilfe an. So können Betroffene psychologische Unterstützung beantragen. Fünf konkrete Anfragen diesbezüglich seien seit dem Tornado im Familienministerium eingegangen, so Corinne Cahen. „Auch wer Probleme beim Ausfüllen von Formularen hat, kann sich an uns wenden“, fügt die Familienministerin hinzu. 


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