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Together Against Mobbing: Schüler sagen den Schikanen den Kampf an
Lokales 2 Min. 24.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Together Against Mobbing: Schüler sagen den Schikanen den Kampf an

Jeder fünfte Jugendliche wurde bereits online gemobbt.

Together Against Mobbing: Schüler sagen den Schikanen den Kampf an

Jeder fünfte Jugendliche wurde bereits online gemobbt.
Foto: Getty Images
Lokales 2 Min. 24.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Together Against Mobbing: Schüler sagen den Schikanen den Kampf an

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Belästigung, Erpressung und Cybermobbing: Engagierte Schüler des „Lycée Aline Mayrisch“ wollen, mit selbst produzierten Videos, Mitschüler und Erwachsene auf diese Problematik aufmerksam machen.

"Was einmal im Internet steht, wird für immer darin zu finden sein." Mit diesem erschreckenden Satz erklärt Estelle, eine Schülerin des Lyzeums Aline Mayrisch und Protagonistin in einem der vorgestellten Kurzfilmen, warum der Kampf gegen Cybermobbing so wichtig ist. „Die Beleidigungen im Netz haben kein Gesicht, doch sie sind da und oft äußerst verletzend“, erklärt die engagierte Schülerin, die mit 29 weiteren Schülern des Gymnasiums am „Geesseknäppchen“ an diesem Präventionsprojekt arbeitet.

Die Beleidigungen im Netz haben kein Gesicht.

Unter dem Motto „Together Against Mobbing“ wurden jetzt insgesamt drei Kurzfilme vorgestellt, in denen jeweils die Themen Mobbing, Racketing (Erpressung) und Cybermobbing aufgegriffen werden. Für Skript, Darstellung und Regie zeichnen sich die Schüler verantwortlich.

„Viele ,Racketing‘-Opfer nehmen die Situation oft klaglos hin – aus Angst. Zuhause lassen sie sich nichts anmerken, um nicht aufzufliegen. Hauptsache, die Eltern geben ihnen weiterhin Geld, um es dann dem Erpresser auf dem Schulhof zu geben“, erklärt eine Gymnasiastin und fügt hinzu, dass Erpressung eine Straftat ist.

Viele Jugendliche leiden an den Folgen der Belästigungen

Abwesenheit, vorzeitiger Schulabbruch, Depressionen und sogar Suizidgedanken sind keine Einzelfälle. Bildungsminister Claude Meisch rechnet vor, dass laut einer OECD-Studie jeder sechste Jugendliche mit Mobbing konfrontiert wird. Jeder fünfte leidet unter Cybermobbing. Es wird vermutet, dass wenigstens ein Schüler pro Klasse schon an Suizid gedacht hat. Deshalb sei es also die Aufgabe aller – Eltern, Lehrer, Freunde und Mitschüler – aufmerksam zu sein, um aktiv gegen Mobbingsituationen vorzugehen.

Die drei kurzen Filme werden in Form einer DVD oder eines USB-Sticks, zusammen mit einem dazugehörenden Handbuch als pädagogisches Material an andere Sekundarschulen in Luxemburg weitergereicht.

Ziel ist es, den Kampf gegen körperliche und moralische Gewalt an den Schulen weiterzuführen und so bleibende Schäden und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen zu vermeiden. Denn: „Auch Mobbingtäter, die nicht rechtzeitig gebremst und zur Rechenschaft gezogen werden, riskieren in der Zukunft, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten“, betont Staatssekretärin Francine Closener.

Die Träger dieser Initiative sind, neben den Schülern und des Medienteams des „Lycée Aline Mayrisch“, die regionale Präventionsabteilung der Polizei und das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend. Auch die Jugendschutz-Abteilung der Staatsanwaltschaft, der „Service national de la jeunesse“, die Initiative „Bee secure“ und der Verein „Kanner-Jugendtelefon“ haben sich als Partner an diesem Bildungsprojekt beteiligt.


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