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Tödlicher Nachbarschaftsstreit: Wenn der Hund mit der Katze
Lokales 18.01.2019

Tödlicher Nachbarschaftsstreit: Wenn der Hund mit der Katze

Der Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken ist auf insgesamt drei 
Verhandlungstage angesetzt.

Tödlicher Nachbarschaftsstreit: Wenn der Hund mit der Katze

Der Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken ist auf insgesamt drei 
Verhandlungstage angesetzt.
Foto: Shutterstock
Lokales 18.01.2019

Tödlicher Nachbarschaftsstreit: Wenn der Hund mit der Katze

Ein Streit mit tödlichem Ausgang zwischen Luxemburgern im deutschen Grenzgebiet wird seit Anfang der Woche vor dem Landgericht Saarbrücken verhandelt.

(str) -  Seit Montag muss sich ein 53-jähriger Luxemburger vor dem Landgericht Saarbrücken wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, soll der in Perl lebende Mann seine ebenfalls aus Luxemburg stammende Nachbarin am 13. November 2017 im Streit so schwer verletzt haben, dass sie zwei Tage später starb.

Der Angeklagte selbst ist im Prozess noch nicht zu Wort gekommen. Gegenüber der Polizei habe er aber ausgesagt, er habe in Notwehr auf einen Angriff des späteren Opfers reagiert.

Die Nachbarin habe zuerst mit der Hand gegen das Auto geschlagen, dann mit Steinen nach dem Fahrer geworfen. Er habe sich daraufhin gewehrt und es sei zu einem Gerangel gekommen, bei dem beide in den Steingarten der Nachbarin gefallen seien.

Keine Zeugen

Die Polizei fand die 52-jährige Frau an jenem Abend bewusstlos am Boden liegend auf. Die Ehefrau des heutigen Angeklagten hatte die Sicherheitskräfte gerufen, um zu melden, dass er soeben von der Nachbarin angegriffen worden sei.

Wie RTL in einem Bericht zum Prozess meldete, gibt es keine Zeugen des Vorfalls. Der Streit zwischen den Nachbarn in einer beschaulichen Sackgasse in Perl dauere aber bereits seit Jahren an. Es seien Autos zerkratzt worden, Schläge ausgetauscht und gegenseitige Strafanzeigen gestellt worden.

Der Auslöser für den Streit geht der „Saarbrücker Zeitung“ zufolge darauf zurück, dass der Rottweiler des Angeklagten immer der Katze der Nachbarin nachgejagt sei.

Leblos, mit offenen Augen

Während sich das Schwurgericht am ersten Verhandlungstag, am Montag, ausschließlich mit den nachbarlichen Beziehungen befasste, sollen am Freitagvormittag, wenn der Prozess fortgesetzt wird, die Todesumstände thematisiert werden. Hierzu soll ein Rechtsmediziner die Erkenntnisse aus der Autopsie der Toten vortragen.

Als die Polizei vor Ort eintraf, lag die 52-jährige Frau bewusstlos im Steingarten vor ihrem eigenen Haus. Sie hatte die Augen weit offen, ihre Atmung und ihr Puls hatten ausgesetzt. Die Polizisten leiteten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein, während das Nachbarehepaar, dem Zeitungsbericht zufolge, tatenlos von der gegenüberliegenden Straßenseite aus zusah.

Das Opfer starb am 15. November 2017 an einem hypoxischen Hirnschaden: Die Sauerstoffversorgung des Gehirns war zu lange unterbrochen worden.

Eine weitere Verhandlung ist am 28. Januar vorgesehen.