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Tödlicher Arbeitsunfall: Unternehmen soll zahlen
Lokales 14.11.2019

Tödlicher Arbeitsunfall: Unternehmen soll zahlen

Das Urteil ergeht am 11. Dezember.

Tödlicher Arbeitsunfall: Unternehmen soll zahlen

Das Urteil ergeht am 11. Dezember.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 14.11.2019

Tödlicher Arbeitsunfall: Unternehmen soll zahlen

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Monate nach einem Sturz von einem Dach war ein Arbeiter an seinen Verletzungen verstorben. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte nun eine Geldstrafe gegen das Unternehmen, das für die Baustelle zuständig war.

Ein Einsatz auf einem Dach in Oberkerschen am 23. April 2015 endet für einen Arbeiter fatal. Er fällt durch ein Loch circa acht Meter in die Tiefe. Der Mann überlebt, er erleidet aber ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und weitere Verletzungen. Dem Mann muss das linke Bein amputiert werden. Zudem entstehen durch das Schädel-Hirn-Trauma Komplikationen. Der Mann trägt schwere neurologische Schäden davon. Mehrere Eingriffe sind notwendig. Am 12. November 2015 stirbt der 57-Jährige.

Zwischen dem Unfall und dem Tod besteht einem Rechtsmediziner nach „ganz klar eine Kausalität“. Ohne medizinische Versorgung hätten die Verletzungen gar unweigerlich zum Tod geführt.

Das für die Baustelle verantwortliche Unternehmen musste sich nun vor Gericht verantworten. Der Firma wird vorgeworfen, nicht alle Maßnahmen getroffen zu haben, um die Sicherheit des Mannes zu gewähren. So soll der Arbeiter zum Zeitpunkt des Unfalls nicht gesichert und das Loch im Dach nicht klar ausgezeichnet gewesen sein. Zudem soll der Mann nicht die nötigen Einweisungen bekommen haben.

Fehlerhaftes Verhalten der Firma

Zwei Arbeiter bestätigten vor Gericht, dass die Männer nicht gesichert waren. Dies sei für die Arbeit nicht nötig und wohl ohnehin unmöglich gewesen. Der Mann sollte auf dem Dach den beiden Arbeitern helfen, lange Blechteile von dem Ort, an dem sie ein Kran abgelegt hatte, näher zur eigentlichen Baustelle zu bringen. 150 Meter seien hierzu auf einem recht flachen Untergrund zurückzulegen gewesen. Die Blechteile sollten genutzt werden, um das Loch abzudecken. Mit diesen Arbeiten habe das Opfer aber nichts zu tun gehabt.

Der Mann, der zwar für „Arbeiten in der Höhe“ ausgebildet war, dessen Job aber nicht darin bestand, Arbeiten auf einem Dach auszuführen, habe die Anweisung bekommen, sich nicht in die Nähe des Lochs zu begeben. Diesen Befehl soll er dem Anwalt des Unternehmens nach nicht befolgt haben. Er habe somit den Unfall selbst verschuldet.


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
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Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach seinerseits von einem fehlerhaften Verhalten der Firma. Es sei nicht die Mission des Opfers gewesen, auf ein Dach zu steigen, um Bleche zu tragen. Zudem sei das Loch nicht gesichert gewesen. Er forderte eine angemessene Geldstrafe. Die Angehörigen des Verstorbenen beantragten 375.000 Euro Schadenersatz.

Das Urteil ergeht am 11. Dezember.

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