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Todesfälle in Bereldingen: Polizist verhaftet
Lokales 2 Min. 29.09.2016 Aus unserem online-Archiv

Todesfälle in Bereldingen: Polizist verhaftet

Die Ermittlungen drehten sich am Mittwoch um das Mehrfamilienhaus in Bereldingen.

Todesfälle in Bereldingen: Polizist verhaftet

Die Ermittlungen drehten sich am Mittwoch um das Mehrfamilienhaus in Bereldingen.
Foto: Steve Remesch
Lokales 2 Min. 29.09.2016 Aus unserem online-Archiv

Todesfälle in Bereldingen: Polizist verhaftet

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Nachdem am Sonntag zwei junge Menschen in Bereldingen auf rätselhafte Art und Weise zu Tode gekommen sind, ist am Donnerstagnachmittag ein 26-jähriger Polizist verhaftet worden.

(str) - Nachdem am Sonntag zwei junge Menschen in Bereldingen auf rätselhafte Art und Weise zu Tode gekommen sind, ist am Donnerstagnachmittag ein 26-jähriger Polizist verhaftet worden.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, steht er unter Verdacht, "den Tod seiner 29-jährigen Schwester und deren 31-jährigen Freundes herbeigeführt zu haben". Der Polizeibeamte, der seit 2011 im Dienst ist, wird am Freitag dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Blausäure im Verdacht

Nachdem der Fall am Montag bekannt gegeben wurde, waren zunächst nur wenige Details bekannt. So etwa, dass das Paar am Vormittag in Vianden an einer IVV-Wanderung und an einer Spirituosenverkostung teilgenommen hatte. Dann seien sie in die Wohnung des Polizisten gefahren.

Den Angaben des nun Verhafteten zufolge, hätte das Paar zu diesem Zeitpunkt bereits über Übelkeit geklagt. Wenige Minuten später seien Beide bewusstlos geworden. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden jungen Menschen feststellen.

Bereits am Tatort kam offenbar eine mögliche Blausäure-Vergiftung zur Sprache. Noch am gleichen Tag wurden leere und volle Flaschen der Verkostung in Vianden beschlagnahmt. Zudem wurde eine Autopsie der beiden Toten, sowie ein toxikologisches Gutachten angeordnet.

Auffällige Parallelen

Nicht unbeachtet blieb bei den Ermittlungen zudem ein Vorfall aus dem Jahr 2014 in der gleichen Wohnung in Bereldingen: Damals war die Mutter des Polizisten zu Tode gekommen, ebenfalls - zumindest den Angaben des nun Verhafteten zufolge - nachdem sie über Übelkeit geklagt hatte. Die Frau wurde schließlich tot in der Badewanne gefunden. Der Notarzt schloss auf einen natürlichen Tod. Es wurde keine Autopsie in Auftrag gegeben.

Allerdings hielt bereits damals ein Polizist im Abschlussbericht fest, dass der Sohn den Tod der Mutter auffallend gelassen aufgenommen haben soll.

Kein Unfall

Der Durchbruch in den Ermittlungen erfolgte dann allem Anschein nach am späten Mittwochvormittag. Über Mittag wurden nämlich Spurensicherer der Kriminalpolizei eiligst zum Ort des Geschehens beordert. Unterstützt von Polizeischülern und Gemeindearbeiten wurde die direkte Umgebung des Mehrfamilienhauses peinlichst genau durchsucht. Laut Anweisung: in Wurfdistanz zur Wohnung im Dachgeschoss des Gebäudes.

Zu diesem Zeitpunkt verhängte die Staatsanwaltschaft zudem eine komplette Nachrichtensperre. Ein weiterer Hinweis dafür, dass wohl ein entscheidender Fortschritt bei den Ermittlungen gelungen war.

Bei der Suche in Bereldingen wurden mehrere Gegenstände beschlagnahmt. Ob diese letztendlich zur Verhaftung des 26-jährigen Polizisten beigetragen haben, ist unklar.





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