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Tod eines Obdachlosen in Findel: Neuer Prozess erwartet
Lokales 05.07.2017

Tod eines Obdachlosen in Findel: Neuer Prozess erwartet

An dieser Bushaltestelle soll das Opfer mit Füßen gegen den Kopf getreten worden sein.

Tod eines Obdachlosen in Findel: Neuer Prozess erwartet

An dieser Bushaltestelle soll das Opfer mit Füßen gegen den Kopf getreten worden sein.
Steve Remesch
Lokales 05.07.2017

Tod eines Obdachlosen in Findel: Neuer Prozess erwartet

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Nachdem am 15. Juni ein zweiter Verdächtiger im Fall des bislang ungeklärten Todes eines Obdachlosen am 28. März 2014 in Findel verhafte wurde, deutet sich an, dass das Gerichtsverfahren neu aufgerollt werden könnte - diesmal gegen zwei Angeklagte.

(str) -Als die Nachricht am 15. Juni fiel, war schnell klar, dass sie Folgen für den Prozess um den Tod eines Obdachlosen in Findel haben musste: In Frankreich war der zweite mutmaßliche Täter festgenommen worden, jener Mann, der in den Gerichtsverhandlungen beschuldigt worden war, am 28. März 2014 das Opfer mit Füßen gegen den Kopf getreten zu haben.

Die drei Männer waren an jenem Tag, dem Geburtstag des späteren Todesopfers, unweit der Obdachlosenunterkunft der „Wanteraktioun“, in Findel aus dem Bus gestiegen. Ein bereits zuvor begonnener Streit endete damit, dass einer der drei Männer bewusstlos am Boden lag. Zeugen sagten vor Gericht aus, sie hätten gesehen, dass einer der Angreifer mit Füßen gegen den Kopf getreten habe.

Das bestätigte auch Evaldas B. im Prozess. Er führte vor, wie sein damaliger Begleiter das am Boden liegende Opfer schwungvoll mit Füßen trat. Der 41-jährige Luxemburger lag nach dem Vorfall im Koma und verstarb zehn Tage später. Ein rechtsmedizinisches Gutachten konnte allerdings nicht abschließend klären, was genau zum Tod des Mannes geführt hatte: ein medizinisches Problem, ein Sturz oder ein gewaltsamer Angriff.

Infolgedessen hatte die Staatsanwaltschaft auch lediglich den Anklagepunkt der unterlassenen Hilfeleistung aufrechterhalten und vier Jahre Haft gegen Evaldas B. gefordert. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Haupttäters wurde 
die Urteilsverkündung kurzfristig ausgesetzt.

Am Mittwoch befasste man sich mit dieser Entwicklung vor der Kriminalkammer. Die Richter wollen nun am 11. Juli entscheiden, ob sie das Urteil gegen Evaldas B. aufgrund des bisherigen Prozesses sprechen werden, oder einen neuen Prozess gegen zwei Angeklagte anstreben wollen. Letztere Möglichkeit gilt als die wahrscheinlichere.


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