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Tod des kleinen Enzo: Enttäuschende Antworten auf einen Todesfall
Lokales 2 Min. 21.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Tod des kleinen Enzo: Enttäuschende Antworten auf einen Todesfall

Trotz Behandlung in der Notaufmahme verstarb der vierjährige Enzo.

Tod des kleinen Enzo: Enttäuschende Antworten auf einen Todesfall

Trotz Behandlung in der Notaufmahme verstarb der vierjährige Enzo.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 21.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Tod des kleinen Enzo: Enttäuschende Antworten auf einen Todesfall

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die Eltern des vor vier Monaten verstorbenen vierjährigen Enzo geben sich mit den Erklärungen der CHEM-Verantwortlichen nicht zufrieden.

Von Jacques Ganser

Die Eltern des am 11. Februar in der „Kannerklinik“ verstorbenen vierjährigen Enzo reagieren zunehmend mit Unverständnis auf das Verhalten des damals behandelnden Arztes und die Erklärungen der CHEM-Leitung. 

Der Junge war vor vier Monaten mit starken Bauchschmerzen in die Notaufnahme des „Centre Hospitalier Emile Mayrisch“ in Esch eingeliefert worden und wurde später wieder nach Hause geschickt. 

Am folgenden Tag verschlechterte sich sein Zustand trotz eines zweiten Besuchs in der Notaufnahme. Nachdem der Junge in die „Kannerklinik“ verlegt wurde, verstarb er dort einen Tag später.

Drängende Fragen

Am vergangenen Freitag hatten die Eltern des Jungen eine Unterredung mit dem Leiter des Escher Krankenhauses Dr. Michel Nathan, dem medizinischen Direktor Dr. Claude Birgen sowie mit dem Schlichter des Krankenhauses und dem damals diensthabenden Arzt der Notaufnahme, Dr. Frank F. Die Eltern wollten im Rahmen dieses Gespräches weitere Informationen zur Behandlung ihres Sohnes.

In einem Schreiben stellen die Eltern noch einmal die drängendsten Fragen: Warum wurde der schlechte Zustand ihres Sohnes beim zweiten Besuch am Freitagmorgen nicht bemerkt? Wie eine später durchgeführte Autopsie ergab, litt der Junge an einer akuten bakteriellen Darmentzündung, welche zu einem Darmverschluss und später zum Tod führte.

Der Junge hatte seit mehr als 36 Stunden erbrochen und keine Flüssigkeit mehr zu sich genommen, die Bauchschmerzen seien extrem gewesen und der Darm seit 36 Stunden ohne jegliche Aktivität. Diese Symptome seien in der Pädiatrie ein deutliches Warnzeichen. 

Warum wurde dieser lebensbedrohliche Zustand nicht festgestellt, obwohl die Symptome laut Eltern eindeutig waren? Warum wurde das Kind nicht sofort in die „Kannerklinik“ überwiesen? Und warum wurden die Eltern nicht darüber informiert, dass der behandelnde Notdienst-Arzt keine Ausbildung als Kinderarzt hatte?

Nach Angabe der Eltern hat die Leitung des CHEM am Freitag darauf verwiesen, dass man aus Gründen der Kosten und der internen Organisation nicht auf einen Kinderarzt als Notarzt zurückgreifen könnte. Zudem sei das Escher Krankenhaus nicht auf Notfälle von Kindern spezialisiert.

Enttäuschende Antworten

Alles in allem zeigen sich die Eltern von den Erklärungen enttäuscht, insbesondere was die Behandlung während des zweiten Besuches am Freitagmorgen betrifft. Hier steht nach Darstellung der Eltern ihre eigene Aussage gegen jene des Arztes.

Aber auch das Verhalten des behandelnden Arztes während des Gesprächs am Freitag sei nicht angebracht gewesen. 

Vorläufig wollen sich Enzos Eltern in einem Schreiben an den Premierminister und an die Gesundheitsministerin wenden. Zudem will man die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft abwarten. Diese hatte sich kurz nach dem Tod des Kindes wegen „mort suspecte“ eingeschaltet.


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