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Tigermücke im Anflug
Lokales 2 Min. 21.09.2020

Tigermücke im Anflug

Die asiatische Tigermücke wird demnächst in Luxemburg heimisch werden. Mangels Erreger wird aber nicht gleich jeder Stich krank machen.

Tigermücke im Anflug

Die asiatische Tigermücke wird demnächst in Luxemburg heimisch werden. Mangels Erreger wird aber nicht gleich jeder Stich krank machen.
Getty Images/iStockphoto
Lokales 2 Min. 21.09.2020

Tigermücke im Anflug

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Exotische Stechfliegen finden vermehrt den Weg nach Luxemburg. Das muss aber kein Grund zur Panik sein.

Zwar sind Stechmücken hierzulande seit Ewigkeiten heimisch, die Varianten und Unterarten, die sich angesichts des Klimawandels mittlerweile hier niederlassen, sind allerdings wegen der Krankheiten, die sie übertragen, durchaus eine neue Plage. Das bestätigt auch Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage des DP-Abgeordneten Gusty Graas. 

Entwarnung gibt es allerdings zuerst für die sogenannte Phebotomus-Mücke, welche die berüchtigte Parasitenkrankheit Leishmaniose überträgt. Das Insekt wurde zwar bereits in der Großregion, nicht aber in Luxemburg nachgewiesen. Eine andere Art hingegen ist den Forschern des Naturmusée bereits ins Netz gegangen: die sogenannte japanische Tigermücke. Das Naturmusée arbeitet zurzeit am Aufbau eines sogenannten Mückenatlas, der im Zuge des Klimawandels das Auftauchen neuer Arten systematisch dokumentieren soll. 


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Nachweise in Luxemburg

Die japanische Tigermücke wurde zum ersten Mal am 4. Juli 2018 im Ourtal in Stolzemburg nahe der deutschen Grenze nachgewiesen. Insgesamt wurden seither in Luxemburg 16 Fundorte aufgezählt. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei von der Mitte des Ourtales Richtung Süden bis nach Ernster und westlich bis nach Kautenbach und Ettelbrück. Bei der aktuellen Verbreitungsgeschwindigkeit dürfte die Stechmücke bis Ende des Jahres das gesamte Großherzogtum besiedelt haben. Auch wenn die japanische Tigermücke keine direkte Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellt, so spielt sie vor allem bei der Verbreitung des Westnil-Virus eine Rolle. Dieses Virus wird vor allem auf Vögel übertragen, beim Menschen verursacht es in der Regel leichte Grippesymptome. 

Tigermücke bald in Luxemburg

Die bekannteste der invasiven Stechmückenarten ist aber wohl die asiatische Tigermücke. Sie wurde in sämtlichen Nachbarländern nachgewiesen, der Luxemburg am nächsten gelegene Nachweis erfolgte auf einer Autobahnraststätte im belgischen Arlon. Laut Umweltministerin Dieschbourg ist davon auszugehen, dass diese Mücke demnächst in Luxemburg auftauchen wird. Sie gilt vor allem als Überträger der Tropenkrankheiten Chikungunya-Fieber und Dengue. Da in Luxemburg aber kaum infizierte Menschen anzutreffen sind, wird das Übertragungsrisiko durch die Mücke auch sehr niedrig sein.   

Um eventuelle Neuankömmlinge im Auge zu behalten, hat das Naturmusée im Zuge eines europäischen Programmes an der Aire de Berchem und an der Aire de Capellen Beobachtungsstationen eingerichtet. Die Stationen stehen jeweils in nördlicher Fahrtrichtung, weil dies dem Ausbreitungsweg der Mücken entspricht. Die Station besteht aus einer Eierfalle, welche alle 15 Tage inspiziert wird.

 Einreise über Schiene und Straße

Als Haupteinfallstore gelten neben dem Schwerverkehr auf den Autobahnen auch die Bahnhöfe, das CFL-Multimodal und der Flughafen. Trotz dieser Einfallstore bleibt das Risiko, in Luxemburg nach einem Stich zu erkranken, relativ gering, dies weil Krankheitsfälle in Luxemburg einfach fehlen. Fast alle registrierten Fälle wurden aus mediterranen oder tropischen Regionen importiert. 

Neben den Stechmücken haben sich aber auch verschiedene tropische Zeckenarten in Luxemburg etabliert, darunter die Hyalomma marginatum. Sie ist eine Zeckenart mit Verbreitung in subtropischen Regionen. Die Art besitzt medizinische Bedeutung als Vektor des Krim-Kongo-Fiebers und Fleckfiebers. Sie wurde 2018 in Düdelingen und 2020 in Befort und Aspelt nachgewiesen und dürfte sich weiter verbreiten. Im Süden des Landes verbreitet ist zudem die Auwaldzecke, die insbesondere Pferde und Hunde, aber auch den Menschen befällt. Sie ist Überträgerin der Lyme-Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME. 

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