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Tierschutzvereinigungen fehlt es an Geld
Lokales 2 Min. 24.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Tierschutzgesetz

Tierschutzvereinigungen fehlt es an Geld

Alle Tierheime in Luxemburg sind hoffnungslos überfüllt.
Tierschutzgesetz

Tierschutzvereinigungen fehlt es an Geld

Alle Tierheime in Luxemburg sind hoffnungslos überfüllt.
Illustrationsfoto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 24.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Tierschutzgesetz

Tierschutzvereinigungen fehlt es an Geld

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Die Tierschutzvereinigungen stehen einem neuen Tierschutzgesetz, in dem Tiere erstmals als Lebewesen mit Gefühlen anerkannt werden, prinzipiell positiv gegenüber. Doch der Schuh drückt noch an weiteren Stellen.

(rsd) - Das neue Tierschutzgesetz, das Ende dieses Jahres oder Anfang 2017 im Parlament behandelt werden soll, trifft bei den Tierschutzvereinigungen auf eine breite Zustimmung. Das erklärten die Vertreter von elf Vereinen im Rahmen des Welttiertags in Schifflingen. Begrüßt wird vor allem, dass Tiere in dem Gesetzestext erstmals als Lebewesen anerkannt werden, die auch Gefühle haben. Da bekanntlich dort, wo Licht ist, auch Schatten ist, befürchten die Tierschützer allerdings, dass es Probleme mit der praktischen Umsetzung des Gesetzes geben könnte.

Für die Tierschützer stellt sich die Frage, wer die Umsetzung finanzieren soll. Und hier befürchtet man, dass die Vereine und Gemeinden auf sich allein gestellt sein werden. So hätten nicht alle privaten Vereinigungen die Möglichkeit, ihren Verpflichtungen nachzukommen, meinte André Sacha, Präsident des Tierschutzvereins Schifflingen. Bedauert wurde auch, dass die Tierschutzvereinigungen absolut keine Befugnisse haben, wenn Fälle von Tierquälerei auftauchen. Auch in Zukunft werden sie wohl auf die Unterstützung der Polizei und der Gerichte angewiesen sein.

Hohe Kosten

Betont wurde auch, dass es Tierschutz nicht zum Nulltarif gibt. So wurden zum Beispiel im vergangenen Jahr landesweit 1 500 Katzen geimpft und sterilisiert, um zu verhindern, dass sie sich unkontrolliert vermehren. Solche Aktionen übersteigen allerdings oft den Finanzrahmen von privaten Vereinigungen. Zudem, so hieß es, seien viele Katzen wegen ihres schwierigen Charakters oft schwer an einen neuen Besitzer zu vermitteln, so dass sie zu Dauergästen in Tierheimen werden.

Bei der Finanzierung der Sterilisierung von Tieren sind die Tierschützer in der Regel auf die Unterstützung der öffentlichen Hand, sprich der Gemeinden, angewiesen. Als Musterknaben bei solchen Aktionen wurden die Gemeinden Schifflingen und Differdingen erwähnt. Beide übernehmen einen großen Teil der Kosten für den tierärztlichen Eingriff. Zudem, so der Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini, würde in der drittgrößten Gemeinde des Landes regelmäßig kontrolliert, ob Haustiere ordnungsgemäß angemeldet und gechipt sind.

Tierheime überfüllt

Und den privaten Tierschützern drückt noch an einer anderen Stelle der Schuh. Sorgen bereitet nicht nur die Tatsache, dass Tierschutz ein defizitäres Geschäft ist und Löcher in die Vereinskassen reißt, sondern auch der Umstand, dass alle Tierheime im Land hoffnungslos überfüllt sind. So besteht im Asyl in Gasperich derzeit eine Wartezeit von einem Monat. Auch in kleineren Einrichtungen, wie etwa in Schifflingen, wo im vergangenen Jahr 100 Katzen eingeliefert wurden, macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Dort gibt es inzwischen ebenfalls eine Warteliste.

Zumindest in Schifflingen zeichnet sich für die Tierschützer ein Silberstreif am Horizont ab. Dort soll das Tierheim, das in die Jahre gekommen ist, einem Neubau weichen. Schöffe Paul Weimerskirch stellte in Aussicht, dass die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen könnten. Und er fügte hinzu, Tierschutz sei auch eine wichtige Aufgabe für die Gemeinden.


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