Tief "Burglind"

Sturmfront hinterlässt Schäden in Luxemburg

(rc/mth) - Das Sturmtief „Burglind“ ist am Mittwoch in Luxemburg eingetroffen und hat an zahlreichen Orten Schäden angerichtet. Straßen mussten gesperrt werden, der Bahnverkehr war gestört und die Pegel der Flüsse stiegen an. Der Höhepunkt war jedoch bereits in den frühen Morgenstunden erreicht. Im Laufe des Tages soll der Sturm abflauen.

Alle Fotostrecken

Schon in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kippte die Wetterlage. Bereits in der zweiten Hälfte der Nacht zog starker Regen begleitet von böigem Wind über das Großherzogtum. Die ohnehin recht hohen Flusspegel sollen dadurch weiter ansteigen.

Einige Probleme im Verkehr

Am Mittwochmorgen um 9 Uhr wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h gemessen (violette Flächen).
Am Mittwochmorgen um 9 Uhr wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h gemessen (violette Flächen).
Screenshot: Windy

Der Notruf 112 meldete bis 9 Uhr morgens über 330 Anrufe, meist wegen umgestürzten Bäumen, die Straßen blockierten. An einigen Orten gab es Stromausfälle, die Rettungskräfte mussten schon in den frühen Morgenstunden 178 Einsätze durchführen. Im Laufe des Tages verdoppelte sich diese Zahl bis auf 400 Stück. Besonders schwer betroffen waren der Norden und der Osten des Landes. Insgesamt waren 550 Personen am Mittwoch an mehreren  Rettungseinsätzen beteiligt.

Der ACL meldete gegen 7.30 Uhr Probleme mit umgestürzten Bäumen an über 40 Stellen, darunter der Auffahrt zur Autobahn A1 Richtung Luxemburg in Mertert. Auch die Autobahn A4 musste am Verteiler Merl in Richtung Raemerich gesperrt werden. Gegen 10 Uhr hatte sich der Verkehr an den meisten Stellen wieder normalisiert.

Da weiterhin noch etliche Bäume auf der N10 zwischen Marnisch und Dosber Bréck liegen, bleibt diese bis auf Weiteres in den kommenden Tagen gesperrt.

Unfälle mit Bäumen, die auf Autos stürzten, wurden zwischen Windhof und Garnich, Bettel und Fouhren sowie Mertert und Manternach gemeldet. Dabei gab es einen Verletzten. Auch auf der Strecke CR118 von Müllerthal in Richtung Consdorf hatte ein Aufahrer Glück im Unglück als ein Baum auf sein Fahrzeug stürzte. Der Fahrer blieb unverletzt, das Auto aber erlitt einen Totalschaden.

Auf der A13 zwischen Mondorf und Altwies stand die Fahrbahn unter Wasser, ebenfalls auf der A13 Richtung Esch/Alzette lag vor dem Tunnel Ehleringen eine umgestürzte Straßenlaterne auf der Fahrbahn. Der ACL warnte allgemein vor Hindernissen, die vom Wind auf die Straßen geweht wurden.

Auch der Bahnverkehr wurde am Mittwochmorgen gestört. Probleme durch beschädigte Oberleitungen gab es auf den Strecken 50 (Luxemburg - Kleinbettingen), 30 (Luxemburg - Trier) und 70 (Luxemburg - Longwy). Auf den Strecken 50 und 30 wurden Ersatzbusse eingesetzt. Die Eisenbahngesellschaft CFL riet ihren Kunden, sich den ganzen Tag über online über eventuelle Probleme zu informieren. Kurzfristige Störungen seien den ganzen Tag über möglich.

Vorsicht in den kommenden Tagen

Eine allgemeine Warnung vor dem Aufenthalt im Wald gilt für den gesamten Tag und bei manchen Plätzen sogar für die kommenden Tagen. Die Gefahr durch herabstürzende Äste noch ist sehr hoch.

Der Sturm hat auch in Esch sein Unwesen getrieben. In den nächsten Tagen soll die Bevölkerung den Galgebierg nur dann wieder betreten, wenn die Förster dafür grünes Licht gegeben haben.
Der Sturm hat auch in Esch sein Unwesen getrieben. In den nächsten Tagen soll die Bevölkerung den Galgebierg nur dann wieder betreten, wenn die Förster dafür grünes Licht gegeben haben.
Grafik: www.geoportail.lu

Die Stadt Esch berichtet am Mittwochnachmittag, dass auch im Süden des Landes einige Schaden entstanden. Besonders der Galgebierg, der Tierpark und die umliegenden Lauf- und Fahrradwege sind betroffen. Der Bevölkerung wird geraten, diese Orte in den kommenden Tagen zu vermeiden, da einige davon bis auf Weiteres gesperrt sein werden.

Probleme mit Hochwasser wurden am Mittwoch zunächst wenige gemeldet. In Wasserbillig stand der Pegel knapp unterhalb der Esplanade. Einige Uferwege standen bereits unter Wasser. Die Pegelstände dürften aufgrund des anhaltenden Regens jedoch im Laufe des Tages weiter ansteigen. Unsere Hochwasserkarte bietet einen Überblick über die aktuellen Messwerte:

Stürmische Nacht auch in den Nachbarländer

Orkantief Burglind am Mittwochmittag: das Zentrum des Tiefs ist über Dänemark zu finden
Orkantief Burglind am Mittwochmittag: das Zentrum des Tiefs ist über Dänemark zu finden
Grafik: Wetter.net

Auch im benachbarten deutschen Grenzgebiet gab es bereits am Morgen größere Verkehrsbeeinträchtigungen. Vor allem in der Eifel und im Hunsrück waren zahlreiche Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert.

In Aachen wurden die bisher höchsten Windspitzen im Flachland gemessen: 122 km/h und das ist volle Orkanstärke, als Windstärke 12 Beaufort. Die Kaltfront zieht nun weiter Richtung Süden. Weit verbreitet blieb es allerdings bei den von uns gestern angekündigten Spitzenwindgeschwindigkeiten von 100 bis 110 km/h. In einigen Medien war gestern im Vorfeld zu lesen, dass Burglind Ähnlichkeiten mit Kyrill von 2007 haben würde, dem war aber erwartungsgemäß nicht der Fall. 

Auch in Frankreich verursachte der Sturm Stromausfälle in 200 000 Haushalten. Betroffen war am Mittwochvormittag vor allem der Norden und Nordosten des Landes von der Normandie bis nach Lothringen, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. 2000 Mitarbeiter seien im Einsatz, um die Versorgung wieder herzustellen. Auch im regionalen Zugverkehr kam es zu Beeinträchtigungen. Unter anderem wurde der Regionalverkehr im Elsass als Vorsichtsmaßnahme eingestellt, wie eine Sprecherin des Bahnkonzerns SNCF sagte. Die TGV-Fernzüge fuhren aber normal. 

Alarmstufe Orange

Böen von bis zu 120 km/h wurden in Frankreich gemessen.
Böen von bis zu 120 km/h wurden in Frankreich gemessen.
Grafik: DWD - wetter.net

  Zwischen sechs Uhr morgens und 16 Uhr ist im gesamten Großherzogtum mit Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern zu rechnen.   

Bis zum Abend soll sich das Wetter dann allmählich wieder etwas beruhigen. Trotzdem kann man bis kurz vor Mitternacht immer noch mit starkem Wind rechnen, mit Spitzen von 65 bis zu 89 Kilometern in der Stunde.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.