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Terroristische Bedrohung durch den Islamischen Staat: Asselborn: „Keine Panik“
Lokales 2 Min. 03.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Terroristische Bedrohung durch den Islamischen Staat: Asselborn: „Keine Panik“

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, Großbritannien oder auch Frankreich beteiligt sich Luxemburg nicht am militärischen Einsatz gegen den Islamischen Staat.

Terroristische Bedrohung durch den Islamischen Staat: Asselborn: „Keine Panik“

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, Großbritannien oder auch Frankreich beteiligt sich Luxemburg nicht am militärischen Einsatz gegen den Islamischen Staat.
REUTERS
Lokales 2 Min. 03.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Terroristische Bedrohung durch den Islamischen Staat: Asselborn: „Keine Panik“

Luxemburg beteiligt sich am internationalen Bündnis gegen den Islamischen Staat – wenn auch nur mit finanzieller Hilfe und nicht mit militärischen Mitteln. Eine höhere Terrorgefahr ist nicht ausgeschlossen.

Von Joëlle Merges

Seit knapp zwei Monaten fliegt die US-Luftwaffe gezielte Luftangriffe gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Irak; vor gut zehn Tagen wurden die Angriffe auf Syrien ausgeweitet. Am militärischen Einsatz beteiligen sich mittlerweile Großbritannien, Frankreich und Belgien, während Länder wie Deutschland Waffen an die Kurden im Nordirak liefern, um sie im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Die Dschihadistengruppe selbst hat der internationalen Koalition den Kampf erklärt; sie rief ihre Anhänger und Unterstützer auf, „ungläubige Amerikaner oder Europäer und vor allem die boshaften und dreckigen Franzosen“ zu töten.

Auch Luxemburg ist Teil der internationalen Koalition gegen den IS. Glaubt man Jean Asselborn, dann gibt es dazu keine Alternative: „Wie stünden wir als Land da, wenn wir uns nicht solidarisch mit unseren europäischen und internationalen Partnern zeigen würden?“, sagt der Diplomatiechef auf Nachfrage. Eine Aussage, die auf eine breite parlamentarische

Unterstützung stößt (Kritik wird lediglich von Déi Lénk laut): „Wir können und dürfen nicht abseits stehen“, meint Oppositionsführer und CSV-Fraktionschef Claude Wiseler.

Steigt mit dem Beitritt zur Anti-IS-Koalition die Terrorgefahr im Inland, und hält die Regierung Reisewarnungen für die Krisenherde für angebracht, wollte Laurent Mosar (CSV) in einer parlamentarischen Anfrage wissen. „Wenn der Islamische Staat Europa zum Feindbild erklärt, dann ist davon in einem gewissen Maße auch Luxemburg betroffen“, meint Asselborn.

Der Diplomatiechef nuanciert die vermeintliche Gefahrenlage jedoch: Weil sich Luxemburg lediglich finanziell (mit rund 300 000 Euro) und nicht militärisch an der Koalition beteiligt, stehe das Land weniger im Fokus der Dschihadisten als etwa die Vereinigten Staaten, Großbritannien oder auch Frankreich. Der Außenminister warnt vor Panikmache; konkrete Angaben über unmittelbare Gefährdung der Sicherheitslage liegen seinen Angaben zufolge derzeit nicht vor. Geht denn eine Gefahr von Dschihadisten aus, die sich von Luxemburg aus auf den Weg in die umkämpfte Region begeben hätten? Vor einigen Monaten hatte Jean Asselborn die Meldung bestätigt, dass zwei Einwohner aus Luxemburg im syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommen waren. Die beiden Männer wurden im Nachhinein von IS-Vorläufer Isis als Märtyrer gefeiert. Derzeit habe man keine Kenntnis davon, dass weitere Dschihadisten aus Luxemburg „unterwegs“ seien, so der Außenminister.

Reisewarnungen

Und wie ist es um die Sicherheit von luxemburgischen Staatsangehörigen bei Reisen in den Nahen beziehungsweise Mittleren Osten oder nach Nordafrika bestellt? Sollte man angesichts des Schicksals von Hervé Gourdel von Reisen etwa nach Algerien absehen? Gourdel sei nicht deswegen ermordet worden, weil er in Algerien unterwegs war, sondern weil er französischer Staatsbürger war, sagt der Außenminister, der seinen Landsleuten übrigens dazu rät, arabische Länder nur im Rahmen von Gruppenreisen zu besuchen, sich aber nicht alleine auf den Weg zu machen. Infolge der Bedrohung durch den Islamischen Staat hat das Außenministerium am Mittwoch neue Reisewarnungen ausgesprochen; von Reisen nach

Syrien, Jemen, Somalia, Libyen, in den Irak und in die Grenzregionen zu diesen Ländern wird formell abgeraten. Wer sich dennoch dorthin begibt, handelt in eigener Verantwortung.


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