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Telefonverkäufer, Betrüger, Umfragen: So wehrt man sich gegen lästige Anrufer
Lokales 4 Min. 03.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Telefonverkäufer, Betrüger, Umfragen: So wehrt man sich gegen lästige Anrufer

Wenn Fremde anrufen, ist Vorsicht geboten. Schließlich weiß man nie, wen man tatsächlich am anderen Ende der Leitung hat.

Telefonverkäufer, Betrüger, Umfragen: So wehrt man sich gegen lästige Anrufer

Wenn Fremde anrufen, ist Vorsicht geboten. Schließlich weiß man nie, wen man tatsächlich am anderen Ende der Leitung hat.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 4 Min. 03.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Telefonverkäufer, Betrüger, Umfragen: So wehrt man sich gegen lästige Anrufer

Lästige Verkäufer, dreiste Betrugsversuche, nervige Umfragen: Wenn auf der Festnetznummer ständig Fremde anrufen, mutiert das Haustelefon zum Plagegeist. Doch was tun, wenn man ständig belästigt wird?

(DL) - Lästige Verkäufer, dreiste Betrugsversuche, nervige Umfragen: Wenn auf der Festnetznummer ständig Fremde anrufen, mutiert das Haustelefon zum Plagegeist. Doch was tun, wenn man ständig belästigt wird?

Im besten Fall reicht eine klare Ansage. Oder Auflegen. Im schlimmsten Fall muss man auf drastischere Mittel zurückgreifen. Die da wären:

1) Nummern sperren lassen

Es besteht die Möglichkeit, einzelne Telefonnummern bei der Post sperren zu lassen. Bis zu 50 Nummern kann man auf diese Weise blockieren lassen.

2) Das Prinzip der Fangschaltung

Wird jemand häufig auf seiner Festnetznummer gestört, so rät das Post-Unternehmen dem Kunden, den Dienst „Interception d'appels malveillants“ aktivieren zu lassen. Dabei handelt es sich um das Prinzip der Fangschaltung.

An dem betroffenen Anschluss wird ein Fangparameter aktiviert. Geht ein störender oder böswilliger Anruf ein, so muss der Kunde nach der Annahme des Anrufs z. B. eine Taste drücken, um den Fangzustand in die Wege zu leiten. Auf diese Weise werden die Verbindungsdaten – Datum, Uhrzeit, Rufnummer (oder die Herkunft des Anrufs, die Telefongesellschaft, die Leitungsnummer), die angerufene Nummer und ggf. die Gesprächsdauer gespeichert.

Nach einem Monat wird dem Kunden ein Bericht mit allen betroffenen Anrufen zugestellt. Auf diese Weise können auch ausländische Nummern, Mobiltelefonnummern und Anrufe von anderen Anbietern registriert werden.

Wichtig ist aber zu erwähnen, dass diese Gespräche weder abgehört noch aufgenommen werden. Auffällige Nummern kann man in der Folge sperren lassen – oder aber sie bei der Polizei melden. Anzumerken gilt, dass geheime Nummern auf diesem Weg nicht angezeigt werden. Technisch sei es laut der Post zwar möglich, auch solche Anrufe zurückzuverfolgen. Da dies jedoch mit einem gewissen Aufwand verbunden sei, wird dies nur gemacht, wenn eine entsprechende Anweisung vom Untersuchungsrichter vorliegt.

3) Das Europäische Verbraucherzentrum um Rat fragen

Elisabeth Gieres, Juristin beim Europäischen Verbraucherzentrum Luxemburg (EVZ), rät Verbrauchern, bei Telefonverkäufern vorsichtig zu sein – weil man nie weiß, mit wem man es tatsächlich zu tun hat. Bevor man sich auf irgendetwas einlässt, sollte man sich demnach unbedingt eingehend informieren.

Wichtig sei, dass ein Verkäufer am Telefon gelieferte Informationen in jedem Fall auch schriftlich einreichen muss. Dem Kunden müsse eine richtige Rechnung, ein richtiger Vertrag zugeschickt werden – eine mündliche Abmachung reiche da nicht aus.

Wer sich nun dazu hinreißen lässt, einem Kauf zuzustimmen – ohne dies wirklich zu wollen – der sollte folgendes wissen: „Solange es keine schriftliche Vereinbarung gibt, ist der Verbraucher an nichts gebunden“, unterstreicht Elisabeth Gieres. Und: „Sobald einem etwas nicht geheuer ist, sollte man sagen, dass man nicht interessiert ist“, rät die Juristin.

Das Europäische Verbraucherzentrum Luxemburg steht Bürgern bei Fragen, Beschwerden und Problemen in grenzüberschreitenden Fällen – Telefonverkäufer rufen oftmals aus dem Ausland an – mit Rat und Tat zur Seite.

4) Seinen Namen aus dem Telefonbuch streichen lassen

Wer belästigt wird und im Telefonbuch aufgelistet ist, sollte sich überlegen, ob er seine Festnetznummer nicht herausnehmen lassen möchte.

5) Die Tricks der Betrüger kennen

Wie Marc Ragnacci, Commissaire en chef beim „Service Prévention du Crime“ der Polizei erklärt, sei letztes Jahr mehrmals der sogenannte "Enkeltrick" via Telefon angewandt worden - eine Betrugsmasche, die zu mehreren Festnahmen geführt habe. Dabei gibt sich der Anrufer als ein enger Verwandter des Angerufenen aus und erklärt, Probleme zu haben und dringend Geld zu benötigen.

Frauen, die mit ihrem Vornamen im Telefonbuch aufgelistet sind, werden häufig von sogenannten Enkeltrickbetrügern anvisiert.
Frauen, die mit ihrem Vornamen im Telefonbuch aufgelistet sind, werden häufig von sogenannten Enkeltrickbetrügern anvisiert.
Foto: Shutterstock

Auffallend sei, dass meist alleinstehende Frauen, die mit ihrem Vornamen im Telefonbuch eingetragen sind, als Opfer ausgewählt werden, erklärt Ragnacci.

Auch die sogenannte „Microsoft“-Masche kommt immer wieder zum Einsatz. Bei diesem Trick rufen angebliche Microsoft-Mitarbeiter an und erklären ihrem Opfer, zumeist auf Englisch, dass dessen Computer von einem Trojaner befallen sei.

Sie fordern Geld, um das angebliche Virus zu entfernen, installieren dann aber ein Programm auf dem Computer des Opfers, mittels welchem sie sich vertrauliche Daten – etwa Kreditkarten-Informationen – beschaffen.

Was ebenfalls vorkomme, sei, dass man am Telefon über einen angeblichen Gewinn benachrichtigt wird, erklärt Ragnacci – wobei der vermeintliche „Glückspilz“ jedoch zunächst einmal dazu aufgefordert wird, zu bezahlen ...

6) Anzeige erstatten

Wer telefonisch belästigt wird, kann Anzeige bei der Polizei erstatten. Wird die Telefonnummer auf dem Display angezeigt, sollte man diese notieren. Zudem ist es ratsam, nach einem Namen fragen. Diese Informationen kann man später an die Polizei weiterleiten.

7) Sich informieren

Weitere Informationen gibt es bei der Polizei, bei der Post, beim Europäischen Verbraucherzentrum Luxemburg sowie bei der Initiative Bee Secure, die die Bürger in puncto sicherere Benutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien berät.


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