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Tanklagerausbau : "Viele Bürger sind unsicher"
Die Kapazität des Tanklagers in Mertert soll um 90.000 Kubikmeter Brennstoff erweitert werden.

Tanklagerausbau : "Viele Bürger sind unsicher"

Foto: Gerry Huberty
Die Kapazität des Tanklagers in Mertert soll um 90.000 Kubikmeter Brennstoff erweitert werden.
Lokales 2 Min. 05.03.2015

Tanklagerausbau : "Viele Bürger sind unsicher"

Regen Zulauf fand die Informationsveranstaltung zur Tanklagerproblematik am Mittwochabend in der deutschen Gemeinde Temmels. Gekommen waren auch Luxemburger Einwohner. Die Bürger sorgen sich vor allem um die Sicherheit und wollen am Samstag gegen die Pläne protestieren.

(if/asc) - Der geplante Ausbau des Tanklagers im Hafen von Mertert sorgt weiterhin für viel Gesprächsstoff - nicht nur  an der Mosel. Von den Erweiterungsplänen der Regierung sind dabei nicht nur die beiden Luxemburger Gemeinden, Grevenmacher und Mertert, betroffen, sondern auch die gegenüberliegende deutsche Ortschaft Temmels. Die Gemeinde liegt lediglich in Steinwurfweite der bereits bestehenden Tankanlage. Am Mittwochabend fand dort im Bürgerhaus eine Informationsveranstaltung statt, um die Bewohner auf die Problematik aufmerksam zu machen. Rund 100 Bürger kamen zu der Veranstaltung, wie Ortsbürgermeister Herbert Schneider dem "Luxemburger Wort" berichtet. "Ich war mit der Resonanz sehr zufrieden", sagt Schneider.

Dabei waren nicht nur Einwohner von Temmels , sondern auch Bürger aus den durch den Ausbau betroffenen Luxemburger Gemeinden gekommen. Ebenfalls Bürger der umliegenden deutschen Ortschaften wie etwa Wellen oder Konz waren präsent. Vor allem die Sorge um die Sicherheit plage die Bürger, resümiert der Bürgermeister. "Viele sind unsicher, was dort in Mertert genau geplant ist. Sie haben nur weniger Informationen zum genauen Sachverhalt." Dies sei vor allem zum Vorschein gekommen, als den Anwesenden ein Gutachten aus dem Jahr 2009 präsentiert worden sei. Die Studie besagt, dass im Falle eines Brandes in einem der vorhandenen Tanks dieser mit den heutigen Mitteln nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Schneider: "Die anwesenden Bürger wussten so gut wie gar nichts über diese Studie und was für ein Ergebnis dabei herauskam." 

Zwei Demos - ein Ziel

Die Gemeinde Temmels zeigt sich solidarisch und organisiert am Samstag zeitgleich mit der geplanten Protestkundgebung in Grevenmacher ab 14 Uhr einen Sternmarsch von Temmels aus. Die Teilnehmer der deutschen Kundgebung versammeln sich gegen 14 Uhr auf dem Dorfplatz des Ortes und ziehen dann geschlossen über den Moselradweg nach Wellen. Über ein Teilstück der Bundestraße 419, das zu dieser Zeit gesperrt wird, marschieren sie auf die andere Seite und passieren über die Moselbrücke die Grenze. In Grevenmacher bewegen sie sich über die  Route de Trèves in Richtung Kulturzentrum, wo sie sich mit den Teilnehmern des Luxemburger Protestmarsches treffen. Diese werden dort im Anschluss an die Kundgebung auf der N1 nahe des Tanklagers erwartet. Am Kulturzentrum werden der Grevenmacher Bürgermeister Léon Gloden und der Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Konz (D), Karl-Heinz Frieden, Ansprachen halten.

Mit dem eigens für die deutsche Ortschaft einberufenen Sternmarsch wolle die Gemeinde ihre Seite in der Problematik der Tanklagererweiterung darstellen, sagt Schneider. "Wir protestieren nicht gegeneinander, sondern miteinander."  


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