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Täter schlagen älteres Ehepaar in eigener Wohnung nieder

Täter schlagen älteres Ehepaar in eigener Wohnung nieder

Foto: Pierre Matgé
Lokales 15.10.2018

Täter schlagen älteres Ehepaar in eigener Wohnung nieder

Nach einem außerordentlich brutalen Raubüberfall am 23. Dezember 2008 in Bereldingen wird nun, fast zehn Jahre später, fünf Franzosen der Prozess gemacht.

„Wenn Sie uns die Zahlenkombination nicht nennen, dann werden wir Sie und Ihren Mann erschießen“, droht einer der Angreifer der 75-jährigen Frau, die er gerade in der eigenen Wohnung bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt hat. Er kniet der alten Dame im Genick.

Mit Klebeband haben die Täter sie gefesselt und geknebelt, genau wie ihren 83-jährigen damals bereits gesundheitlich schwer angeschlagenen Gatten. Diesem haben sie Nase und Mund gleichzeitig zugeklebt, und als er nach Luft ringt, überzieht einer der Angreifer ihn mit Faustschlägen, bis er aufhört zu strampeln.

Die Täter kommen schlussendlich an die gewünschte Zahlenkombination – und zur begehrten Beute: 3.500 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 186.000 Euro. Eine Briefmarkensammlung lassen sie – scheinbar nach telefonischer Rückfrage beim Auftraggeber – zurück.

Die Opfer überleben schwer traumatisiert und verletzt. Beide sind mit Hämatomen übersät. Er hat drei Rippen gebrochen. Sie das Handgelenk.

Treffer in der Prüm-Datenbank

Das war am 23. Dezember 2008. Eine kurzzeitige Spur entpuppt sich als kalt. Dann passiert lange nichts mehr. Erst im Juli 2014 folgt ein entscheidender Hinweis. Ein Abgleich der Prüm-Datenbank mit einem Katalog von in Frankreich gespeicherten DNS-Spuren und Daten ergibt einen Treffer, der direkt zu einem mehrfach vorbestraften Tatverdächtigen aus der Nähe von Forbach – in Frankreich, gleich gegenüber von Saarbrücken – führt.

Neun Jahre und zehn Monate nach der Tat kommt es nun zum Prozess. Vier Männern und einer Frau im Alter zwischen 31 und 42 Jahren wird vorgeworfen, die Täter des außerordentlich brutalen Raubüberfalls auf das ältere Ehepaar zu sein.

Ausgesucht hatten sie ihre Opfer – im Prozessverlauf kam dies bislang nur andeutungsweise zur Sprache – offenbar auf einen Tipp von einem Mitarbeiter einer Immobilienagentur hin.

Getarnt als Kaufinteressenten

Denn das Paar hatte damals vor, die Wohnung, die nunmehr ein Tatort ist, zu verkaufen. Und es war auch dieser Umstand, den sich die Täter zunutze machten, um als angebliche Kaufinteressenten Zugang zur Wohnung zu erlangen. Dabei wussten sie offensichtlich gut über den Geldschrank und den Inhalt Bescheid. Der Prozess ist auf vier Tage angesetzt.