Wählen Sie Ihre Nachrichten​

84-Jähriger exportiert 40 Tonnen Tabak illegal aus Luxemburg
Lokales 26.07.2021
Tabakschmuggel im großen Stil

84-Jähriger exportiert 40 Tonnen Tabak illegal aus Luxemburg

Der Beschuldigte kaufte den Tabak legal in Luxemburg ein.
Tabakschmuggel im großen Stil

84-Jähriger exportiert 40 Tonnen Tabak illegal aus Luxemburg

Der Beschuldigte kaufte den Tabak legal in Luxemburg ein.
Foto: Eberhard Wolf
Lokales 26.07.2021
Tabakschmuggel im großen Stil

84-Jähriger exportiert 40 Tonnen Tabak illegal aus Luxemburg

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Der Mann erwarb legal in Luxemburg Zigaretten, um diese gewinnbringend im Ausland zu veräußern. Der Steuerschaden liegt in Millionenhöhe.

Im September 2020 gerät der Mann in das Visier der Strafermittlungsbehörden. Bei einer Fahrzeugkontrolle in Frankreich stellen Polizisten 800 Kilogramm Feinschnitt-Rauchtabak bei dem deutschen Staatsbürger sicher. Den Tabak hatte er legal in Luxemburg erworben. Ohne die anfallende Steuer zu zahlen, wollte der heute 84-jährige Mann den Tabak nach Deutschland bringen.


Image singulière du 15 juin dans une station-service de Dudelange.
Frankreich beschränkt Tabak-Import aus Luxemburg
Paris setzt den "Tabak-Ausflügen" in die Nachbarstaaten Grenzen: Künftig dürfen Autofahrer nur noch eine Stange Zigaretten nach Frankreich importieren.

Wie das Zollfahndungsamt Stuttgart mitteilt, gilt der Mann mittlerweile als Hauptverdächtiger bei Ermittlungen wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung. Im großen Stil soll er immer wieder in Luxemburg legal Tabakprodukte erworben haben und diese dann in Länder exportiert haben, in denen ein höherer Steuersatz auf Tabak gilt als im Großherzogtum. Von Anfang 2017 bis Ende 2020 sollen der Mann und seine Komplizen so insgesamt 40 Tonnen Feinschnitt-Tabak illegal aus Luxemburg über Deutschland nach Großbritannien und Irland transportiert zu haben, um die Produkte dort zu veräußern.

Allein bei der Einfuhr nach Deutschland soll bei dem geltenden Steuersatz von 70 Euro pro Kilo, ein Steuerschaden von 2,8 Millionen Euro entstanden sein. In Großbritannien und Irland gilt der Schaden als noch größer.

Der Tabak soll mit falscher Warenbezeichnung und versteckt hinter anderen Gütern geschmuggelt worden sein. Bei der Durchsuchung der Wohnräume des 84-Jährigen und einer ebenfalls verdächtigten 59-jährigen Bekannten des Mannes wurden unter anderem insgesamt 16 000 Euro Bargeld sichergestellt. Das Geld war per Post in verschweißten Maschinenteilen versandt worden. Mutmaßlich erfolgte auf diese Weise der internationale Zahlungsverkehr zwischen den verschiedenen Tatbeteiligten. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Gruselige Fotos auf Tabakwaren drücken den Absatz und sorgen für geringere Steuereinnahmen – das deuteten kürzlich Berichte in deutschen Medien an. In Luxemburg wurde die zugehörige EU-Richtlinie noch gar nicht umgesetzt.
Gruselige Fotos auf Tabakwaren drücken den Absatz und sorgen für geringere Steuereinnahmen – das deuteten kürzlich Berichte in deutschen Medien an.
Steuersenkungen für Unternehmen
Der Kampf gegen die Steuervermeidung internationaler Konzerne bringt zahlreiche neue internationale Regeln mit sich. Deren Auswirkungen und die Besonderheiten der Luxemburger Steuerlandschaft machen die kommende Steuerreform zu einem risikoreichen Unterfangen.
Finanzminister Pierre Gramegna sieht einen finanziellen Spielraum, um die Steuern für Unternehmen zu senken. Nicht alle teilen seinen Optimismus.