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"Summer School 2020": Corona-Nachhilfe gestartet
Lokales 2 Min. 01.09.2020

"Summer School 2020": Corona-Nachhilfe gestartet

Seit Montag drücken, wie hier in Monnerich, 4.830 Grundschüler wieder die Schulbank. In der sogenannten „Summer School“ sollen sie Lerndefizite wieder ausgleichen.

"Summer School 2020": Corona-Nachhilfe gestartet

Seit Montag drücken, wie hier in Monnerich, 4.830 Grundschüler wieder die Schulbank. In der sogenannten „Summer School“ sollen sie Lerndefizite wieder ausgleichen.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 2 Min. 01.09.2020

"Summer School 2020": Corona-Nachhilfe gestartet

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Die "Summer School" soll Schülern dabei helfen, Pandemie-bedingte Lernrückstände aufzuholen.

Die Corona-Pandemie hat auch Spuren in der Schule hinterlassen. Während mehr als zwei Monaten wurde mit den Eltern am Küchentisch gelernt; in anderen Familien waren Schüler dagegen auf sich allein gestellt. Für Bildungsminister Claude Meisch (DP) ein untragbarer Zustand: „Es darf nicht sein, dass Kinder und Jugendliche am meisten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind.“ 

Details zur eigentlichen Rentrée will Bildungsminister Claude Meisch (DP) am Freitag bekannt geben.
Details zur eigentlichen Rentrée will Bildungsminister Claude Meisch (DP) am Freitag bekannt geben.
Foto: Claude Piscitelli

Deshalb hat man sich für eine Premiere entschieden: Erstmals finden Nachhilfekurse zum Ende der Sommerferien nicht nur in den Lyzeen statt, sondern auch in der Grundschule. Gedacht ist die „Summer School 2020“ dabei nicht als Verkürzung der Sommerferien, sondern als Antwort auf die in Luxemburg noch immer hohe Bildungsungleichheit. „Die Schüler sollen eine Chance bekommen, das aufzuholen, was sie aufgrund der Pandemie verpasst haben.

Ein Angebot, das scheinbar auf großes Interesse stößt. Zwar ist die Einschreibung in die Kurse freiwillig, doch bereits vor den Sommerferien haben die Lehrkräfte Empfehlungen an die Eltern geschickt, wenn sie bei einem Schüler Nachholbedarf gesehen haben. Rund 15 Prozent der Schüler haben das Angebot wahrgenommen und sich für die Kurse eingeschrieben, sodass seit Montag wieder 4.830 Grundschüler die Schulbank drücken. In den Lyzeen war die Nachfrage mit 797 geringer, was wohl auch an dem schon bestehenden Angebot liegen dürfte. 


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Damit die „Summer School“ nicht einer verfrühten Rentrée gleichkommt, wählte jeder Schüler nur ein Fach aus, in dem er am meisten Hilfe braucht. Die Kurse sind auf täglich zwei Stunden limitiert und es wird in kleinen Gruppen mit nicht mehr als zwölf Schülern gearbeitet. Die Pandemie-bedingten Hygienevorschriften werden dabei weiterhin beachtet. 

Besonders gefragt bei den Grundschülern ist Hilfe in den Sprachen. Fast drei Viertel der Einschreibungen sind in Deutsch und Französisch zu verzeichnen, der Rest in Mathematik. Umgekehrt verhält es sich in den Lyzeen, dort ist besonders Nachhilfe in Mathematik gefragt. 

Ein Fach, zwei Stunden täglich: Das ist das Konzept der Summer School.
Ein Fach, zwei Stunden täglich: Das ist das Konzept der Summer School.
Foto: Claude Piscitelli

Damit die Kurse personell gestemmt werden können, greift das Bildungsministerium sowohl auf Lehrpersonal als auch auf Aushilfskräfte zurück. Insgesamt werden die Schüler in der Grundschule von 345 Lehrkräften betreut – davon sind 80 ausgebildete Grundschullehrer, 165 sind Aushilfskräfte und 99 stammen aus dem Pool, der zur Rentrée im Mai aufgestellt wurde. In den Lyzeen sind 18 Lehrkräfte und 69 Studenten mit den Kursen befasst. 


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Wie Bildungsminister Claude Meisch anlässlich der Präsentation der Zahlen zur „Summer School“ durchblicken ließ, plane man, die Nachhilfekurse in der Grundschule auch im nächsten Jahr anzubieten. Details zur eigentlichen Rentrée will man indes am Freitag bekannt geben.

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