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Suizidprävention: Das Leben muss weitergehen
Lokales 19.10.2017

Suizidprävention: Das Leben muss weitergehen

Wenn ein geliebter Mensch aus freien Stücken aus dem Leben scheidet, leidet der Freundes- und Familienkreis am meisten und braucht dann viel Unterstützung.

Suizidprävention: Das Leben muss weitergehen

Wenn ein geliebter Mensch aus freien Stücken aus dem Leben scheidet, leidet der Freundes- und Familienkreis am meisten und braucht dann viel Unterstützung.
Foto: Getty Images
Lokales 19.10.2017

Suizidprävention: Das Leben muss weitergehen

In Luxemburg kommt es im Durchschnitt alle vier Tage zu einem Suizid. 2015 stellte das Gesundheitsministerium den „Plan national de prévention du suicide au Luxembourg” vor. Am Donnerstag zog das Ministerium eine erste Zwischenbilanz.

(LV)- Die Situation ist erschreckend: Jedes Jahr nehmen sich in Luxemburg durchschnittlich 80 Menschen das Leben. Das Problem wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass die Rate der Suizidversuche zehn bis 20 Mal höher liegt.

2015 rief das Gesundheitsministerium eine Kampagne ins Leben, deren Ziel es ist, Suiziden vorzubeugen und im Ernstfall, die professionelle Begleitung der Hinterbliebenen zu verbessern. 33 Maßnahmen sind vorgesehen, die bis 2019 umgesetzt werden sollen. Am Donnerstag zog das Ministerium eine erste Bilanz und stellte in diesem Zusammenhang zwei Handbücher vor.

Hilfe für Helfer

Das Handbuch „Guide pratique de postvention à l'attention des établissements scolaires et internats“ ist ein praxisorientierter Sechs-Phasen-Plan zum Umgang mit vorrangig jungen Menschen, in deren Umfeld es einen Suizid gab. Das Buch richtet sich vor allem an Schulen und Internate.

Es geht darum, dem Lehrpersonal „ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem es sich möglichst adäquat und angemessen um die Schulgemeinschaft kümmern kann, wenn es zu solch einem unerwarteten Sterbefall kommt“, so Gesundheitsministerin Lydia Mutsch.

Der „Leitfaden – Überbringen einer Todesnachricht nach einem unerwarteten Todesfall“ erfüllt eine ähnliche Funktion. Es soll den „Menschen, die eine Todesnachricht überbringen müssen, eine Stütze sein“, erklärt Lydia Mutsch, denn im Durchschnitt müssen fünf bis zehn Personen aus dem Familien- und Freundeskreis des Verstorbenen betreut werden, um die Trauer verarbeiten zu können.

Die Aufgabe der Betreuenden – sei es in einer Schule, in einem gemeinnützigen Verein oder in Beratungsstellen – ist sehr wichtig und nicht einfach zu bewältigen. Um diese besser auszubilden und ihnen die Arbeit zu erleichtern, bietet das Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der „Ligue luxembourgeoise d'hygiène mentale – Service Information et Prévention“ Weiterbildungen an. Die Ausbilder sind Psychologen und Psychiater. Bisher nahmen 600 Personen an diesen Kursen Teil.

14 von den 33 Maßnahmen des Nationalplans wurden bereits umgesetzt, aber: „Das Thema Selbstmord bleibt eine enorme Herausforderung”, weiß Lydia Mutsch.