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Südwand-Projekt schrumpft auf vier Anlagen
Lokales 4 3 Min. 12.02.2021

Südwand-Projekt schrumpft auf vier Anlagen

Die im Süden bekannte Marke Sudgaz wird für die Erdgassparte von Südenergie weiterbestehen, so Direktor Alain Fürpass (l.) und Präsident Romain Rosenfeld.

Südwand-Projekt schrumpft auf vier Anlagen

Die im Süden bekannte Marke Sudgaz wird für die Erdgassparte von Südenergie weiterbestehen, so Direktor Alain Fürpass (l.) und Präsident Romain Rosenfeld.
Foto: Luc Ewen
Lokales 4 3 Min. 12.02.2021

Südwand-Projekt schrumpft auf vier Anlagen

Luc EWEN
Luc EWEN
Das stark abgespeckte Projekt von Soler und Sudgaz eines Windparkes wird konkret. Indes gibt Sudgaz eine Namensänderung bekannt.

2016 war erstmals innerhalb der 14 Sudgaz-Gemeinden vom Südwand-Projekt die Rede. Sahen die ersten Erwägungen noch einen regionalen Windpark von 23 Anlagen vor, so wurde das Vorhaben nach und nach zusammengestaucht. 2018 stellte die Firma Südwand, an der Sudgaz 60 und Soler 40 Prozent halten, ein abgespecktes Projekt mit neun Windrädern vor. „Weitere Studien haben dann gezeigt, dass nur fünf Anlagen möglich seien“, erinnert sich der Direktor von Sudgaz, die seit gestern als Südenergie firmiert (siehe Kasten), Alain Fürpass. 

 „Wollen keine Vögel schreddern“ 

„Heute sind wir auf dem Stand, dass noch eine weitere Anlage gestrichen wurde“, bedauert er. Im Gespräch mit wort.lu fällt es ihm schwer, seine Frustration zu verbergen. „Wir wollen keine Vögel schreddern“, betont er. Es sei klar, dass Windräder nur dort aufgestellt werden, wo dies aus ökologischer Sicht und aus Sicht des Tierschutzes zu vertreten sei. Dafür Verständnis aufzubringen, dass nach jahrelangen Studien immer wieder neue Studien verlangt werden, fällt ihm und dem Präsidenten von Südenergie, Romain Rosenfeld dennoch immer schwerer. 

„Wir wollen Teil der Energiewende sein und unseren Beitrag dazu leisten, dass Luxemburg seine Ziele erreicht“, so Fürpass. Nun scheint man endlich soweit zu sein, dass man einen Terminplan für den verbleibenden Teil des Projektes Südwand hat. Von einem Windpark kann bei vier Rädern an vier Standorten kaum noch die Rede sein. 


Windkraft hat in Luxemburg einen Anteil von 22 Prozent an den erneuerbaren Energien.
Voll im Wind
Der Anteil der Windkraft soll in Luxemburg weiter steigen. Insgesamt werden acht Anlagen zurzeit ausgebaut oder komplett neu geplant.

Drei Phasen sind vorgesehen. Die erste betrifft je ein Rad bei Peppingen und Steinbrücken. Hier läuft die Genehmigungsprozedur. Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten beginnen, sodass 2022 beide Anlagen in Betrieb gehen könnten. Die zweite Phase betrifft Sassenheim und Dippach. Hier werden weitere Studien verlangt. Man hofft, im Herbst die Genehmigungsprozeduren starten zu können. In einer dritten Phase soll geprüft werden, ob einige der nicht-genehmigten Anlagen nicht doch erlaubt werden könnten. Wenn das Projekt in seiner jetzigen Form umgesetzt ist, werden pro Jahr 30,6 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, was dem Gleichwert von 6 800 Haushalten entspricht.

Grafik: Die geplanten Anlagen bei Peppingen und Steinbrücken:

Darüber hinaus setzt man bei Südenergie seit 2019 auf Photovoltaik. Seither wurden 27 Anlagen mit einer Jahresproduktion von 1,3 Millionen Kilowattstunden gebaut. Rezent wurde ein neues Projekt mit Bürgerbeteiligung in Differdingen vorgestellt. Zudem wurde im Januar eine Anlage in Krakelshaff errichtet. 

Die neue Anlage auf dem Dach der Halle eines Logistikunternehmens in Krakelshaff.
Die neue Anlage auf dem Dach der Halle eines Logistikunternehmens in Krakelshaff.
Foto: Südenergie

Diese Diversifikation rechtfertige die Namensänderung, so Romain Rosenfeld. Es komme nicht gut an, wenn man Photovoltaikprojekte vorstelle und als Gasfirma auftrete. Der bekannte Name Sudgaz bleibt dennoch für die Gassparte von Südenergie erhalten. 


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