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Suchmaschine sucht Gelände
Lokales 2 Min. 03.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Suchmaschine sucht Gelände

Google treibt das Projekt eines Datenzentrums in Bissen weiter voran.

Suchmaschine sucht Gelände

Google treibt das Projekt eines Datenzentrums in Bissen weiter voran.
Christoph Dernbach/dpa
Lokales 2 Min. 03.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Suchmaschine sucht Gelände

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Das Projekt des Google-Datenzentrums in Bissen kommt langsam, aber sicher voran. Zurzeit laufen die vorgeschriebenen Umweltstudien.

Das Projekt eines künftigen Google-Datenzentrums in Bissen geht langsam aber sicher seinen Weg. Wie Radio 100,7 am Mittwoch berichtete, wolle die Gemeinde noch im Laufe des Monats November über eine PAG-Umklassierung des 33,7 Hektar großen, sich in der Grünzone befindlichen Geländes abstimmen. Die notwendigen Umweltstudien wurden laut der Umweltabteilung des Nachhaltigkeitsministeriums eingeleitet, sie sind aber zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. „Wir sind aktuell in der Phase, in der die Gemeinde eine Genehmigung für eine punktuelle Abänderung des allgemeinen Bebauungsplanes (PAG) einreichen muss.

Umweltverträglichkeit auf dem Prüfstand

Parallel dazu wird ein Umweltbericht im Rahmen der strategischen Umweltprüfung SUP erstellt. Beide Dokumente werden zusammen dem Gemeinderat vorgelegt, welcher entscheidet, ob die Prozedur der öffentlichen Auflage gestartet wird, so Olaf Münichsdorfer, Sprecher der Umweltabteilung des MDDI. Ziel der SUP ist es, Planungen zu vermeiden, die zu erheblichen Umweltproblemen führen könnten. So werden im Zuge der SUP die Auswirkungen auf den Menschen und dessen Gesundheit, auf die Pflanzen und Tiere sowie Landschaft, Wasser und Luft begutachtet. Aber auch Kulturgüter und historische Stätten werden einbezogen.

Erst wenn diese Studien abgeschlossen sind, kann die Gemeinde das Dossier einreichen und die öffentliche Prozedur einleiten. Doch damit nicht genug: um die eigentliche Nutzfläche für den Bau des Datenzentrums genehmigen zu können, muss zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung UVP auf Projektebene (PAP) erfolgen. Hier werden die direkten und indirekten Auswirkungen, die das konkrete Projekt auf Mensch und Umwelt haben, unter die Lupe genommen. Der zusätzliche Verkehr, eventuelle Abgasemissionen und vor allem auch der Wasserverbrauch spielen hier eine Rolle.

Hoher Wasserverbrauch

Dieses Verfahren ist in Europa harmonisiert. Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Umwelt frühestmöglich zu berücksichtigen. Dadurch kann der Antragsteller bereits in dieser frühen Phase auf Probleme hingewiesen werden und nötigenfalls Ersatzlösungen anbieten. „In diesem konkreten Fall ist vor allem der sehr hohe Wasserverbrauch eine Herausforderung. Deshalb hat sich Google bereit erklärt, auf Oberflächenwasser aus der Alzette anstatt auf Trinkwasser zurückzugreifen. Deshalb prüfen die von Google beauftragten Umweltexperten prioritär, inwieweit auf Oberflächenwasser aus der Alzette anstatt auf Trinkwasser zurückgegriffen werden kann. Für den Störfall braucht es aber auch alternative Kühlwasserreserven, zum Beispiel, wenn der Pegel der Alzette im Sommer zu niedrig für eine Entnahme ist“, so Münichsdorffer.

Betriebsgenehmigung zum Schluss

In einer dritten Phase erfolgt dann die Anfrage der eigentlichen Betriebsgenehmigung, das sogenannte Commodo/Incommodo. Hier werden die Auswirkungen der Aktivitäten des Betriebes und die Sicherheitsauflagen überprüft. Da die Genehmigungsprozeduren nur ein einziges Unternehmen betreffen, laufen Umweltverträglichkeitsprüfung und Kommodoprozedur parallel und überschneiden sich sogar zum Teil. Der nächste bedeutende Schritt nach dem prinzipiellen Gemeindeentscheid zur Umklassierung des Geländes ist aber erst einmal die öffentliche Prozedur. Nach einer Informationsversammlung, die aller Vorausicht nach erst nach den Wahlen abgehalten werden soll, haben die Bürger von Bissen während einem Monat die Möglichkeit zum Einspruch.


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