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Suche nach der Ursache der Explosion in Waldhof dauern bereits fünf Monate an
Lokales 14.07.2019

Suche nach der Ursache der Explosion in Waldhof dauern bereits fünf Monate an

Das Unglück ereignete sich am 14. Februar auf dem Gelände des Munitionslagers der Luxemburger Armee. Es dient auch als Stützpunkt für den Kampfmittelräumdienst.

Suche nach der Ursache der Explosion in Waldhof dauern bereits fünf Monate an

Das Unglück ereignete sich am 14. Februar auf dem Gelände des Munitionslagers der Luxemburger Armee. Es dient auch als Stützpunkt für den Kampfmittelräumdienst.
Foto: Guy Jallay / LW-Archiv
Lokales 14.07.2019

Suche nach der Ursache der Explosion in Waldhof dauern bereits fünf Monate an

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Vor fünf Monaten riss eine Artilleriegranate auf dem Militärgelände in Waldhof zwei Unteroffiziere in den Tod. Seitdem laufen die Ermittlungen.

Der Zweite Weltkrieg forderte im vergangenen Februar hierzulande zwei späte Opfer. Mitglieder des Service de déminage (Sedal) der Luxemburger Armee bereiteten am Morgen des 14. Februar gerade eine mehr als 70 Jahre alte Artilleriegranate auf einen Abtransport nach Belgien vor, um sie dort zu neutralisieren. Eine Routinemission, wie der Chef d'Etat-major Alain Duschène nur wenige Stunden nach dem Unglück betonte.

Doch gegen 10.30 Uhr explodierte das Geschoss in einer Halle des Militärlagers in Waldhof und riss die beiden Unteroffiziere, Luc D. und Marc B., in den Tod. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist auch fünf Monate später weiter Gegenstand von Ermittlungen. Unter anderem sollen die Gutachten ausländischer Experten die Ursache klären.


Lokales- reportage iwert den déminage vun der Arméi - SEDAL- Service de Déminage de l’Armée Luxembourgeoise, Waffe, Minenräumung, Armée, soldat,  foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Eine mögliche Erklärung ist allerdings, dass der Sprengkörper jahrzehntelang als Blindgänger unter der Erde schlummerte, bevor er vom Service de déminage (Sedal) geborgen wurde. Sprengstoffexperten zufolge könnte das Geschoss durch die Witterungseinflüsse im Laufe der Zeit immer instabiler geworden sein. Unter diesen Bedingungen können auch relativ leichte Erschütterungen zu einer Detonation führen.

Ehrung für Retter

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich zwei weitere Unteroffiziere einer anderen Einheit in der Halle, um Material abzuholen. Die beiden wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Der Mann überlebte wohl nur aufgrund des Eingreifens eines weiteren Unteroffiziers.

Remy E., ebenfalls Mitglied des Sedal, hatte die Halle nur wenige Augenblicke vor der Explosion verlassen. Ihm gelang es, die schwersten Blutungen zu stillen und rettete so wohl das Leben des Schwerstverletzten. Der Mann wurde notoperiert und hat nun einen langen Genesungsweg vor sich.


Waldhaff , Militärlager Armee  , Explosion Munition , 2 Tote , 2 Verletzte , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Für seinen Einsatz wurde Remy E. am Vortag des Nationalfeiertags mit dem Chevalier de l'Ordre de la Couronne de Chêne ausgezeichnet. Bei der Zeremonie wurden auch die beiden Verletzten geehrt. Die verstorbenen Unteroffiziere erhielten indes die höchste militärische Auszeichnung, die im Großherzogtum posthum verliehen werden kann – das Croix d'Honneur et de Mérite militaire en vermeil avec palmes.


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